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Motor1 Numbers: Stellantis mit dem schlechtesten ersten Halbjahr aller Zeiten
Weniger Auslieferungen, verspätete Modelle, mangelnde Planung: Einblicke in die Stellantis-Krise und ihre möglichen Lösungen

Bild von: Motor1 Italia

Von: Juan Felipe Munoz
Übersetzt von: Stefan Wagner
Veröffentlicht von: Stefan Wagner
14. Aug. 2025 um 07:00 Uhr
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Stellantis hat seine Ergebnisse für die ersten sechs Monate des Jahres 2025 veröffentlicht und wie erwartet gibt es Anzeichen für Besorgnis. Der Konzern, der 2021 aus der Fusion der französischen PSA und der italienischen FCA hervorging, verzeichnete zwischen Januar und Juni konsolidierte Auslieferungen von 2.664.000 Einheiten, das niedrigste Volumen in diesem Zeitraum seit Gründung.
Im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Jahres 2024 beträgt der Rückgang 7,2 Prozent. Das sind 208.000 Fahrzeuge weniger. In seinem Finanzbericht führt das Unternehmen den Rückgang vor allem auf die "geringere Produktion von importierten Fahrzeugen, die am stärksten von Zöllen betroffen waren, geringere Verkäufe an den Flottenkanal und Produktionslücken aufgrund der Einstellung bestimmter Modelle" in Nordamerika zurück.
Mehr und weniger
In der Region Wider Europe (EMEA) gingen die Auslieferungen um 7,1 % zurück, was auf einen langsameren Produktionsstart der kürzlich eingeführten B-Segment-Modelle zurückzuführen ist. Auf Nordamerika und Europa entfielen in der ersten Jahreshälfte zusammen 73 % der weltweiten Verkäufe der Gruppe.
Stellantis-Lieferungen in der ersten Hälfte des Jahres 2025
Bild von: Motor1 Italy
Die negative Entwicklung wurde teilweise durch das Wachstum in Südamerika (+20%) sowie im Nahen Osten und Afrika (+5%) ausgeglichen. Zusammengefasst wurden in diesen Regionen nun mehr Fahrzeuge verkauft als auf dem nordamerikanischen Markt. Der Anteil Europas an den weltweiten Verkäufen sank von 52 % im Jahr 2021 auf heute 48 % - ein Zeichen für die fortschreitende geografische Diversifizierung.
Jenseits der Zölle: die wahren Knoten, die es zu entwirren gilt
Obwohl Stellantis die Zölle als eine der Hauptursachen für den Rückgang angibt, müssen die tatsächlichen Auswirkungen analysiert werden. In den USA verkaufte der Konzern in den ersten sechs Monaten des Jahres fast 600.000 sogenannte Light Vehicles, 12 Prozent weniger als im Vorjahr. Davon stammten 38 Prozent aus Werken in Mexiko, Kanada und der Europäischen Union. Vor einem Jahr waren es noch 44 Prozent.
Die Auslieferungen in den Märkten MEA und Südamerika übertrafen die in Nordamerika
Bild von: Motor1 Italy
Der Rückgang der Einfuhren reicht jedoch nicht aus, um dieses Bild zu erklären. Die Hälfte der Importe in die USA betrifft zwei veraltete Modelle: den in Mexiko hergestellten Jeep Compass, der seit September 2016 auf dem Markt ist und die in Kanada hergestellten Chrysler Pacifica/Voyager, die im gleichen Jahr eingeführt wurden. In der Branche gilt ein neun Jahre altes Modell als veraltet, sieht sich in aller Regel deutlich fortschrittlicher Konkurrenz ausgesetzt.
Andere importierte Modelle wie das Elektro-SUV Jeep Wagoneer S, der Dodge Hornet und die gesamte Palette von Alfa Romeo und Maserati haben es schwer, sich auf dem Markt zu etablieren.
Der Zeitfaktor
Der neue CEO Antonio Filosa ist aufgefordert, das Tempo zu erhöhen. Eine der historischen Limitierungen von FCA, die auch Stellantis bisher nicht beheben konnte, ist die Langsamkeit bei der Entwicklung und Markteinführung neuer Modelle. Der Alfa Romeo Tonale etwa wurde immer wieder verschoben, kam fast drei Jahre nach der Vorstellung der Studie auf den Markt.
Der aktuelle Fiat 500 wurde im Februar 2020 vorgestellt, aber die Version mit Verbrennungsmotor kam mehr als fünf Jahre später auf den Markt. Der Fiat Grande Panda, der im Juli 2024 vorgestellt wurde, wurde erst zwölf Monate später an die ersten Kunden ausgeliefert. Marken wie Chrysler und Dodge warten schon seit Jahren auf neue Produkte.
An der Elektrofront hat die Partnerschaft mit dem chinesischen Unternehmen Leapmotor zu mehr Tempo geführt, aber die asiatische Konkurrenz bleibt schneller. In Zukunft wird das Management seine Ressourcen auf die Marken mit dem größten Potenzial konzentrieren müssen: Für einen Hersteller, der vor so komplexen Herausforderungen steht, sind 14 Marken vielleicht zu viel.
Der Autor des Artikels, Felipe Munoz, ist Automotive Industry Specialist bei JATODynamics.
Viele Herausforderungen für Stellantis
Stellantis verliert wegen Zöllen sehr viel Geld
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