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Jaguar C-Type Continuation Car: Renn-Legende als Nachbildung
Lediglich acht Exemplare sollen in Handarbeit entstehen

Roland Hildebrandt 
Von: Roland Hildebrandt
28. Jan. 2021 um 19:13 Uhr
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Stellen Sie sich einmal vor, Mercedes würde den 300 SL Flügeltürer wieder auflegen. Oder Ferrari den legendären 250 GTO. Mit der Begründung, die Originale von einst seien viel zu kostbar, um Sie im historischen Motorsport zu verwenden. Gelegentlich gibt es gut gemachte, aber bestenfalls halblegale Repliken.
Britische Marken wie Aston Martin oder Jaguar gehen diesbezüglich einen eigenen Weg und bauen sogenannte "Continuation Cars". Bedeutet: Die Serienfertigung wird im sehr kleinen Stil wieder aufgenommen. Oder man reicht auf diese Art fehlende Autos nach, wie den Jaguar D-Type, von dem einige Exemplare 1957 bei einem Werksbrand verloren gingen.
Jetzt widmet sich Jaguar dem Vorgänger des D-Type: Zur Feier des 70-jährigen Jubiläums des ersten Gesamtsieges mit dem C-Type bei den 24 Stunden von Le Mans legt Jaguar Classic eine auf acht Einheiten limitierte Serie von C-Type Continuation Cars auf.
Mit den komplett in Handarbeit bei Jaguar Classic Works in Coventry gefertigten Neuschöpfungen erhalten Liebhaber des historischen Motorsports die einmalige Gelegenheit, eine originalgetreue Nachbildung des legendären Langstreckenrenners zu erwerben. Und zwar in Gestalt des Siegerwagens von 1953, der als ultimative Evolution des C-Type bereits mit Scheibenbremsen und dem auf 220 PS gesteigerten Reihensechszylinder bestückt war.

Der Jaguar C-Type 1953 in Le Mans
Der Jaguar C-Type war zwischen 1951 und 1953 vor allem in Le Mans Favorit auf Gesamtsiege. Schon bei seinem Debüt, damals noch mit Trommelbremsen, gewann er 1951 mit Peter Walker und Peter Whitehead die legendären 24 Stunden von Le Mans. Es war der erste von bis heute sieben Jaguar-Siegen bei dem französischen Klassiker.
In der Saison 1952 beschritt Jaguar mit dem ersten Einsatz der revolutionär neuen und zusammen mit Dunlop entwickelten Scheibenbremse im C-Type technologisches Neuland. Nach einem ersten Test bei der Mille Miglia mit der Paarung Stirling Moss/Norman Dewis schrieb Jaguar beim Grand Prix von Reims – mit erneut Moss am Steuer – ein Kapitel Motorgeschichte: erster Sieg eines Rennwagens mit Scheibenbremsen. In Le Mans fielen jedoch alle Fahrzeuge wegen Überhitzung aus.
Mit einer weiterentwickelten und nun auch auf eine 24-Stunden-Distanz ausgelegten Bremsanlage gelang dann 1953 mit dem zweiten Le Mans-Sieg der endgültige Durchbruch der neuen Technik. Die Jaguar-Piloten Tony Rolt und Duncan Hamilton legten die 24 Stunden erstmals mit einem Schnitt von über 100 Meilen pro Stunde oder 160 km/h zurück. Zusammen mit guten Ergebnissen von Privatteams wie der Ecurie Ecosse errang Jaguar in diesem Jahr den Vize-Titel in der erstmals ausgeschriebenen Sportwagen-Weltmeisterschaft.
Von den in den Fünfzigerjahren gebauten 53 Jaguar C-Type wurden 43 an private Kunden verkauft – analog zu den 51er-Werkswagen mit Trommelbremsen, zwei SU-Vergasern und 200 PS Leistung. Die acht neuen C-Type Continuation-Modelle hingegen spiegeln die Technik des 1953er-Siegerwagens wider – also mit Scheibenbremsen, drei Weber-40DCO3-Vergasern und einem 3,4 Liter großen Reihensechszylinder mit auf 220 PS angehobener Leistung.

Aufbauend auf den Erfahrungen mit den vorangegangenen Jaguar Classic Continuation-Programmen für den E-Type Lightweight, den XKSS und den D-Type sind die Jaguar-Classic-Ingenieure auch diesmal tief in die werkseigenen Archive eingetaucht. Darüber hinaus scannten sie Daten von einem originalen C-Type und ergänzten diese um weitere modernste CAD- Programme – zur Kreation eines so authentisch wie nur möglich neu aufgebauten C-Type.
Der Zugang zu originalen Technikzeichnungen und weiteren Dokumenten des ursprünglichen C-Type-Entwicklungsteams – neben Malcolm Sayer noch Rennleiter Lofty England, die Ingenieure William Heynes und Bob Knight sowie der legendäre Cheftestfahrer Norman Dewis – stellen sicher, dass die Spezifikationen des 53er-Modells des C-Types akribisch eingehalten werden.
Als Novum nutzt Jaguar die CAD-Daten zusätzlich für die Möglichkeit, ein C-Type Continuation Car erstmals über einen speziell entwickelten Online-Konfigurator virtuell zu visualisieren und zu personalisieren. Das neue Kundenwerkzeug eröffnet den Vergleich zwischen zwölf authentischen Exterieur-Farben (siehe Bildergalerie) und acht verschiedenen Interieur-Trimms. Aber auch die Anbringung von Startnummern oder Lenkrad- und Motorhauben-Emblemen lassen sich hierüber darstellen.
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Zu den zusätzlichen Extras für ein C-Type Continuation-Modell zählen ein FIA-zertifiziertes Rückhaltesystem und ein Überschlagschutz. Denn diese authentischen neuen C-Types sollen nicht im Museum oder in der Garage Staub ansetzen, sondern bei historischen Renn-Events oder auf abgesperrten Rundkursen und Straßen bewegt werden.
Bildergalerie: Jaguar C-Type Continuation Car

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