Auto-Verkäufe: 20 Prozent weniger im Jahr 2020 wegen Corona-Krise?
Die Vorhersagen zum Umsatzeinbruch sind dramatisch
Die Autoverkäufe in Europa könnten im Jahr 2020 um bis zu 20 Prozent sinken. Das lässt nun ein Bericht von Automotive News Europe fürchten, der sich auf Voraussagen von Branchenexperten stützt.
Die Autoindustrie wird weltweit einen "beispiellosen und fast sofortigen Stillstand der Nachfrage erleben", so das Marktforschungsinstitut IHS Markit, dessen Prognosen von vielen Autoherstellern als Grundlage für ihre Entscheidungen verwendet werden. Die Coronavirus-Pandemie wäre "der größte Risikofaktor für die Autoindustrie seit vielen Jahren", so das Unternehmen.
Laut IHS Markit sollen die weltweiten Verkaufszahlen in diesem Jahr um mehr als 12 Prozent auf 79 Millionen Autos sinken. In West- und Mitteleuropa soll der Absatz um etwa 1,9 Millionen Autos auf 15,6 Millionen Fahrzeuge zurückgehen. Das wären knapp elf Prozent weniger als im letzten Jahr. Für die USA prognostizieren die Experten einen Rückgang um 15 Prozent auf voraussichtlich 14,4 Millionen Autos.
Nach den Prognosen des Bankhauses Morgan Stanley soll sich der Verkauf in Europa im Jahr 2020 um 13 Prozent reduzieren. Weltweit soll der Absatz im ersten Halbjahr sogar um fast 20 Prozent einbrechen.
Am pessimistischsten ist das deutsche Rating-Unternehmen Scope. Nach seinen Analysen sollen die Verkäufe in Westeuropa um rund 20 Prozent sinken. Der Rückgang sei teilweise auch darauf zurückzuführen, dass Autos mit höherem CO2-Ausstoß im Jahr 2019 gepusht worden wären. Das hätte den Absatz im Jahr 2019 künstlich erhöht, so Scope.
Das deutsche Kraftfahrtbundesamt (KBA) hatte 2019 von einem Jahresendspurt gesprochen. Dadurch wurden im letzten Jahr 3,6 Millionen Autos verkauft, fünf Prozent mehr als noch 2018. Im Februar 2020 wurden laut KBA-Statistik noch 240.000 Pkw neu zugelassen, rund 29.000 Stück mehr als im Vorjahresmonat.
Ein Einbruch der Verkaufszahlen durch die Corona-Epidemie wird wohl frühestens an den Zahlen für März ablesbar sein, die wohl nicht vor dem 6. April verfügbar sein werden - wenn es dem Amt gelingt, den Betrieb trotz eventueller Mitarbeiter-Ausfälle wie gewohnt weiterzuführen.
Quelle: Automotive News Europe
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