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Smart #5 Brabus (2026) im Test: Das sympathische Smart-Monster
4,70 Länge, 2,4 Tonnen, 645 PS ... Ist das noch Smart? Dieses Monster lässt jedenfalls niemanden kalt ...

Bild von: InsideEVs.de
Christopher Otto 
Von: Christopher Otto
14. Mär. um 16:58 Uhr
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Smart und Vernunft – das war einmal. Der neue Smart #5 Brabus ist 4,70 Meter lang, wiegt 2,4 Tonnen, leistet 645 PS und lädt mit bis zu 400 kW. Willkommen in der neuen Welt einer Marke, die sich selbst neu erfunden hat, und zwar so konsequent, dass vom alten Smart buchstäblich nichts übrig geblieben ist. Nicht die Größe, nicht die Bescheidenheit, nicht mal ansatzweise der Gedanke, möglichst wenig Platz zu beanspruchen.
Das Ergebnis dieses radikalen Kurswechsels ist ein Fahrzeug, das man auf der Straße nicht übersieht. Die Front mit ihrer schwarzen Verbindungsspange, den vier leuchtenden Aussparungen und den massiven Lufteinlässen erinnert stark an AMG, und das ist kein Zufall. Brabus hat hier seinen Stempel hinterlassen: rote Akzente, schwarze Schweller, 21-Zoll-Monoblock-Z-Räder und ein Dachspoiler, der unmissverständlich klarmacht, dass dieser Smart keinen Parkplatz sucht, sondern eine Startlinie.

Bild von: InsideEVs.de
Innen: Wo bleibt der ForTwo?
Wer einsteigt, wird vom Platzangebot schlicht überrascht. Vorne herrscht Luxusliner-Feeling, hinten sitzt man so komfortabel, dass der Begriff Chauffeurniveau nicht übertrieben ist. Die Rücksitzbank ist hoch genug montiert, dass Passagiere tatsächlich mit entspanntem Kniewinkel sitzen, und auf der rechten Seite lässt sich die Lehne so weit zurückstellen, dass Langstrecken zur echten Erholung werden. Der Kofferraum schluckt 630 Liter, ausgeklappt 1.530 Liter. Ein ForTwo der ersten Generation könnte hier drin parken, quer natürlich!
Das Ambiente ist mit echter Leidenschaft gestaltet. Alcantara an Himmel und Säulen, gefräste Alu-Lautsprecherabdeckungen, Brabus-Stickereien in den Kopfstützen, Karbon-Akzente, 256 Ambientefarben. Dazu eine Sennheiser-Anlage mit 20 Lautsprechern, Dolby Atmos 7.1.4 und 1.190 Watt, die man eigentlich in einem Kinosaal erwartet. Für unter 61.000 Euro ist das ein bemerkenswertes Angebot.

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Antrieb: Schocktherapie auf Knopfdruck
645 PS klingen auf dem Papier beeindruckend. Im Auto sitzen und die Rocket-Start-Taste drücken ist eine andere Kategorie. Das Fahrzeug schießt ansatzlos nach vorne, ohne Zögern. 3,8 Sekunden auf 100 km/h, und man fragt sich kurz, ob die eigenen Augen mitgekommen sind. Und es geht immer weiter. Wo andere langsam den Schwung verlieren, legt der Brabus sogar nochmal zu. Brutal!
Was den Smart #5 Brabus aber wirklich interessant macht, ist die Spreizung seiner vier Fahrmodi. Im Komfortmodus ist er ein entspannter, leiser Gleiter, der Langstrecken mühelos verschluckt. Im Sportmodus wird er fokussierter, direkter, wacher. Im Brabus-Modus verwandelt er sich in etwas, das man in dieser Preisklasse nicht erwartet: ein echtes Kraftpaket mit simuliertem Motorsound und dem kompromisslosen Willen, jeden Meter Asphalt zu dominieren. Der Übergang ist drastisch genug, um mentale Vorbereitung zu erfordern.
Der Verbrauch ist dann entsprechend ernüchternd. Im Stadtverkehr genehmigt sich das 2,4-Tonnen-SUV 22,7 kWh/100 km, auf der Landstraße 26 kWh, auf der Autobahn bei 130 km/h knapp 34 kWh. Extremes Sparen wird mit 17 kWh/100 km belohnt, aber Spaß macht das dann nicht mehr. Wer das Fahrzeug bewusst bewegt, kommt realistisch auf 350 bis 400 Kilometer. Wer den Brabus-Modus als Dauerzustand betrachtet, deutlich weniger.

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Laden: Hier trennt sich die Spreu vom Weizen
800 Volt, bis zu 400 kW DC-Ladeleistung, 10 auf 80 Prozent in unter 18 Minuten. Das sind die Zahlen, die zählen. Was sie im Alltag bedeuten, lässt sich so zusammenfassen: An 300-kW-Säule zog der Smart locker die volle Leistung und war nach nicht einmal 20 Minuten von 11 auf knapp 90 Prozent. Das Besondere ist dabei die Stabilität der Ladekurve. Kurze Pause, voller Akku, weiterfahren. Genau so soll das funktionieren.
Fahrverhalten: Auch ohne Hightech-Fahrwerk beeindruckend
Kein adaptives Fahrwerk, keine Luftfederung, nur konventionelle Stahlfedern. Trotzdem überrascht der Smart #5 Brabus mit einer Abstimmung, die den Spagat zwischen Komfort und Dynamik erstaunlich gut hinbekommt. Das Fahrzeug rollt satt und ruhig, polstert Unebenheiten souverän, bleibt in schnellen Kurven aber stabil und sicher.
Das Lob geht auch an die Fahrassistenz, die deutlich zurückhaltender und situationsgerechter agiert als bei vielen anderen Fahrzeugen aus chinesischer Produktion. Hier war offenbar der Mercedes-Einfluss bei der Feinabstimmung spürbar. Kleiner Wermutstropfen: Der adaptive Tempomat endet bei 150 km/h. Bei 645 PS darf man das als kleine Ironie der Geschichte betrachten.

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Das Urteil in Kurzform
60.900 Euro für ein Fahrzeug, das Tesla Model Y Performance, Hyundai Ioniq 5 N und Kia EV6 GT herausfordert und in mehreren Disziplinen übertrifft. Das Ladekonzept ist das beste in dieser Preisklasse, das Platzangebot schlägt alle Wettbewerber, und das Brabus-Paket ist kein aufgeklebtes Badge, sondern ein spürbarer Unterschied. Die Bedienung braucht Eingewöhnung, die Sitze dürfen sportlicher sein, und die Software war zum Testzeitpunkt noch nicht ganz fertig. Aber ein Over-the-Air-Update hat bereits nachgebessert, und weitere dürften folgen.
Den vollständigen Test mit allen technischen Daten, Tabellen und detaillierten Eindrücken aus dem Fahralltag gibt es auf InsideEVs.de.
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