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Renault Grand Modus: Neuer Stretch-Van im Miniaturformat

16 Zentimeter längere Version des Modus mit 100-PS-Turbobenziner im Test

Mini-Stretch-Van

Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Von: Stefan Leichsenring

12. Dez. 2007 um 12:20 Uhr

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Stretch-Limos, also gestreckte Limousinen, gehören zum festen Repertoire amerikanischer Autohersteller. Die Franzosen übertragen das Rezept auf Vans: Nach dem Renault Espace und dem Scénic erscheint nun auch der Minivan Modus in einer Langversion. Mit 16 Zentimeter mehr Länge und neun Zentimeter mehr Radstand ist der Grand Modus deutlich größer als der normale Modus. Mit 4,03 Meter Länge kann das Auto nun direkt gegen den Segmentbestseller Opel Meriva antreten – der Modus war und ist dazu zu klein. Um herauszufinden, was der Stretch-Van im Miniformat taugt, haben wir das Auto für Sie getestet.

Optisch dem Modus recht ähnlich
Auf den ersten Blick unterscheidet sich der Grand Modus kaum von seinem kleineren Artgenossen. Stehen beide Autos nebeneinander, fällt aber das dritte Seitenfenster des Grand Modus auf. Auch innen muss man zweimal hingucken, um die Unterschiede zu erkennen. Wie beim Modus befinden sich die Instrumente in der Mitte des Armaturenträgers. Im Fond sind die Unterschiede deutlicher. Beim Modus gibt es hier die so genannte Triptic-Bank. Diese lässt sich um etwa 15 Zentimeter längs verschieben. Um sie beim Zurückschieben zwischen den Radkästen hindurchzubekommen, lässt sich die Bank mit einem Hebel in der Breite verstellen. Beim Grand Modus ist die Sitzbank ebenfalls längs verschiebbar, doch ist der Triptic-Mechanismus hier wegen der größeren Fahrzeuglänge nicht nötig. Wie beim Modus kann man die Sitze beim Grand Modus in die Senkrechte klappen. Trotz der gewachsenen Länge ist das nicht problemlos möglich: Man muss die Vordersitze zuvor recht weit nach vorne rücken. Schon mittelgroße Fahrer haben dann zu wenig Platz.

Mehr Platz für die Fondpassagiere
In der zweiten Reihe finden jedoch bei nach hinten geschobener Bank auch Große genug Raum. Die Fondpassagiere profitieren also von der gewachsenen Länge. Auch der Kofferraum ist größer. Statt 217 bis 1.302 Liter kann man in der Langversion 305 bis 1.454 Liter unterbringen. Mit dem Opel Meriva kann der Grand Modus damit noch nicht mithalten. Nach dem Umklappvorgang bietet sich jedoch wie beim Opel-Minivan eine komplett ebene Ladefläche. Anders als bei diesem wird beim Renault der Zugang zum Laderaum aber durch eine Schwelle erschwert, so dass man schweres Ladegut beim Ausladen anheben muss. Insgesamt gefällt uns das Sitzsystem des Meriva besser.

Sechs Motoren
Trotz der gestiegenen Länge wiegt der Grand Modus nur 70 Kilo mehr als der Modus. Deswegen genügen die vom kleinen Bruder her bekannten Motoren. Sechs Aggregate werden angeboten: drei Benziner mit 75, 100 und 112 PS sowie drei Diesel mit 68, 86 und 103 PS. Die von uns gefahrene Version 1.2 16V TCE besitzt 100 PS und einen Turbolader – ein typischer Downsizing-Motor also, mit kleinem Hubraum und Aufladung. Doch merkt man dem Aggregat weder die 100 PS noch den Turbo an.

Turbo mit geringem Drehmoment
Eher fährt sich diese Variante wie ein nicht aufgeladener 80-PS-Benziner. Das liegt wohl am knappen Drehmoment: Der Maximalwert von 145 Newtonmeter reicht noch nicht mal an die Zahl des kleinsten Diesels heran. Es steht auch erst bei 3.000 Touren zur Verfügung. Das vehemente Losstürmen, das an vielen Turbobenzinern begeistert, fehlt hier. Wie ein 1,2-Liter-Winzling fährt sich das Aggregat allerdings auch nicht. Mit dem 1.2 16V TCE ist der Grand Modus ausreichend motorisiert, aber nicht viel mehr. Der Motor ermöglicht eine Spurtzeit von 11,4 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Das Geräuschniveau ist bemerkenswert gut. Den Verbrauch gibt Renault mit 5,9 Liter auf 100 Kilometer an. Unser Bordcomputer zeigte wie gewohnt höhere Werte an: 8,1 bis 8,2 Liter.

ESP nur gegen Aufpreis
Das Fahrwerk wurde gegenüber dem Modus kaum verändert. Dank Querstabilisatoren vorne und hinten hält sich das immerhin 1,59 Meter hohe Fahrzeug auch in Serpentinen wacker: Die Seitenneigung bleibt in Grenzen. ESP ist nur beim Top-Benziner und dem stärksten Diesel serienmäßig. Bei den anderen Varianten werden 500 Euro Aufpreis fällig.

Nur zwei Ausstattungen
Ansonsten haben alle Grand Modus die kleinwagentypischen vier Airbags und sollen damit die Bestwertung von fünf Sternen im EuroNCAP-Crashtest erreichen. Zwei weitere Luftsäcke gibt es ab der Ausstattung Dynamique. Die einzige andere Ausstattungsversion heißt Authentique. Wer sich bei Renault auskennt, weiß, dass diese Bezeichnung nicht auf eine besonders authentische, sondern auf eine bodenständige Variante hindeutet. Immerhin gehören eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung und elektrische Fensterheber vorne zum Standard. Wer eine Klimaanlage, ein CD-Radio und elektrische Fensterheber hinten möchte, wählt die Version Dynamique.

1.500 Euro teurer als der Modus
Der Grand Modus kommt am 18. Januar 2008 auf den Markt. Die Einstiegsversion mit 75-PS-Benziner kostet 12.950 Euro und ist damit exakt gleich teuer wie die gleich motorisierte Basisvariante des Modus. Doch bedeutet ,größer" auch hier ,teurer". Denn der Grand Modus ist in der Grundversion Authentique schlechter ausgestattet als der Modus in seiner Basisvariante Avantage. Ausstattungsbereinigt ist der Grand Modus 1.500 Euro teurer als der Modus. Den 1.2 16V TCE gibt es ab 13.950 Euro. Die gefahrene Version Dynamique kostet 16.450 Euro. Nur zehn Euro teurer ist der ähnlich ausgestattete Opel Meriva mit dem 105 PS starken 1,6-Liter-Motor. Preislich liegen die beiden Autos also in engster Nachbarschaft. Die Fahrleistungen sind beim Meriva deutlich schlechter, dafür hat das Auto nach wie vor das bessere Sitzsystem.

Wertung

Preisliste

Renault Grand Modus 1.2 16V TCE

Grundpreis: 13.950 Euro

Modell Preis in Euro Authentique 13.950 Dynamique 16.450

Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP 500 (incl. ASR) Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn 380 (durchgehend für vorne und hinten) Seitenairbags hinten - elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. Fensterheber hinten 150 Klimaanlage im Paket Klimaautomatik 400 Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie CD-Radio 160 MP3 50 elektr. Schiebedach 850 Metalliclackierung 450 Leichtmetallfelgen ab 600 Lederausstattung 1.200 Nebelscheinwerfer 200

Fahrradträger Velofix 300 Licht- und Scheibenwischerautomatik 200 Sitzheizung vorne 200

Datenblatt

Motor und Antrieb Motorart Otto-Reihenmotor, SOHC, Turbolader  Zylinder 4  Ventile 4  Hubraum in ccm 1.149  Leistung in PS 100  Leistung in kW 74  bei U/min 3.000  Drehmoment in Nm 145  Antrieb Frontantrieb  Gänge 5  Getriebe Schaltung  Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.471  Spurweite hinten in mm 1.456  Radaufhängung vorn McPherson mit unterem Querlenker, Querstabilisator  Radaufhängung hinten Verbundlenkerachse mit Schraubenfedern  Bremsen vorn Scheiben, innenbelüftet, 260 mm  Bremsen hinten Trommeln, 203 mm  Wendekreis in m 10,7  Räder, Reifen vorn 6 J x 15 mit Reifen 185/60 R 15  Räder, Reifen hinten 6 J x 15 mit Reifen 185/60 R 15  Lenkung elektrische Servolenkung, geschwindigkeitsabhängig  Maße und Gewichte Länge in mm 4.034  Breite in mm 1.709  Höhe in mm 1.589  Radstand in mm 2.575  Leergewicht in kg 1.235  Zuladung in kg 415  Kofferraumvolumen in Liter 305  Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.454  Anhängelast, gebremst in kg 900  Dachlast in kg 80  Tankinhalt in Liter 51  Kraftstoffart Super  Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 180  Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 11,4  EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 5,9  EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 7,6  EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 5,0  CO2-Emission in g/km 140  Schadstoffklasse Euro 4  Fixkosten Haftpflicht-Klasse 12  Teilkasko-Klasse 17  Vollkasko-Klasse 17  Service-Intervalle alle 20.000 km oder alle 12 Monate  Garantie Zwei Jahre, 12 Jahre gegen Durchrostung 

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