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Charmanter Enkel

Das neue VW Beetle Cabriolet im Test

Offener Käfer-Enkel

Matthias Naumann Matthias Naumann

Von: Matthias Naumann

3. Dez. 2012 um 18:26 Uhr

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Santa Monica (Kalifornien/USA), 5. Dezember 2012 – Die Lenkung ist schon recht schwammig. Die Schaltung hakt. Und das Bremspedal will kräftig getreten werden, damit das Auto rechtzeitig zum Stehen kommt. Trotzdem macht es mächtig Spaß, mit dem offenen VW an der amerikanischen Pazifikküste entlang zu cruisen. Wohlwollende Blicke fliegen uns und unserem Auto zu, obwohl sich viele Bewohner zwischen Santa Monica und Malibu sicherlich teurere und exklusivere Fahrzeuge leisten können. Aber das Käfer Cabriolet kommt eben einfach gut an in Kalifornien. Die Rede ist wohlgemerkt vom klassischen Käfer – in diesem Fall Baujahr 1980, mit rund 66.000 Kilometer auf dem Buckel. Genau dessen Geist will Volkswagen mit dem Beetle Cabriolet von der Vergangenheit in die Zukunft transportieren. Es könnte tatsächlich gelingen, wie unsere erste Ausfahrt mit dem neuen Open-Air-Käfer beweist.

Länger, sportlicher, maskuliner
Eineinhalb Jahre nach dem geschlossenen Beetle soll ab Februar 2013 das Cabriolet für Fahrspaß und Freude unter freiem Himmel sorgen. Länger, breiter, sportlicher und – vor allem – maskuliner als der Vorgänger geht der offene Beetle an den Start. Das Image des Frauenautos will der Nachfolger des New Beetle gerne ablegen. Künftig sollen Männlein und Weiblein gleichermaßen angesprochen werden. Die Grundproportionen mit stämmiger Karosserie, breiten Radhäusern und vielen Rundungen übernimmt das Cabriolet weitgehend vom geschlossenen Bruder. Die straff sitzende schwarze Stoffmütze öffnet sich auf Knopfdruck binnen 9,5 Sekunden vollautomatisch. Das Verdeck legt sich hinter den Fondsitzen zusammen. Darüber kann von Hand eine ,Persenning" montiert werden, die wie schon beim Urahnen vor Schmutz und Feuchtigkeit schützt.

Geräuschdämmendes Verdeck
Offen bietet der Beetle so viel Frischluft-Vergnügen, wie man das von einem Cabriolet erwarten darf. Wie der Vor-Vorfahre, der erstmals 1949 vom Band lief, verzichtet der Enkel auf einen feststehenden Überrollbügel. Im Falle eines Überschlags fährt hinter den Rücksitzen ein automatischer Überrollschutz aus. Geschlossen wird das Stoffverdeck ebenfalls per Knopfdruck in 11,0 Sekunden. Die zusätzlichen eineinhalb Sekunden genehmigt sich die Elektrohydraulik, um das Dach im Rahmen der Windschutzscheibe zu verankern. Geschlossen greift das Cabriolet die Buckelform des Coupés auf und avanciert beinahe zu selbigem. Die Rundumsicht nach hinten könnte besser sein, doch bezüglich Dichtheit und Geräuschdämmung verrichtet die Mütze hervorragende Arbeit. Zumindet bis Tempo 120 dringt kein Zischen, kein Windgeräusch und kein Tropfen Wasser in den Innenraum. Das Beetle Cabriolet ist also mitnichten nur ein Auto für Sonnenschein.

Vier Sitze und ein schlichtes Cockpit
Für die Passagiere verspricht Volkswagen vier vollwertige Plätze. Die beiden Sitze im Fond können für kurze Wegen genutzt werden, langstreckentauglich sind sie für Erwachsene keinesfalls. Es geht sehr eng zu, gibt kaum Beinfreiheit und die Rückenlehnen stehen zu steil. Letztere lassen sich im Gegensatz zum Vorgänger jetzt umklappen. Die dadurch entstehende Durchreiche in die Fahrgastzelle ist allerdings nicht sonderlich groß. Der Kofferraum ist cabrio-typisch schlecht zugänglich und bietet mit 225 Liter Volumen maximal Platz fürs Wochenendgepäck. Der zweitägige Sommerausflug sollte allerdings kein Problem darstellen. Das Beetle-Cockpit ist schlicht, übersichtlich und dennoch wertig gestaltet, wie man es in modernen Autos nur noch selten findet. Die Armaturentafel ist serienmäßig schwarz-glänzend lackiert. Auf Wunsch kann sie auch in der Wagenfarbe geordert werden, also etwa in gelb, rot oder blau. Es ist allerdings zu befürchten, dass die Lackflächen in der Kabine im Laufe der Zeit sichtbare Gebrauchsspuren und Kratzer bekommen.

Drei Benziner und zwei Diesel
Die Motorenpalette umfasst die aus dem geschlossenen Beetle bekannten Triebwerke mit Aufladung und Direkteinspritzung: Benziner mit 105, 160 und 200 PS sowie Diesel mit 105 und 140 PS. Die beiden von uns gefahrenen Topmotorisierungen geben naturgemäß wenig Anlass zur Kritik. Der etwas raue 2.0 TDI mit 140 PS sorgt für tadellosen Durchzug bereits aus dem Drehzahlkeller. Mit einem Normverbrauch von 5,1 Liter gibt sich der Selbstzünder zudem genügsam. Der deutlich sportlichere 2.0 TSI mit 200 PS gefällt durch ambitionierte Fahrleistungen und seinen Klang, der ein wenig an die einstigen Boxermotoren im Heck des Käfers erinnert. Erstaunlich straff fällt das Fahrwerk des Beetle aus. Das sorgt zwar für Spaß in Kurven, könnte für einen gemütlichen Cruiser aber auch etwas komfortabler federn. So sind Querfugen relativ deutlich zu spüren.
Günstiges Cabrio-Vergnügen
Das Beetle Cabriolet startet als 1.2 TSI bei 21.350 Euro, der günstigste Diesel 1.6 TDI kostet 23.800 Euro. Der Aufpreis gegenüber dem geschlossenen Bruder beträgt jeweils 4.200 Euro. Auch wenn es sich auf den ersten Blick nicht so anhört, so ist der Beetle – sieht man von Smart und Fiat 500 ab – eines der günstigsten Cabrios auf dem deutschen Markt. Der offene Mini liegt je nach Motorisierung etwa gleichauf, bietet aber deutlich weniger Platz. Apropos Mini: Von der Lifestylemarke hat sich VW in anderer Hinsicht inspirieren lassen: Denn auch für das Beetle Cabriolet stehen zahlreiche Individualisierungsmöglichkeiten zur Verfügung, in Form von unterschiedlichen Rädern, Zierstreifen und Einstiegsleisten.

Wertung

Preisliste

VW Beetle Cabriolet 2.0 TDI

Grundpreis: 26.100 Euro

Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP Serie ASR Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie Klimaanlage 910 (im Paket) Klimaautomatik 1.275 (im Paket) Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Automatikgetriebe 1.850 Bildschirmnavigation 665 CD-Radio Serie MP3 Serie Metalliclackierung 525 Leichtmetallfelgen ab 455 Sitzhöheneinstellung Serie Tempomat 205 Lederausstattung 2.125 Xenonlicht 760 Nebelscheinwerfer 185

Parksensoren vorn und hinten 550 Rückfahrkamera 280 Windschott 325 Zusatzinstrumente auf der Instrumententafel 150

Datenblatt

Motor und Antrieb Motorart Reihen-Dieselmotor mit Turboaufladung und Common-Rail-Direkteinspritzung  Zylinder 4  Ventile 4  Hubraum in ccm 1.968  Leistung in PS 140  Leistung in kW 103  bei U/min 1.750 bis 2.500  Drehmoment in Nm 320  Antrieb Frontantrieb  Gänge 6  Getriebe Schaltgetriebe  Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.578  Spurweite hinten in mm 1.544  Radaufhängung vorn Einzelradaufhängung, McPherson-Federbeine und Schraubenfedern, Stabilisator  Radaufhängung hinten Koppellenkerachse, Längslenker, Schraubenfedern, Stabilisator  Bremsen vorn innenbelüftete Scheiben, 288 mm  Bremsen hinten Scheiben, 253 mm  Wendekreis in m 10,8  Räder, Reifen vorn 215/60 R16, 6,5J x 16  Räder, Reifen hinten 215/60 R16, 6,5J x 16  Lenkung elektromechanische Servolenkung, geschwindigkeitsabhängig  Maße und Gewichte Länge in mm 4.278  Breite in mm 1.808  Höhe in mm 1.473  Radstand in mm 2.540  Leergewicht in kg 1.482  Zuladung in kg 463  Kofferraumvolumen in Liter 225  Tankinhalt in Liter 55  Kraftstoffart Diesel  Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 196  Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 9,9  EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 5,1  EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 6,4  EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 4,4  CO2-Emission in g/km 134  Schadstoffklasse Euro 5 

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