Home
Kia
Ceed
Tests
Noch ein bisschen schicker
Der neue Kia Pro_Cee'd im Test

Matthias Naumann 
Von: Matthias Naumann
21. Mär. 2013 um 16:35 Uhr
Als bevorzugte Quelle Motor1.com auf Google hinzufügen
- (https://twitter.com/intent/tweet?url=https%3A%2F%2Fde.motor1.com%2Freviews%2F157184%2Fder-neue-kia-pro-ceed-im-test-noch-ein-bisschen-schicker%2F&text=Noch%20ein%20bisschen%20schicker&via=Motor1DE)
- Kopie
Teilen
Warum drei Türen, wenn es auch fünf sein können? Und warum für zwei Türen weniger auch noch 300 Euro mehr zahlen? Diese Frage stellt sich im Zusammenhang mit dem neuen Kia Pro_Cee'd. Doch kompakte Dreitürer treten schon länger nicht mehr als preisgünstige Einstiegsvarianten, sondern als sportlich-elegante Ableger ihrer fünftürigen Geschwister an. Das ist beim Opel Astra GTC so, beim Renault Mégane Coupé und jetzt eben auch beim Pro_Cee'd. Der Dreitürer mit dem wenig eingänglichen Namen komplettiert jetzt das Cee'd-Programm um die wohl schönste Karosserievariante.
Eigenständige Seiten- und Heckansicht
Hinsichtlich der Außenabmessungen unterscheidet sich der Pro_Cee'd kaum von seinem fünftürigen Bruder: 4,31 Meter lang, 1,78 Meter breit und 2,65 Meter Radstand. Allerdings verläuft die Dachlinie vier Zentimeter niedriger. Weitere Änderungen sind in der Seitenansicht zu erkennen. Die B-Säule wurde 22 Zentimeter nach hinten versetzt, die C-Säule ist deutlich breiter geworden, die Fensterlinie steigt stärker nach hinten an und endet mit einem markanten Knick nach oben. Die eigenständige Heckpartie ist muskulöser gezeichnet. Ein neuer Stoßfänger, eine andere Heckklappe und kleinere Rückleuchten unterstreichen den dynamischen Auftritt.
Auch hinten sitzt man bequem
Zielgruppe des neuen Pro_Cee'd sind vor allem Singles und junge Paare. Doch obwohl viel Wert auf einen schicken Auftritt gelegt wurde, kommt der praktische Nutzwert nicht zu kurz. Der Gepäckraum besitzt zwar eine etwas schmalere Öffnung, bietet im Normalzustand jedoch wie beim Fünftürer ein Fassungsvermögen von 380 Liter – das sind exakt so viel wie beim VW Golf. Lediglich bei umgeklappten Rücksitzlehnen fällt das Kofferraumvolumen geringer aus als beim Fünftürer: 1.225 statt 1.318 Liter. Der Einstieg in den Fond ist wie bei allen Dreitürern nur mit Verrenkungen möglich, dafür erwartet die Passagiere hinten ein manierliches Platzangebot. Bein- und Kniefreiheit gehen absolut in Ordnung, nach oben haben Personen bis 1,80 Meter Körpergröße Platz. Die kleinen Fensterflächen hinten erschweren nicht nur die Rundumsicht für den Fahrer, sondern rauben Reisenden im Fond auch die Möglichkeit, sich ausführlich die Umgebung anzusehen.
Cockpit: Schlicht, aber übersichtlich
Da haben es Fahrer und Beifahrer im Pro_Cee'd deutlich besser. Die flach stehende, weit nach unten gezogene Windschutzscheibe bietet zumindest nach vorne einen tadellosen Ausblick. Das überwiegend in Schwarz gehaltene Cockpit wirkt in der Basisausführung recht schlicht und duster, in den höherwertigen Ausstattungen sorgt der Einsatz von Chrom, Klavierlack und auf Wunsch einer zweifarbigen Polsterung für ein bisschen Pepp. Materialwahl und Verarbeitung gehen in Ordnung, die Bedienung erfolgt intuitiv. Lediglich das Multifunktionslenkrad ist mit zu vielen Tasten übersät. Für vergleichsweise günstige 1.000 Euro gibt es ein Navigationssystem mit Siebenzoll-Touchscreen, ansprechender Grafik und Sprachsteuerung.
Zwei eher müde Motoren
Für den Antrieb stehen die beiden stärkeren aus dem Cee'd bekannten Motoren zur Wahl: als Diesel der 1.6 CRDI und auf Benzinerseite der 1.6 GDI. Die beiden Vierzylindertriebwerke sind aber nicht gerade ein Ausbund an Spritzigkeit. Der aufgeladene Selbstzünder fühlt sich nicht nach 128 PS an. Und der leise, laufruhige Benzindirekteinspritzer bietet ebenfalls nur bedingt Fahrspaß. 135 PS und mäßige 165 Newtonmeter Drehmoment sorgen auch nicht für sonderlich spektakuläre Fahrleistungen: 9,9 Sekunden vergehen für den Spurt von null auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 195 km/h. Passend zum dynamischen Aussehen des Pro_Cee'd wären etwas sportlichere Motoren wünschenswert. Die stehen immerhin in den Startlöchern. Ab Sommer 2013 ergänzt ein neuer 1,6-Liter-Turbobenziner mit 204 PS das Angebot. Solange müssen sich die Kunden mit den beiden vorhandenen Aggregaten begnügen. Der von uns gefahrene 1.6 GDI, serienmäßig mit einer Sechsgang-Schaltung kombiniert, gönnt sich laut Hersteller 6,1 Liter Super auf 100 Kilometer. In der Praxis werden daraus schnell Werte zwischen acht und neun Liter. Ein Start-Stopp-System gibt es für den Benziner nur in der Topausstattung Spirit.
Verstellbare Lenkung
Bei unseren Testfahrten in den französischen Seealpen präsentierte sich der Pro_Cee'd straff genug gefedert, um Kurven auch zügig problemlos zu absolvieren. Dennoch bietet das Fahrwerk guten Alltagskomfort, verzeiht kleine Unebenheiten und überträgt nur kurze Stöße zu direkt auf die Insassen. Die so genannte ,Flex-Steer-Lenkung" wechselt auf Knopfdruck zwischen den Einstellungen Normal, Comfort und Sport. Je nach Fahrweise und individuellen Vorlieben kann der Fahrer sie etwas leicht- oder schwergängiger handhaben. Genügend Rückmeldung bietet die Lenkung bereits im Normal-Modus.
Los geht's unter 20.000 Euro
Der neue Pro_Cee'd startet als 1.6 GDI bei 18.490 Euro, der Diesel ist ab 19.890 Euro zu haben. Das entspricht – wie eingangs bereits erwähnt – einem Aufpreis von 300 Euro gegenüber dem entsprechenden Fünftürer. Wie von Kia gewohnt, sind Extras überwiegend an feste Ausstattungslinien und Options-Pakete gebunden. Optionen wie der Spurhalteassistent, Xenonscheinwerfer, Ledersitze oder die Lenkradheizung können nicht einzeln hinzugebucht werden. Doch selbst in der Topvariante Spirit (21.590 Euro) ist der Pro_Cee'd 1.6 GDI immer noch günstiger als die vergleichbar motorisierten Opel Astra GTC (22.250 Euro), Renault Mégane Coupé (22.690 Euro) und VW Scirocco (23.100 Euro) in der jeweiligen Basisausstattung.
Wertung
-
★★★★★★★★☆☆
Der neue Pro_Cee'd ist nicht nur die sportlichste der drei Cee'd-Karosserieversionen, sondern auch die schickste. Vor allem mit dem schnittigen Außendesign weiß der kompakte Dreitürer zu gefallen, der Innenraum hält da nicht ganz mit. Größtes Manko sind derzeit die Motoren, die das Attribut ,sportlich" nicht verdienen. Gespannt warten wir deshalb auf die GT-Variante, die mit 204 PS deutlich mehr Fahrspaß verspricht.
-
Antrieb
70%
leiser und laufruhiger 1,6-Liter-Benziner mäßiges Drehmoment, wenig Fahrspaß
-
Fahrwerk
80%
ausgewogenes Fahrwerk exakte Lenkung
-
Karosserie
90%
schicker Auftritt, kaum Platzeinbußen im Fond und im Kofferraum nach hinten recht unübersichtlich
-
Kosten
85%
selbst in der Topausstattung günstiger als die Konkurrenz Extras an Pakete und Ausstattungen gebunden
Preisliste
Kia Pro_Cee`d 1.6 GDI Edition 7
Grundpreis: 18.490 Euro
Modell Preis in Euro Kia Pro_Cee`d 1.6 GDI Vision 20.090 Kia Pro_Cee`d 1.6 GDI Spirit 21.590
Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP Serie ASR Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn Serie Kopfairbags hinten Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie Klimaanlage Serie Klimaautomatik Serie bei Spirit Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie ab Vision Bildschirmnavigation 1.000 (Vision) CD-Radio Serie MP3 Serie elektr. Schiebedach 990 (nur Spirit) Metalliclackierung 530 Leichtmetallfelgen Serie (16 Zoll) Sitzhöheneinstellung Serie Tempomat Serie ab Vision Lederausstattung 900 (Teilleder, nur Spirit) Xenonlicht 1.690 (im Paket, nur Vision) Kurvenlicht Serie bei Xenonlicht Nebelscheinwerfer 700 im Paket
Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe 1.500 (ab Vision) Berganfahrhilfe Serie Start-Stopp-System Serie bei Spirit Multifunktions-Lederlenkrad Serie Lenkradheizung 700 (im Paket) Sitzheizung vorn 700 (im Paket) Bluetooth-Freisprecheinrichtung 700 (im Paket) USB-, AUX- und iPod-Anschluss Serie Lenkrad mit drei einstellbaren Modi Serie ab Vision Einparkhilfe hinten 700 (im Paket) LED-Tagfahrlicht Serie ab Vision Performance-Paket unter anderem mit Spurhalteassistent, Einparkassistent und elektronischer Parkbremse 1.010(nur Spirit)
Datenblatt
Motor und Antrieb Motorart Reihen-Ottomotor mit Benzindirekteinspritzung Zylinder 4 Ventile 4 Hubraum in ccm 1.591 Leistung in PS 135 Leistung in kW 99 bei U/min 4.850 Drehmoment in Nm 165 Antrieb Frontantrieb Gänge 6 Getriebe Schaltgetriebe Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.555 Spurweite hinten in mm 1.563 Radaufhängung vorn McPherson-Federbeine mit Gasdruckstoßdämpfern Radaufhängung hinten Mehrlenkerachse mit Stabilisatoren Bremsen vorn innenbelüftete Scheiben, 300 mm Bremsen hinten Scheiben, 262 mm Wendekreis in m 10,3 Räder, Reifen vorn 205/55 R16, 6,5 x 16 Räder, Reifen hinten 205/55 R16, 6,5 x 16 Lenkung Zahnstangenlenkung mit elektrischer Servounterstützung Maße und Gewichte Länge in mm 4.310 Breite in mm 1.780 Höhe in mm 1.430 Radstand in mm 2.650 Leergewicht in kg 1.267 Zuladung in kg 553 Kofferraumvolumen in Liter 380 Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.225 Anhängelast, gebremst in kg 1.400 Dachlast in kg 80 Tankinhalt in Liter 53 Kraftstoffart Super Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 195 Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 9,9 EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 6,0 EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 7,8 EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 4,8 CO2-Emission in g/km 137 Schadstoffklasse Euro 5 Fixkosten Service-Intervalle 30.000 km oder 24 Monate Garantie 7 Jahre oder 150.000 km
Bildergalerie: Warum drei statt fünf?
Kia
- Make: Kia
- Model:
- URL: Kia

29

Diesen Artikel teilen
- (https://twitter.com/intent/tweet?url=https%3A%2F%2Fde.motor1.com%2Freviews%2F157184%2Fder-neue-kia-pro-ceed-im-test-noch-ein-bisschen-schicker%2F&text=Noch%20ein%20bisschen%20schicker&via=Motor1DE)
- Kopie
Meistgelesen

Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht
AKTUELLSTE ARTIKEL
- Benimar Kaleo (2026): Viel Wohnmobil für unter 60.000 Euro? 20 Okt. - Campingmobile
- Mazda CX-80 Diesel (2026) im Video: Ist Downsizing doch Unsinn? 20 Okt. - Einzeltests
- Geld für Autozubehör sparen? Skoda hat eine ungewöhnliche Idee ... 20 Okt. - Designstudien
- Offroad-Klassiker neu gedacht: 212 kommt als Dreitürer nach Deutschland 20 Okt. - Auto News
- Mercedes eröffnet neues Classic Center: Ein Blick hinter die Kulissen 20 Okt. - Historie und Oldtimer
- ADAC-Kindersitztest 2026: Zwei Modelle fallen durch 20 Okt. - Ratgeber
- BMW F 450 RR (2027): Rennstrecken-Feeling für Einsteiger 20 Okt. - Motorrad
Auch interessant

Neuer Kia Sportage für 2027 erstmals als Erlkönig erwischt

Benimar Kaleo (2026): Viel Wohnmobil für unter 60.000 Euro?

So sieht der Innenraum des neuen Kia EV5 aus

Mazda CX-80 Diesel (2026) im Video: Ist Downsizing doch Unsinn?

German Car of the Year 2027: Das sind die Klassensieger

Geld für Autozubehör sparen? Skoda hat eine ungewöhnliche Idee ...

Kia Seltos vs. Toyota Corolla Cross: Vergleich der Kompakt-SUVs