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Überarbeiteter Lexus LS 460 im Test

S-Klasse auf Japanisch

S-Klasse auf Japanisch

Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Von: Stefan Leichsenring

7. Mai 2013 um 13:01 Uhr

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Der Lexus LS ist so etwas wie die japanische Antwort auf die Mercedes S-Klasse. Doch während von der deutschen Oberklasselimousine im Jahr 2012 rund 3.300 Stück in Deutschland verkauft wurden, waren es vom LS gerade mal 15 Exemplare. Liegt das nun an der mangelnden Bekanntheit oder am Wagen selbst? Wir haben das Auto getestet.

Vier Versionen
Die 2006 eingeführte, vierte Generation des LS wurde jüngst überarbeitet. Nach wie vor werden vier Versionen angeboten: die allradgetriebene Hybridvariante LS 600h mit 445 PS Systemleistung als Normal- und als Langversion sowie der LS 460 mit einem 387 PS starken V8-Benziner, und zwar wahlweise mit Hinterrad- oder Allradantrieb. Wir wählten den LS 460 ohne AWD. Alle Varianten erhielten bei der Überarbeitung den jetzt markentypischen Diabolo-Kühlergrill. Innen wurde die Zahl der Bedienelemente verringert. Doch noch immer ist das Cockpit übersäht von Knöpfchen, auch für weniger wichtige Details wie die senkrechte Verstellung der Gurtbefestigung. Statt eines Acht-Zoll-Displays gehört nun ein riesiger 12,3-Zoll-Monitor zum serienmäßigen Navi – der größte, bisher in einem Serienfahrzeug verbaute. Gesteuert werden die Inhalte über ein wackeliges Hebelchen in der Mittelkonsole. Damit bewegt man den Cursor wie mit einem Joystick, doch folgt die Bewegung einem Raster wie bei einem Drehrad. Die Bedienung ist schwieriger als bei einem Touchscreen. So trifft man die einzelnen Schaltflächen auf dem Monitor nur schwer.

Getrübtes Bild bei der Ergonomie
Auch sonst trüben ein paar ärgerliche Details das Bild in puncto Ergonomie. Die elektronische Handbremse löst sich nicht automatisch beim Losfahren, außerdem ist der Knopf dafür an einer sehr ungewöhnlichen Stelle angebracht: rechts neben dem Lenkrad. Und beim Abstellen des Wagens muss unbedingt zuerst der Automatik-Wahlhebel in die P-Stellung gebracht werden, bevor man den Motor abschaltet. Versucht man es andersherum, lässt sich das Auto nicht verriegeln. Ansonsten bietet das Interieur zwar hochwertige Materialien, die Zusammenstellung wirkt aber eher durcheinander gewürfelt.

Beschleunigung? Ausreichend
Auch technisch wurde der LS 460 weiterentwickelt. So bietet der Achsantrieb nun einen geringeren Widerstand, das Motoröl ist weniger viskos. Das senkt den Normverbrauch von 11,1 auf 10,7 Liter. Die Leistung stieg minimal von 381 auf 387 PS. Sie ist, wie es früher mit schönem, britischem Understatement bei Rolls-Royce hieß, ausreichend. Und damit auch die Beschleunigung: Der Tempo-100-Sprint gelingt in 5,7 Sekunden, das ist schon fast Porsche-Liga. Dabei klingt der Lexus gut, schnurrt mehr als zu knurren. Das ist allerdings nur der Fall, wenn man es wirklich darauf anlegt. In der Stadt oder bei entspanntem Fahren hält sich der Lexus akustisch extrem zurück. Die 473 Newtonmeter Drehmoment liegen zwar erst bei 4.100 Touren an, aber auch darunter steht davon massig zur Verfügung. So zeigt der Drehzahlmesser bei konstantem Stadttempo gerade mal 1.200 U/min, und viel mehr ist innerorts auch beim Beschleunigen nicht nötig.

Auf Schleichfahrt
Man fühlt sich im Lexus LS wie auf einem fliegenden Teppich, die Fahrt ist flüsterleise und kommod. Neue Hohlkammerfelgen tragen dazu bei. Und natürlich das serienmäßige Luftfahrwerk mit adaptiven Dämpfern. In puncto Fahrkomfort gibt es nichts auszusetzen. In sportlich genommenen Kurven allerdings hängt man unschön im Sitz: Die Karosserie neigt sich deutlich nach außen, außerdem ist Seitenhalt in den Sitzen Fehlanzeige. Nun gut, Sport ist eben nicht die Sache des Lexus. Vor allem nicht im Eco-Fahrmodus, im Sportmodus wird das Wanken etwas geringer. Diese beiden Betriebsarten und drei weitere werden im neuen LS über ein Drehrad in der Mittelkonsole statt über Schalter eingestellt. Die Modi beeinflussen die Antriebs- und Federungscharakteristik, allerdings nur moderat. Wer es sportlicher mag, kann beim überarbeiteten Modell die straffer abgestimmte F-Sport-Version ordern. Diese bietet anders als die getestete Variante auch Schaltwippen für die Achtstufenautomatik. Außerdem soll die Lenkung dort direktere Rückmeldung geben. Doch auch im normalen LS 460 gibt die Lenkung wenig Anlass zu Kritik, ist weder zu leicht-, noch zu schwergängig.

Unter 14 Liter
Ein Zwei-Tonnen-Fahrzeug mit einem V8-Benziner kann natürlich nicht so sparsam sein wie ein Golf Diesel. Bei den absolvierten Testfahrten genehmigte sich der LS 13,9 Liter. Bei höherem Stadtanteil wäre der Wert noch deutlich höher gewesen. Im Lexus-Datenblatt steht ein Normverbrauch von 10,7 Liter, wesentlich mehr als beim vergleichbaren Mercedes S 500 der nun auslaufenden Generation, der mit 9,4 Liter auskommen soll. Dafür liegt der Preis des Lexus rund 7.000 Euro niedriger. Den LS 460 mit Hinterradantrieb gibt es für 92.800 Euro, während 99.663 Euro für den S 500 fällig werden. Schon beim Grundmodell LS 460 ist die Ausstattung üppig. Neben dem erwähnten aufwendigen Luftfahrwerk sind Lederausstattung, Xenonlicht, das Navi mit dem großen Bildschirm und vieles andere Standard. Wer noch mehr will, kann für 98.100 Euro die Variante F Sport ordern oder für 104.000 Euro die Version Luxury Line.

Wertung

Preisliste

Lexus LS 460

Grundpreis: 92.800 Euro

Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP Serie ASR Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn Serie Seitenairbags hinten Serie bei Luxury Line Kopfairbags hinten Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. Fensterheber hinten Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie (beheizbar, automatisch abblendend) Klimaautomatik Serie (2 Zonen) Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Automatikgetriebe Serie Bildschirmnavigation Serie (12,3-Zoll-Display) CD-Radio Serie (mit DAB, DAB+, DVD-Player, 10 Lautsprecher) MP3 Serie elektr. Schiebedach 1.350 Metalliclackierung 1.100 Leichtmetallfelgen Serie (18 Zoll) Sitzhöheneinstellung Serie (vorne, elektrisch) Tempomat Serie Lederausstattung Serie Xenonlicht Serie, mit Fernlichtassistent Kurvenlicht Serie (dynamisch) Nebelscheinwerfer Serie (LED-Technik)

adaptives Bremslicht mit Notbremserkennung Serie Motorstartknopf, elektromechanische Parkbremse mit Berganfahrhilfe Serie Luftfederung, adaptive Dämpfer Serie Fahrlicht- und Scheibenwischer-Automatik Serie Fahrspurassistent, Verkehrszeichenerkennung Serie elektrisch verstellbares Lenkrad mit Memoryfunktion Serie elektrisch öffnender und schließender Kofferraumdeckel Serie Sitzheizung und -belüftung vorne, Sitzheizung hinten (Außensitze) Serie Parkpiepser vorne und hinten Serie Abstandstempomat mit Anti-Kollisionssystem PCS, Totwinkelassistent 4.150 Abstandstempomat mit Anti-Kollisionssystem Advanced PCS, Totwinkelassistent, Spurhalteassistent, Nachtsichtassistent 8.700 Rear-Seat-Entertainment-System 5.000

Datenblatt

Motor und Antrieb Motorart Otto-Saugmotor in V-Bauweise  Zylinder 8  Ventile 4  Hubraum in ccm 4.608  Leistung in PS 387  Leistung in kW 285  bei U/min 4.100  Drehmoment in Nm 473  Antrieb Hinterradantrieb  Gänge 8  Getriebe Automatik  Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.610  Spurweite hinten in mm 1.610  Radaufhängung vorn Mehrlenkerachse, Luftfederung, adaptive Stoßdämpfer  Radaufhängung hinten Mehrlenkerachse, Luftfederung, adaptive Stoßdämpfer  Bremsen vorn belüftete Scheiben  Bremsen hinten belüftete Scheiben  Wendekreis in m 11,6  Räder, Reifen vorn 18-Zoll-Hohlkammerfelgen, Reifen 235/50R18  Räder, Reifen hinten wie vorne  Lenkung Zahnstangenlenkung mit Servounterstützung  Maße und Gewichte Länge in mm 5.090  Breite in mm 1.875  Höhe in mm 1.480  Radstand in mm 2.970  Leergewicht in kg 2.015  Zuladung in kg 440  Kofferraumvolumen in Liter 560  Tankinhalt in Liter 84  Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 250  Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 5,7  EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 10,7  EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 15,7  EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 7,8  CO2-Emission in g/km 249  Schadstoffklasse Euro 5  Fixkosten Steuer pro Jahr in Euro 372 

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