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Eine Seele von Auto?

Der Kia Soul mit 128-PS-Diesel im Dauertest

Eine Seele von Auto?

Roland Hildebrandt Roland Hildebrandt

Von: Roland Hildebrandt

9. Dez. 2016 um 13:17 Uhr

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,I'm a soul man. Got what I got, the hard way and I'll make better, each and every day." Irgendwann würde sich dieser Songklassiker lohnen, das war mir schon klar. Jetzt ist die Gelegenheit gekommen: Was passt schließlich besser zum Kia Soul als ,Soul Man" von Sam & Dave aus dem Jahr 1968? (Wer es nicht kennen sollte: Die Blues Brothers machten das Lied später berühmt.) Natürlich konnten die beiden Jungs nicht ahnen, dass man Jahrzehnte später im fernen Korea auf die Idee kam, ein lustig aussehendes Auto auf den Namen Soul zu taufen. Wir sind den Kia im Dauertest über mehrere Monate und insgesamt 6.682 Kilometer gefahren. Wie hat sich der kultige Kasten geschlagen?

Rollendes Ausrufezeichen
Definitiv ragt der kantige Soul aus der grauen Masse heraus, zumal, wenn er wie unser Modell im Farbton ,Toffeebraun Metallic" lackiert ist. Damit sieht er endgültig aus wie eine Vollmilch-Praline. Allerdings würde es ,bunte Mischung" besser treffen, denn es bleibt etwas unklar, was der Soul nun eigentlich sein soll. Ein SUV? Allrad gibt es nicht, aber ein sogenanntes ,SUV-Urban-Stylingkit", mit dem der Wagen fette 1,83 Meter breit wird. Also mehr ein Van? Dafür ist das Kofferraumvolumen (354 Liter im Normalzustand) zu mittelmäßig. Endgültig zwischen den Stühlen sitzt der Soul bei der Länge: 4,14 Meter sind zu viel für einen Kleinwagen, aber zu wenig für die Kompaktklasse.

Neuerdings mehr Kraft
Was hat unser Karamel-Kia zu bieten? Zunächst einen kräftigen Diesel mit 128 PS unter der Haube, schließlich ist die Kastenform des Koreaners nicht wirklich aerodynamisch. Doch lange gab es keine echte Alternative, weil der 132-PS-Saugbenziner nicht wirklich die Wurst vom Brot zieht. Erst nach einer kürzlich erfolgten Modellpflege (die aber optisch sehr moderat ausfällt) gibt es für 28.390 Euro auch einen Turbo-Otto mit 204 PS und serienmäßigem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Wichtig für Gebrauchtkäufer: Seit Juni 2015 ist der Diesel um acht PS erstarkt, er leistet seitdem 136 PS.

(Fast) alles inklusive
In Sachen Ausstattung weist unser Soul die Top-Ausstattung namens Spirit auf, bei der sich Kia nicht lumpen lässt. 18-Zoll-Alus, Klimaautomatik, Lenkrad- und Sitzheizung, eine Rückfahrkamera und ein Spurhalteassistent sind inklusive. Hinzu kommen als aufpreispflichtige Optionen das VIP-Paket mit Panoramadach und das Sound&Navi-Paket. Klingt kryptisch, beinhaltet aber ein Touchscreen-Navi, belüftete (!) Teilledersitze und sogar eine Sitzheizung hinten. Viel Komfort also, der aber auch mächtig ins Kontor schlägt: 29.410 Euro sind trotz All-Inclusive-Gefühl eine echte Ansage.

Prima Perspektive
Nach dem Einstieg fällt auf: Steile A-Säulen sorgen für eine gute Sicht nach draußen. Leider ist die Frontscheibe recht schmal. Die hohe Sitzposition gefällt nicht nur den Älteren. Hinzu kommt, dass die Vordersitze bequem sind. Im Laufe der Zeit wird uns der Kia Soul so immer sympathischer. Du sitzt hoch drin, blickst über eine Motorhaube, die so eben ist wie eine Tischtennisplatte und weißt, wo der Wagen zu Ende ist. Im Cockpit ist alles an der richtigen Stelle und wunderbar ablesbar. Auch im Fond gibt es mehr als genug Platz für die Mitfahrer. Nicht optimal gelöst ist die Kofferraumabdeckung: Ein Teil davon muss per Hand hochgeklappt werden. Vergisst man das Zurückklappen, ist die Sicht nach hinten weg.

Sachlichkeit ist Trumpf
Abgesehen von kleinen modischen Gimmicks ist der Soul innen viel sachlicher als erwartet. Man muss nicht groß überlegen, wo man draufdrücken muss, um etwa den Radiosender einzustellen. Aber auch außen hat Kia mitgedacht: So große und hoch liegende Rückleuchten (mit LED-Technik) sind heutzutage beinahe eine Ausnahme und sorgen für zusätzliche Sicherheit. Besonders gerne habe ich zum fast runden Schaltknauf gegriffen. Obwohl es kaum nötig war, denn der Diesel kann schaltfaul gefahren werden. Alternativ bietet Kia auch ein Doppelkupplungsgetriebe an, der Aufpreis beträgt aktuell 1.750 Euro. Einen Minuspunkt gibt es für die drei Einstellungen der Servolenkung. Optimal ist keine von ihnen. Leider ist der Motor kein Musterbeispiel an Laufruhe und Sparsamkeit. Zwischen unserem Durchschnittsverbrauch von 6,7 Liter und der Werksangabe von 5,0 Liter besteht eine ziemliche Differenz. Ob es am Schrankwand-Design des Soul liegt? Alternativ gibt es auch einen Elektro-Soul. Also Auto, nicht Musik.

Wertung

Datenblatt

Motor und Antrieb Motorart Turbodiesel, VGT, DOHC  Zylinder 4  Ventile 4  Hubraum in ccm 1.582  Leistung in PS 128  Leistung in kW 94  bei U/min 1.900-2.750  Drehmoment in Nm 260  Antrieb Frontantrieb  Gänge 6  Getriebe Schaltung  Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.560  Spurweite hinten in mm 1.573  Räder, Reifen vorn 7,5Jx18ET55 mit Reifen 235/45R18  Räder, Reifen hinten wie vorn  Maße und Gewichte Länge in mm 4.140  Breite in mm 1.831  Höhe in mm 1.618  Radstand in mm 2.570  Leergewicht in kg 1.383  Zuladung in kg 537  Kofferraumvolumen in Liter 354 *)  Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.367 *)  Tankinhalt in Liter 54  Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 180  Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 11,2  EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 5,0  CO2-Emission in g/km 132  Schadstoffklasse Euro 6  Fixkosten Garantie 7 Jahre  Weitere Informationen 1/moreName mit Unterflurfach 

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