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Opel Kadett Aero (1976-1978): Der seltenste Kadett C war ein Targa des kleinen Mannes

Vom Nichtganz-Cabrio wurden lediglich 1.224 Exemplare gebaut

Opel Kadett Aero (1976-1978)
Bild von: Opel
Roland Hildebrandt Roland Hildebrandt

Spätestens in den 1970er-Jahren drehte sich der Wind gegen das Thema Cabriolet. 1976 endete die Fertigung des offenen Cadillac Eldorado, 1979 beerbte das erste VW Golf Cabrio mit Bügel den Käfer. Bügellose Cabrios galten als unsicher, sodass viele Hersteller dem Vorbild des Porsche 911 Targa folgten und auf eine Art "Halb-Cabrio" setzten. So auch Opel..

Auf dem Genfer Autosalon im März 1976 präsentierte Opel den Kadett C Aero, der von der zweitürigen Limousine abgeleitet war. Der Aero verfügte über eine Karosserie im Targa-Stil mit einem abnehmbaren Hardtop über den Vordersitzen, einem Überrollbügel sowie einem hinteren Faltverdeck, was sofort die Aufmerksamkeit des Publikums und der Fachwelt auf sich zog. Das Fahrzeug bot zudem Sitze mit integrierten Kopfstützen.

Bildergalerie: Opel Kadett Aero (1976-1978)

Gefertigt wurde der Aero bei der renommierten Karosseriebau-Manufaktur Baur in Stuttgart. Im Mai 1976 kam die 4,13 Meter lange Cabriolimousine mit Targadach und abnehmbarer Kunststoffheckscheibe auf den Markt, anfänglich bestückt mit einem 1,2-Liter-Motor und einer Leistung von 44 kW (60 PS). Ausreichend für 13 Sekunden auf 100.

Ab Juli 1977 folgte eine stärkere 1,6-Liter-Variante mit 55 kW (75 PS). Zur Serienausstattung gehörten Reifen der Dimension 175/70 R 13 auf markanten Fünf-Stern-Leichtmetallfelgen sowie das umfangreiche SR-Ausstattungspaket, das unter anderem ein Vierspeichenlenkrad, einen Drehzahlmesser, eine Uhr und verschiedene Zusatzinstrumente wie ein Voltmeter und ein Öldruckmanometer umfasste.

Opel Kadett Aero (1976-1978)

Opel Kadett Aero (1976-1978)

Bild von: Opel

Hoher Preis, geringe Nachfrage

Im Herbst 1977 bewegte sich der Verkaufspreis für den halboffenen Kadett zwischen 14.500 und 15.155 DM, womit das Fahrzeug ein rundes Drittel teurer war als ein entsprechender Kadett L. Mit insgesamt nur 1.341 verkauften Exemplaren blieb der Markterfolg überschaubar, sodass die Produktion bereits im Juni 1978 wieder eingestellt wurde. Ein Grund: Der Aero wurde in sonnenstarke Märkte wie etwa Italien gar nicht exportiert.

Zehn Kadett Aero wurden vom Veredler Bitter im westfälischen Schwelm umgebaut und mit Kotflügelverbreiterungen, Lederausstattung, Leichtmetallrädern sowie einem Doppelvergaser ausgestattet; der Verkaufspreis dieser Sonderausführung lag bei 25.000 DM. Nach dem Ende des Modells bot Opel erst ab 1987 mit dem unter Hilfe von Bertone entworfenen offenen Kadett E wieder ein Cabriolet an.