Triumph Bonneville T40 (2027): Klassischer geht es kaum
Triumph erweitert seine 400er-Familie um zwei besonders klassische Modelle, die mit erstaunlich moderner Technik antreten
Mit der Bonneville verbindet Triumph mehr als sechs Jahrzehnte Motorradgeschichte. Bislang war der traditionsreiche Name größeren Modellen vorbehalten, doch jetzt dürfen auch die kleineren Einzylinder in die berühmte Familie einziehen. Die neue Bonneville T40 und ihre dunkel gehaltene Schwester T40 Black bringen den klassischen britischen Motorradstil in die 400-Kubik-Klasse. Ab Frühjahr 2027 stehen beide bei den Händlern.
Für Triumph ist das ein durchaus bedeutender Schritt. Schließlich zählt die Bonneville (auch oft "Bonnie" genannt) zu den bekanntesten Modellreihen des britischen Herstellers. Entsprechend sorgfältig hat man versucht, deren charakteristische Gestaltung auf die kompaktere Plattform zu übertragen. Technisch teilen sich die beiden Neulinge ihre Grundlage mit der bereits etablierten 400er-Baureihe, die inzwischen mehrere unterschiedliche Modellkonzepte umfasst.
Bildergalerie: Triumph Bonneville T40 (2026)
Klassische Linien bis ins kleinste Detail
Optisch orientiert sich die T40 eng an ihren größeren Schwestern. Der tropfenförmige Tank, der runde Scheinwerfer, die langen Schutzbleche und die beiden hinteren Federbeine ergeben eine Silhouette, die unmittelbar an die Bonneville-Modelle vergangener Jahrzehnte erinnert. Dazu passen die traditionellen Speichenräder mit 18 Zoll Durchmesser vorne und 17 Zoll hinten.
Besonders viel Aufmerksamkeit widmet Triumph den Oberflächen und Details. Der Tank trägt klassische Zweifarbenlackierungen mit von Hand gezogenen Zierlinien. Gebürstete Aluminiumdeckel am Motor, verchromte Spiegel und der schlanke "Peashooter"-Auspuff unterstreichen den traditionellen Auftritt. Selbst Kabel und Leitungen verlaufen möglichst unauffällig, damit die klaren Linien nicht gestört werden.
Drei Farbkombinationen stehen für die reguläre T40 zur Wahl. Aegean Blue mit Fusion White, Meriden Blue mit Tangerine Orange sowie New England White mit Jet Black. Wer es etwas zurückhaltender und dunkler mag, bekommt mit der T40 Black eine entsprechende Alternative.
Sie kombiniert Matt Pewter Grey mit Matt Phantom Black und verzichtet weitgehend auf glänzende Metalloberflächen. Schwarze Felgen, Motorabdeckungen und Auspuffkomponenten sorgen für einen eigenständigen Charakter.
Neuer Einzylinder mit 32 PS
Unter dem klassisch gestalteten Tank arbeitet eine speziell abgestimmte Variante des flüssigkeitsgekühlten 400-Kubik-Einzylinders aus Triumphs TR-Serie. Der Motor erhält einen überarbeiteten Zylinderkopf und eine eigene Steuerungssoftware. Anders als bei den sportlicher ausgelegten Schwestermodellen steht hier weniger die maximale Leistung als vielmehr eine angenehme Kraftentfaltung bei niedrigen und mittleren Drehzahlen im Vordergrund.
Entsprechend fällt die Leistung mit 32 PS bei 7.000 U/min eher zurückhaltend aus. Das maximale Drehmoment von 36 Nm liegt bereits bei 5.000 U/min an. Damit soll sich die Bonneville besonders entspannt bewegen lassen, ohne ständig hohe Drehzahlen zu verlangen. Auch die Leerlaufdrehzahl hat Triumph abgesenkt, während der charakteristische Auspuff für einen markanten Einzylinderklang sorgen soll. Beide Varianten eignen sich serienmäßig für den A2-Führerschein.
Bemerkenswert ist die umfangreiche elektronische Ausstattung. Neben den drei vorkonfigurierten Fahrprogrammen Road, Rain und Eco stehen zwei individuell einstellbare Modi bereit. Sie beeinflussen die Gasannahme sowie die Abstimmung von ABS und Traktionskontrolle. Beide Assistenzsysteme berücksichtigen zudem die Schräglage. Ein Tempomat gehört ebenfalls zur Serienausstattung.
Klassische Rundinstrumente mit moderner Technik
Während die Gestaltung bewusst an vergangene Zeiten erinnert, präsentiert sich das Cockpit ausgesprochen zeitgemäß. Hinter einer runden Instrumentenverkleidung verbirgt sich ein vier Zoll großes TFT-Farbdisplay. Wer eine klassische Anzeige bevorzugt, kann einen speziellen Heritage-Modus wählen, dessen Grafik traditionelle Rundinstrumente nachahmt.
Serienmäßig integriert Triumph eine vollständige Kartennavigation über die neue Triumph Navigation App. Routen lassen sich vorab planen, mit Zwischenzielen versehen und als GPX-Dateien importieren. Auch die Steuerung von Telefonaten und Musikwiedergabe erfolgt über das Display und die beleuchteten Bedienelemente am linken Lenkergriff. Fünf individuell konfigurierbare Widgets erleichtern den Zugriff auf häufig genutzte Funktionen.
Zur weiteren Ausstattung zählen eine USB-C-Ladebuchse, LED-Beleuchtung mit Tagfahrlicht und automatisch abschaltende Blinker. Bei starken Bremsmanövern aktiviert sich außerdem eine Notbremswarnung, die nachfolgende Verkehrsteilnehmer durch ein blinkendes Rücklicht aufmerksam machen soll.
Niedrige Sitzhöhe und entspannte Ergonomie
Auch beim Fahrwerk verfolgt Triumph einen eher klassischen Ansatz. Eine konventionelle Telegabel führt das Vorderrad, hinten übernehmen zwei Federbeine die Arbeit. Die Speichenräder besitzen Aluminiumfelgen und Stahlspeichen. Für die Verzögerung sorgt vorne eine Scheibenbremse mit Zweikolbensattel, ergänzt durch Stahlflex-Bremsleitungen und das bereits erwähnte Kurven-ABS.
Mit einer Sitzhöhe von 790 Millimetern möchte Triumph ausdrücklich auch weniger erfahrene und kleinere Fahrer ansprechen. Ein optionaler niedriger Sitz reduziert den Wert auf 770 Millimeter. Das fahrbereite Gewicht beträgt 191 Kilogramm. Eine aufrechte Sitzposition, bequem angeordnete Fußrasten und die großzügig gepolsterte Sitzbank sollen sowohl auf kurzen Alltagswegen als auch bei längeren Ausfahrten für Komfort sorgen.
Praktische Details kommen ebenfalls nicht zu kurz. So zählt ein Hauptständer zur Serienausstattung, was unter anderem die Kettenpflege erleichtert. Darüber hinaus bietet Triumph verschiedene Zubehörsitze und klassische Seitentaschen an. Die Wartungsintervalle liegen bei 16.000 Kilometern.
Marktstart im Frühjahr 2027
Mit der neuen Bonneville T40 erweitert Triumph eine zunehmend erfolgreiche Modellfamilie. Seit Einführung der 400er-Plattform hat der Hersteller nach eigenen Angaben bereits mehr als 60.000 Motorräder in über 50 Ländern verkauft.
Neben Speed 400, Scrambler 400 X, Scrambler 400 XC, Tracker 400 und Thruxton 400 rundet die Bonneville das Angebot nun in besonders traditioneller Richtung ab.
Entwickelt wurde die Modellreihe in enger Zusammenarbeit mit dem indischen Partner Bajaj. Die Preise für die Bonneville T40 und T40 Black will Triumph Anfang 2027 bekannt geben. Die ersten Maschinen sollen im Frühjahr 2027 bei den Händlern eintreffen. Ob die neue Kleine preislich ebenso attraktiv positioniert wird wie die übrigen 400er-Modelle, bleibt damit vorerst offen.
Quelle: Triumph
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