Dieser Porsche 356 B von 1960 ist 166.000 Euro wert
Es handelt sich um eine exklusive Version von Drauz mit geringer Auflage
In der langen Geschichte des Porsche 356 gibt es ein Modell, das durch Seltenheit und Exklusivität herausragt. Die Rede ist vom 356 B 1600 Super Roadster by Drauz, einer der am schwersten zu findenden Varianten der ersten Generation.
Dieser Porsche 356 B verbindet offene Karosserie mit einem stärkeren Motor. Hinzu kommt eine sehr begrenzte Produktion. Das Exemplar, um das es heute geht, trägt die Fahrgestellnummer 87593 und stammt aus der Willy Michiels Collection. Kürzlich wurde es von RM Sotheby's für 166.750 Euro versteigert.
Vom Convertible D zum 356 B Roadster
Die Geschichte dieses Porsche geht auf den früheren 356 A Convertible D zurück, der seinerseits die alltagstauglichere Weiterentwicklung des Speedster darstellte. Mit der Generation 356 B führte Porsche einen neuen Roadster ein, der von Karosserie Drauz gebaut wurde. Bei Drauz handelte es sich um ein in Heilbronn ansässiges Unternehmen, das bereits an der Fertigung früherer offener Modelle der Marke beteiligt war.
Porsche 356 B 1600 Super Roadster von Drauz (1960)
Der Roadster folgt einer sportlicheren Philosophie als das zeitgenössische Cabriolet. Die Windschutzscheibe ist abnehmbar, der obere Karosseriebereich ist reduzierter gestaltet und das Verdeck fällt leichter aus. Gleichzeitig ist der 356 B Roadster praktischer als der ältere Speedster. Er verfügt über Kurbelfenster, komfortablere Sitze und ein vollwertiges Verdeck.
Angetrieben wird dieser 356 vom luftgekühlten Vierzylinder-Boxermotor Typ 616/2 mit 1.582 Kubikzentimeter Hubraum. In der Ausführung 1600 Super leistet er 75 PS (55 kW), also 15 PS (11 kW) mehr als der serienmäßige 1600.
Porsche 356 B 1600 Super Roadster von Drauz (1960), das Lenkrad
Für die damalige Zeit war das ein spürbarer Unterschied, vor allem bei einem leichten Auto mit klar sportlicher Ausrichtung. Die Technik des 356 B profitierte zudem von den Weiterentwicklungen, die Porsche mit der T5-Serie einführte, darunter Verbesserungen an Getriebe, Antrieb und Bremsanlage.
Laut Porsche-Echtheitszertifikat, das die ursprüngliche Konfiguration dokumentiert, wurde dieser 356 mit Karosserie in Ruby Red und einer Innenausstattung aus Kunstleder in Light Grey ausgeliefert. Zu den Extras zählten verstellbare Sitze und Continental-Reifen.
Warum dieser Porsche 356 B Roadster so selten ist
Die wichtigste Zahl betrifft die Produktion. Der 356 B 1600 Super Roadster wurde zwischen 1959 und 1961 insgesamt in rund 2.650 Exemplaren gebaut, doch für das Jahr 1960 beschränkte sich die Produktion auf etwa 350 Fahrzeuge. Diese Zahl erklärt einen großen Teil der Seltenheit des von RM Sotheby's angebotenen Exemplars.
Porsche 356 B 1600 Super Roadster von Drauz (1960)
Noch interessanter wird die Einordnung mit Blick auf die Karosserieform. Der Roadster machte nur einen deutlich kleineren Teil der gesamten 356-Produktion aus und entstand in einer spezifischen, sportlicher ausgelegten Konfiguration als das Cabriolet. Ein weiteres von RM Sotheby's angebotenes 356 B Roadster-Exemplar von 1960 wird entsprechend als eines von nur 560 in jenem Jahr gebauten T5-Roadstern genannt – ein Hinweis auf die besonders geringen Stückzahlen der Drauz-Karosserie.
Die vom Käufer gezahlten 166.750 Euro spiegeln damit das Interesse an einer sehr konkreten Kombination wider: Roadster-Karosserie von Drauz, 1600-Super-Motor, Baujahr 1960, originale Farbe und äußerst niedrige Produktionszahlen.
Quelle: RM Sotheby's
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