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Analyst: Skoda ist das neue Porsche im VW-Konzern – und die Daten belegen es

Während Porsches operative Umsatzrendite einbrach, hielt sich die von Skoda auf einem deutlich höheren Niveau

Skoda Octavia RS Combi (2024)

Von: Adrian Padeanu

Übersetzt von: Stefan Wagner

Veröffentlicht von: Stefan Wagner

23. Sep. um 13:23 Uhr

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Porsche galt im Volkswagen-Konzern lange als unangefochtene Gewinnmaschine. Nun wurde der Sportwagenhersteller bei einer der wichtigsten Rentabilitätskennzahlen von Skoda überholt. Das ist mehr als nur ein zugespitzter Vergleich: Autoanalyst Matthias Schmidt weist darauf hin, dass Skoda innerhalb des Konzerns faktisch die Rolle des neuen Porsche übernommen hat. Und anders als manche steile These aus der Autobranche lässt sich diese Einschätzung mit belastbaren Daten untermauern.

Für 2025 meldete Skoda eine operative Umsatzrendite von 8,3 Prozent und erreichte damit das Niveau des Vorjahres. Porsche hingegen sah seine operative Umsatzrendite von 14,1 auf 1,1 Prozent einbrechen. Das ist eine bemerkenswerte Verschiebung zwischen zwei Marken, die im riesigen Portfolio des VW-Konzerns an völlig unterschiedlichen Enden stehen. Entsprechend steckt Wahrheit in der Aussage des Autoanalysten gegenüber Reuters: "Die tschechische Marke ist faktisch zum neuen Porsche des Konzerns geworden."

Dabei ist eine wichtige Unterscheidung nötig. Sowohl Skoda als auch Porsche berichten die operative Umsatzrendite, also im Kern das operative Ergebnis im Verhältnis zum Umsatz. Der Vergleich von 8,3 Prozent bei Skoda mit 1,1 Prozent bei Porsche ist damit ein direkter Vergleich der operativen Leistung.

2024 Skoda Octavia RS Combi

2024 Skoda Octavia RS Combi

Operative Umsatzrendite statt bloßer Gewinnmarge

Diese Zahlen einfach als "Gewinnmargen" zu bezeichnen, kann irreführend sein. Denn je nach Kontext kann damit die operative Marge, das Ergebnis vor Steuern oder der Nettogewinn nach Steuern und weiteren Aufwendungen gemeint sein. Verständlich ist der Begriff zwar, präziser ist hier aber operative Umsatzrendite.

Unabhängig von der Begriffswahl ist die Lücke kaum zu übersehen, nachdem Porsches Gewinnmaschine ins Stocken geraten ist. Für 2026 erwartet die Marke aus Zuffenhausen eine Erholung und rechnet mit einer operativen Umsatzrendite zwischen 5,5 und 7,5 Prozent.

Allerdings gerät das Unternehmen gleichzeitig von mehreren Seiten unter Druck. Die Nachfrage in China hat deutlich nachgelassen, der Wettbewerb ist härter geworden, Zölle treiben die Kosten und Porsches teurer Übergang in Richtung Elektromobilität verlief nicht wie geplant. Die Antwort darauf ist eine Strategie nach dem Motto "Wert vor Volumen": Der Fokus liegt stärker auf margenstärkeren Fahrzeugen statt auf Absatz um jeden Preis.

Das Problem: Man braucht weiterhin Kunden, die bereit sind, Porsche-Preise zu zahlen. Skodas Geschäftsmodell liefert derweil eine operative Rendite, die mehr als siebenmal so hoch ist wie die der deutlich prestigeträchtigeren Marke aus Stuttgart. Das bedeutet nicht, dass ein Skoda pro Fahrzeug plötzlich profitabler wäre als ein Porsche. Es bedeutet auch nicht, dass Skoda zur Premiummarke geworden ist. Beide Unternehmen haben völlig unterschiedliche Preis-, Produkt- und Kostenstrukturen. Es zeigt aber, wie drastisch sich die Profitabilität von Porsche verschlechtert hat.

2024 Skoda Kodiaq

2024 Skoda Kodiaq

Skoda macht die unspektakulären Dinge richtig

Für den Konzern ist diese Umkehrung besonders unangenehm, weil Porsche eigentlich eines seiner Kronjuwelen sein sollte. Skoda macht derweil leise die unspektakulären Dinge richtig: Starke Modelle wie der Octavia und eine wachsende Zahl erschwinglicherer Elektroautos tragen zu den robusten Ergebnissen bei.

Zur Einordnung zugunsten von Porsche: Die operative Umsatzrendite von 1,1 Prozent wurde 2025 stark durch "außergewöhnliche Aufwendungen in Höhe von rund 3,9 Milliarden Euro" belastet. So niedrig die Kennzahl ist, sollte sie also nicht als normale langfristige Ertragskraft von Porsche interpretiert werden.

Skodas 8,3 Prozent wiederum wurden nicht durch einen einmaligen Sondereffekt erreicht. Die Marke hielt das Vorjahresniveau und erzielte zugleich Rekordumsatz, Rekord-Operativergebnis und mehr als eine Million Auslieferungen.

2024 Skoda Kodiaq RS

2024 Skoda Kodiaq RS

Bild von: Skoda

Unterschiedliche Rollen im Konzern

Dass Skoda das neue Porsche sein soll, bedeutet natürlich nicht, dass die Marke zur Leuchtturmmarke wird. Ein Superb ist kein Panamera und ein Kodiaq ist kein Cayenne. Auch wird niemand einen Skoda-Showroom mit einem Porsche-Zentrum verwechseln. Aber darum geht es nicht wirklich.

Porsches Bedeutung für den Konzern lag nie nur in den Autos selbst. Entscheidend war das Geld, das diese Autos erwirtschafteten. Über Jahre war Porsche die Marke, auf die der Konzern verweisen konnte, wenn er zeigen wollte, welchen Beitrag ein Premiumhersteller für den gesamten Verbund leisten kann. Die enormen Margen halfen, die hohe Bewertung zu rechtfertigen, und machten Porsche zu einem der wertvollsten Vermögenswerte von VW.

Nun ist diese Formel auf ein ernstes Hindernis gestoßen. Porsche gibt Milliarden aus, um seine Produktstrategie neu auszurichten, die Elektroauto-Pläne anzupassen, mit schwächerer Nachfrage in China umzugehen und seine Position in einem zunehmend umkämpften Luxusmarkt zu verteidigen. Skoda macht derweil etwas deutlich weniger Glamouröses, aber womöglich Nützlicheres: praktische Autos zu erreichbaren Preisen verkaufen und dabei konstant eine solide operative Rendite erzielen.

Genau das macht den Vergleich so interessant. Skoda muss nicht zu Porsche werden. Die Marke muss lediglich das fortsetzen, was sie bereits gut macht, während Porsche daran arbeitet, jene Profitabilität wieder aufzubauen, die die Marke einst zum Kronjuwel des Konzerns machte. Porsche besitzt weiterhin eine enorme Markenstärke, mit dem 911 einen legendären Sportwagen und grundsätzlich das Potenzial zur Erholung.

Skoda Superb (2024)

Skoda Superb (2024)

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Skoda Superb (2024) Skoda Superb (2024) Skoda Superb (2024) Skoda Superb (2024) Skoda Superb (2024) Skoda Superb (2024)


Motor1 meint: Es hat fast etwas Poetisches, dass Skoda zum finanziellen Überflieger wird, während Porsche darum kämpft, seinen Schwung wiederzufinden. Porsche baute seinen Ruf im Konzern darauf auf, teure Autos in enorme Gewinne zu verwandeln. Skoda ist den entgegengesetzten Weg gegangen: erschwinglichere Autos verkaufen und dabei die operative Rendite bemerkenswert stabil halten. Das ist ein ziemlich überzeugender Kunstgriff, wenn der gesamte Konzern unter Druck steht, Kosten zu senken und die Profitabilität zu verbessern.

Die Zahl von 1,1 Prozent verdient allerdings ein Sternchen, weil Porsches außergewöhnliche Aufwendungen das Ergebnis 2025 stark belastet haben. Dennoch bleibt der Kontrast zu Skodas 8,3 Prozent auch mit diesem Vorbehalt schwer zu übersehen.

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Quelle: Reuters

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