Dieser knuffige Fiat Topolino mutiert zum bizarren Speedster
Auf dem Turiner Autosalon zeigen zwei Italiener außerdem eine strandtaugliche Viersitzer-Version des Microcars mit gedrehter Rückbank
Der Fiat Topolino zählt nicht gerade zu den Fahrzeugen, die wir uns als wilde Sportgeräte vorstellen können. Nun hat ein Citroen-Ami-Rennen mit seinem französischen Bruder schon vor einiger Zeit Gegenteiliges aufgezeigt. Jetzt setzen Fabrizio Giugiaro und Lapo Elkann noch einen drauf. Die beiden Designer zeigen auf dem Turiner Autosalon den Top. L und den Top. J.
Das Design-Projekt schnappt sich einfach einen der kleinsten und zugänglichsten Stadt-Cruiser des Automobilmarktes, den Fiat Topolino, und verwandelt sie in zwei radikal unterschiedliche Konzepte. Denn für Giugiaro und Elkann hängt die Leidenschaft für das Automobil nicht von der Leistung oder dem Preis ab: So kann auch ein spartanisches Microcar zum Einzelstück werden.
Top. L: der reduzierte Speedster
Top. L ist ein konsequent offener Zweisitzer ohne Dach, ausgestattet mit nur den wichtigsten Elementen. Als Inspiration nahmen sich die beiden Designer besonders unangepasste Sportwagen. Darunter auch "Little Bastard", der von James Dean gefahrene Porsche 550 Spyder. Auch ein minimalistischer Renault Sport Spider lässt grüßen.
Der Innenraum des abgefahrenen Konzepts ist mit aquamarinfarbenem Leder und Einsätzen aus Alcantara ausgestattet. Die Karosserie trägt denselben Farbton in matter Ausführung. Das Ergebnis ist zwar äußerst kompakt in den Abmessungen, besitzt aber einen unverwechselbaren Auftritt und fällt damit auch sicher ohne hohe Fahrleistungen auf. Ich mein, allein die Vorstellung, dass in dem Ding jemand mit Helm und Overall sitzt, bringt uns zum Schmunzeln.
Fabrizio Giugiaro beschreibt den Ausgangspunkt der Arbeit mit Elkann so: "Mich faszinierte die Idee, von einem kleinen, einfachen und zugänglichen Auto wie dem Topolino auszugehen und zu sehen, wie weit wir ihn treiben können – geleitet von Emotion und Kreativität."
Wir würden sagen, packt doch einfach noch den Antriebsstrang vom Opel Corsa GSE mit rein und schaut, wer sich überhaupt traut, das Ding zu fahren. Aber ernsthaft, dann würden wir verkennen, was das offene Fahrgefühl mit dem Wind um die Nase schon bei Geschwindigkeiten unter 50 km/h mit uns anstellt. Der Topolino Speedster bleibt auch mit 8 PS wild!
Top. J: vier Plätze auf weniger als drei Metern
Und als wäre das nicht genug, zeigen die Designer auch noch den Top. J. Der krempelt das Konzept noch einmal komplett auf links. Vier Sitzplätze wurden hier auf weniger als drei Metern Länge untergebracht. Dabei wurde die Heckklappe entfernt und eine um 180 Grad gedrehte Rückbank installiert. Die Insassen sitzen nun entspannt Rücken an Rücken. Der Top J versprüht Golfplatz-Caddy-Atmosphäre am Strand.
Fabrizio Giugiaro und Lapo Elkann enthüllen Top. J
Die blau-grüne Lackierung erinnert an den Ferrari 166 MM aus den 1950er-Jahren, der Gianni Agnelli, dem Großvater von Lapo Elkann, gehörte. Zugleich ist es eine Hommage an Umberto Agnelli, der seine Autos mit Details in genau diesen beiden Farben individualisierte. Ein Motiv, das Elkann bereits zu Zeiten von Garage Italia aufgegriffen hatte.
Auch der Top. J verzichtet auf ein klassisches Dach; stattdessen gibt es eine Plane als Sonnen- und Regenschutz. Im Innenraum werden Frottee und Leder in denselben Farbtönen kombiniert. Wir sehen das Ding schon als Touristenschleuder durch die Großstädte Italiens gondeln.
Lapo Elkann erklärt die Herkunft der Namen und den gemeinsamen Geist der beiden Projekte: "Die Namen der beiden Fahrzeuge sind von Joy für den Top. J und von Love für den Top. L inspiriert. Die beiden Autos sind sehr unterschiedlich, aber sie haben denselben Geist: Sie sind frei, frech und authentisch."
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