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BYD und Geely scheitern bei Qualitätskontrollen: China ordnet landesweite Inspektionen an

Inspektionen und Testvorschriften werden verschärft, während China-Marken schnellere Produktzyklen und Exportwachstum anstreben

Einmillionster BYD Dolphin Surf läuft in Xi’an, China, vom Band

Bild von: BYD

Von: Brian Potter

Übersetzt von: Stefan Wagner

Veröffentlicht von: Stefan Wagner

2. Sep. um 15:52 Uhr

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Wird jetzt mitten im Autoboom durchgegriffen? Chinesische Aufsichtsbehörden haben BYD und Geely darauf hingewiesen, dass einige ihrer Fahrzeuge nicht mit den eingereichten Unterlagen übereinstimmten. Radstände lagen außerhalb der Toleranz, Verbrauchswerte fielen höher aus als angegeben und einzelne Fahrzeuge wurden ohne Bedienungsanleitung ausgeliefert.

Diese Mängel wurden bekannt, kurz nachdem vier Ministerien, darunter das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie, eine landesweite, auf ein Jahr angelegte Kontrollkampagne zu Produktionsqualität und Fahrzeugsicherheit gestartet hatten. Unangekündigte Werksprüfungen gehören nun ebenfalls dazu.

Chinas hohes Entwicklungstempo gerät unter regulatorischen Druck

China entwickelt Autos in hohem Tempo. Ein neues Modell benötigt dort im Schnitt etwa zwei Jahre bis zum Marktstart, während viele etablierte ausländische Hersteller mit klassischen Entwicklungszyklen meist drei bis fünf Jahre brauchen.

Und die chinesischen Hersteller wollen noch schneller werden. IAT Automobile Technology und der chinesische Automobilherstellerverband CAAM haben vorgeschlagen, mithilfe künstlicher Intelligenz die Entwicklungszeit auf nur 18 Monate zu verkürzen.

Die Behörden sehen das weniger euphorisch. Bloomberg berichtete, dass chinesische Stellen inzwischen prüfen, ob ein derart hohes Tempo mit gründlicher Erprobung vereinbar ist. Die Ambitionen der Branche, noch mehr Zeit einzusparen, treffen damit auf einen deutlichen Realitätscheck.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Massive Überkapazitäten und harte Preiskämpfe haben die Margen in der Branche unter Druck gesetzt. Die Behörden sehen in den Mängeln inzwischen nicht mehr nur Einzelfälle, sondern Risiken, die aus Kostendruck entstehen können – etwa wenn Hersteller Validierungsprozesse verkürzen oder überspringen.

BYD feiert die Produktion des 15-millionsten New Energy Vehicle in Jinan, China

BYD feiert die Produktion des 15-millionsten New Energy Vehicle in Jinan, China

Bild von: BYD

Was die Prüfer konkret kontrollieren

Die am 27. August gestartete Kampagne verpflichtet rund 100 heimische Hersteller, den lokalen Behörden bis Ende 2026 Berichte zu Produktqualität, Zuverlässigkeit und Haltbarkeit vorzulegen. Zudem müssen Autobauer freiwillige Rückrufe einreichen und umsetzen, sobald sie Mängel feststellen.

Prüfer entnehmen Stichprobenfahrzeuge und Komponenten direkt aus Werken und Händlerbetrieben, versiegeln deren Hard- und Softwarekonfigurationen und schicken sie anschließend zu Crash-, Struktur- und Batteriepack-Tests. Auch Prüfungen zu Cybersecurity und Datensicherheit sind Teil der Aktion.

Die eigenen Fallakten des Ministeriums zeigen, warum. Bei einem Geely EX2, der in China als Xingyuan verkauft wird, lag die Abweichung des Radstands über der zulässigen Ein-Prozent-Toleranz. Ein BYD Qin L DM-i wiederum verzeichnete im Modus mit gehaltenem Ladezustand einen Verbrauch oberhalb des angegebenen Werts, berichtet cnevpost.

Andere beanstandete Fahrzeuge hatten gar keine Bedienungsanleitung an Bord, zudem erfüllten einige Notfenster- und Seitenaufprallschutzvorrichtungen die Anforderungen nicht. Die Behörden prüfen außerdem, ob die verpflichtende Straßenerprobung für neue Elektroautos auf 30.000 Kilometer verdoppelt werden soll – eine Änderung, die Validierungszeiten verlängern würde.

All das bleibt nicht auf China beschränkt. Marken wie BYD und Geely setzen auf Exportwachstum, um die heimischen Preiskämpfe abzufedern. Jede Marke, die bei Konformitätsverstößen auffällt, nimmt diesen Reputationsschaden mit in Auslandsmärkte, in denen Skepsis gegenüber schnell und günstig entwickelten Autos ohnehin bereits vorhanden ist.


Motor1 meint: Das härtere Vorgehen trifft chinesische Marken im Heimatmarkt und begleitet sie zugleich in die Exportmärkte. Einige Unternehmen dürften ihr Markteinführungstempo drosseln, während andere versuchen werden, die Geschwindigkeit zu halten und zugleich mehr Geld in Validierung und Compliance zu investieren.

Rückrufmeldungen und Ergebnisse ausländischer Homologationen werden frühe Hinweise darauf liefern, wer sich anpasst und wer ins Straucheln gerät. Wenn die Behörden den Druck aufrechterhalten, wird der Zielkonflikt zwischen Geschwindigkeit und gründlicher Erprobung für jeden schnell agierenden Hersteller noch deutlicher.

Es gibt auch noch gute Nachrichten bei Geely und BYD

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Quelle: Bloomberg and cnevpost

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