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Mate Rimacs neue Sicht auf Supersportwagen sorgt für Aufsehen

Bugatti-Chef sieht künftige Supersportwagen eher als emotionale, in Kleinserie gebaute Vorzeigeobjekte mit Verbrennungsmotor

Mate Rimac, CEO von Bugatti Rimac, mit Tourbillon.jpg

Bild von: Bugatti

Von: Brian Potter

Übersetzt von: Stefan Wagner

Veröffentlicht von: Stefan Wagner

27. Aug. um 11:45 Uhr

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Mate Rimac baut inzwischen auf der gleichen Produktionslinie den lautesten Motor, den er je gebaut hat, und das schnellste Elektroauto, das er je entwickelt hat. Dieser Widerspruch steht nach eigener Aussage im Zentrum von Bugattis kommendem Jahrzehnt.

Im Gespräch mit CNBC skizzierte der CEO von Bugatti Rimac eine Spaltung des Marktes: Günstige Volumenmodelle werden elektrisch, während Sportwagen und höher positionierte Fahrzeuge noch „sehr lange“ mit Verbrennungsmotoren fahren werden. Er nennt das die Schweizer-Uhren-Phase des Supersportwagenmarkts.

Mate Rimac und die Zukunft der Supersportwagen

Rimacs Argumentation stützt sich auf seinen eigenen Lebenslauf. Sein Nevera, ein vollelektrisches Hypercar, schlägt auf der Geraden bereits zahlreiche Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Dennoch betont er, dass Bugattis nächste Generation weiterhin auf Verbrennung setzt – rund um den frei saugenden 8,3-Liter-V16 des Tourbillon.

Mate Rimac

Mate Rimac

Dieser Hybridantrieb leistet insgesamt 1.800 PS und Bugatti hat alle 250 geplanten Tourbillon verkauft. Der Einstiegspreis liegt bei 3,8 Millionen Euro. Rimac verweist darauf, dass Kunden erhebliche Summen für Personalisierung ausgeben, etwa für Nähte, Lackierungen und auch tiefergehende Individualisierungen.

Diese enormen Ausgaben versteht er als Ausdruck von Identität, nicht als Jagd nach immer mehr Leistung und Geschwindigkeit. „Performance wird wirklich zweitrangig“, sagte Rimac gegenüber CNBC und argumentierte, dass ein 50.000-Euro-Elektroauto aus China auf dem Papier bereits Hypercars von vor zehn Jahren abhängen könne.

Warum der Verbrennungsmotor im Luxussegment weiter zählt

Der Vergleich mit Uhren ist hier mehr als nur ein Bild. Rimac weist darauf hin, dass mechanische Schweizer Uhren nur einen kleinen Teil der weltweiten Uhrenverkäufe ausmachen, aber den Großteil der Branchengewinne erzielen. Bugatti soll nach seiner Vorstellung einer ähnlichen Logik folgen, statt Stückzahlen hinterherzulaufen.

Rimacs Wette lautet: Wohlhabende Käufer zahlen keine Millionen für Rundenzeiten, sondern für handgebaute mechanische Inszenierung, die ein Bildschirm nicht ersetzen kann. Mit dieser Einschätzung steht er nicht allein: Ferrari erklärte bereits, dass Benzinmotoren ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hätten. Koenigsegg argumentiert ähnlich für Verbrennungsmotoren neben Elektroautos und synthetischen Kraftstoffen.

Andere Wettbewerber sichern sich anders ab. Stefan Weckbach, der CEO von Mercedes-AMG, hat über die Herausforderung gesprochen, elektrische Performance-Autos zu verkaufen, während Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann chinesische Elektroautohersteller eher als begrenzte Bedrohung einordnet und nicht als Grund, den Verbrenner grundsätzlich aufzugeben. Wo steht Bugatti also in zehn Jahren, wenn die Marke weiterhin V16-Motoren baut, während alle anderen elektrifizieren?


Motor1 meint: Rimacs Haltung macht Bugatti zu einem Hersteller mechanischer Inszenierung – Autos, die wegen ihrer Geschichte und Handwerkskunst gekauft werden, nicht wegen reiner Rundenzeiten. Diese Strategie dürfte die Margen stabil und die Marke begehrenswert halten. Sie setzt Bugatti aber auch einem Risiko aus, falls wohlhabende Käufer irgendwann ein elektrisches Sinneserlebnis höher bewerten als handgebaute Dramatik.

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