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Für eine persönlichere Erfahrung

Was hat es mit diesem Prototypen des Mercedes-AMG GT auf sich?

Sensoren auf dem Dach: Erprobt man autonomes Fahren auf dem Nürburgring?

Mercedes-AMG GT autonomer Erlkönig am Nürburgring (2026)
Bild von: Automedia
Roland Hildebrandt Roland Hildebrandt

Dieser besondere Mercedes-AMG GT 63 Coupé ist kein gewöhnlicher Sportwagen der Performance-Marke aus Affalterbach. Aktuelle Erlkönig-Fotos enthüllen eine neuartige Technologie für autonomes Fahren, inklusive eines Testfahrers, dessen Hände in den Kurven lediglich schwebend über dem lederbezogenen Lenkrad verharren, ohne es berühren zu müssen.

Unser Erlkönig-Fotograf berichtet Folgendes: Zu Beginn nutzte Mercedes-AMG das Fahrzeug, um die Fahrbahnränder der Nürburgring-Nordschleife präzise zu kartieren. Nach einer langsamen Fahrt entlang des rechten Streckenrands wiederholte der Testleiter das Manöver auf der linken Seite.

Bildergalerie: Mercedes-AMG GT autonomer Erlkönig am Nürburgring (2026)

Jeder dieser Orientierungsläufe dauerte rund 25 Minuten. Diese Detailgenauigkeit ist entscheidend, da das Testfahrzeug extrem dicht an den Streckenbegrenzungen entlanggeführt wurde, um ein Maximum an hochpräzisen Positionsdaten zu sammeln.

Auf dem Dach des Prototyps ist die dafür installierte Zusatztechnik deutlich zu erkennen. Ob hochauflösendes GPS, LiDAR-Sensoren, ausgeklügelte Kamerasysteme oder eine Kombination dieser Komponenten: Eine solche Hardware zur Streckenvermessung gehört naturgemäß nicht zur Serienausstattung des Straßensportwagens. Nach dem erfolgreichen Abschluss dieser Kartierungsphase schickte das AMG-Team denselben GT 63 erneut auf die Strecke, diesmal mit einem bewusst vorsichtigen Tempo.

Mercedes-AMG GT autonomer Erlkönig am Nürburgring (2026)

Mercedes-AMG GT autonomer Erlkönig am Nürburgring (2026)

Bild von: Automedia

Beim genauen Hinsehen zeigt sich der Fahrer zwar mit einem Schutzhelm ausgerüstet, doch seine Hände verbleiben stets in Bereitschaftsstellung knapp über dem Lenkradkranz. Zudem ist eine Überwachungskamera hinter dem Lenkrad installiert. Diese Indizien machen deutlich, dass der Fahrer ausschließlich als Sicherheitsreserve im Cockpit saß, um im Notfall eingreifen zu können, anstatt das Fahrzeug selbst aktiv zu steuern.

Auch das Fahrverhalten auf der Rennstrecke stützt diesen Eindruck eindeutig. Das autonome GT 63 Coupé bremste vor den Kurven deutlich früher ab, als es bei einer dynamischen Runde auf dem Nürburgring üblich wäre, und beschleunigte am Kurvenausgang nur sehr verhalten. Ziel dieser Versuchsreihe war es offensichtlich nicht, das autonome System besonders schnell wirken zu lassen, sondern eine absolute Verlässlichkeit bei der Datenverarbeitung und Routenführung zu gewährleisten.

Knapp unter 20 Minuten für eine Runde ohne Fahrer

Nach Berichten des Erlkönig-Fotografen benötigte das Fahrzeug für seine erste vollautonome Runde knapp unter 20 Minuten. Nach der Rückkehr in die Boxengasse analysierten die AMG-Ingenieure die erhobenen Daten und passten die Software an, bevor der heckbetonte Sportwagen erneut auf die Piste geschickt wurde.

Die zweite Runde verlief bereits spürbar schneller. Dennoch blieb das Tempo im Vergleich zu dem, was ein erfahrener Rennfahrer im manuellen Betrieb aus dem GT 63 herausholen kann, noch deutlich unter den physikalischen Möglichkeiten des Fahrzeugs. Plant Mercedes-AMG den ersten Nordschleifen-Rekord für autonome Autos? Oder will man die Systeme einfach nur für hohe Geschwindigkeiten anpassen?