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Autos aus Hanf – Henry Fords Idee aus den 1940er-Jahren
Das „Hemp Body Car“ wurde 1941 als Konzept von Henry Ford entworfen. Doch der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs änderte alles

Bild von: Ford
Stefan Wagner 
Von: Stefan Wagner
24. Mai 2025 um 07:00 Uhr
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Dass man in Innenräumen aktueller Fahrzeuge haufenweise recycelte Materialien findet, ist nichts Neues. Dass es aber bereits vor 84 Jahren die Idee eines kompletten Autos aus nachwachsenden Rohstoffen gegeben hat, dürfte den ein oder anderen dann doch überraschen. Und damit beamen wir uns zurück ins Jahr 1941. Dem Jahr, in dem Henry Ford sein Hanf-Auto vorstellte.
Dabei gibt es widersprüchliche Angaben zum Namen des Gefährts, denn geläufiger scheint der Begriff "Soybean Car", also Sojabohnen-Auto. Aus was genau die Karosserie von Fords grünem Auto nun wirklich bestand, wird wohl ein Rätsel bleiben. Über die genaue Zusammensetzung existieren keine Unterlagen mehr. Auch das Fahrzeug selbst ist nicht erhalten.
Klar ist dagegen, dass wir es mit einem Stahlrohr-Chassis zu tun haben, auf dem 14 sechs Millimeter dicke Platten aus (vermutlich) einem Naturfaser-Mix angebracht wurden. In der Ausgabe der Popular Mechanics von 1941 ist von einer Mischung aus Flachs, Weizen, Hanf und Holzmasse die Rede. Lowell E. Overly, der am Bau des Fahrzeugs beteiligt war, erklärte hingegen, dass lediglich Sojabohnenfasern in einem Phenolharz mit Formaldehyd zur Imprägnierung zum Einsatz kamen.
Der Einsatz nachwachsender Rohstoffe war eine Reaktion auf die Metallknappheit jener Zeit. Ein nicht zu verachtender Nebeneffekt der Naturfaser-Nutzung war eine gehörige Gewichtsersparnis. Das Auto soll wohl lediglich 860 Kilo gewogen haben, gute 300 Kilo weniger als ein Wagen aus dieser Zeit mit einer herkömmlichen Karosserie.

Sojabohnen-Auto (1941), il telaio
Bild von: Ford
Henry Ford (sehen Sie hier sein Detroiter Anwesen von 1908) entwarf dieses Auto als Symbol für Nachhaltigkeit. Er war überzeugt, dass Kunststoff aus Hanf und Soja die Karosserie sicherer und elastischer machen würde als herkömmliches Metall. Zudem wollte er Landwirtschaft und Industrie zusammenführen.

Sojawagen (1941)
Bild von: Ford
Das Modell wurde 1941 auf dem Dearborn Days Festival (Michigan) und auf den Michigan State Fair Grounds öffentlich ausgestellt. Aus dem gleichen Jahr gibt es einen Film, an dessen Ende Bilder von Henry Ford gezeigt werden, wie er mit einer Axt oder einem Hammer auf eine Kofferraumklappe einschlägt, um die Stabilität des Materials zu demonstrieren.
Allerdings ist es nicht das Sojabohnen-Auto auf das er einschlägt, sondern sein Privatwagen, der am Kofferraum ein Kunststoffpaneel aus demselben Material besaß. Zudem war auf der Axt oder dem Hammer eine Gummikappe angebracht.
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Der Zweite Weltkrieg führte zu einem drastischen Rückgang der zivilen Automobilproduktion und das Experiment von Ford kam ins Stocken. Nach dem Krieg geriet die Idee in Vergessenheit. 1947 starb Henry Ford und das Verbot des Hanfanbaus in den Vereinigten Staaten im Jahr 1955 hätte ernsthafte Bemühungen um eine Serienproduktion ohnehin im Keim erstickt.
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