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Krankfeiernde Mitarbeitende laut Mercedes-Chef mitschuldig an Krise
Sind Krankschreibungen in Deutschland zu einfach? Ola Källenius sagt ja!

Christopher Otto 
Von: Christopher Otto
17. Dez. 2024 um 12:06 Uhr
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Ola Källenius, der unter Druck geratene Vorstandsvorsitzende von Mercedes-Benz, hat kürzlich in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung den hohen Krankenstand in Deutschland thematisiert und ihm eine Mitschuld an der derzeitigen Krise zugeordnet. Er kritisierte, dass es in Deutschland zu einfach sei, sich krankzumelden, und forderte strengere Kontrollen und Reformen, um den hohen Krankenstand in den deutschen Werken zu reduzieren.
Källenius betonte, dass der Krankenstand in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern unverhältnismäßig hoch sei. "Auch in unseren deutschen Werken ist das so", sagte der Vorstandschef von Mercedes-Benz. "Unsere Werke sind überall auf der Welt gleich, es gibt die gleichen Gesundheitsleistungen, die gleiche Arbeitsumgebung. Und trotzdem ist der Krankenstand in Deutschland teils mehr als doppelt so hoch", sagte er.

Diese Diskrepanz sei für ihn ein klares Zeichen dafür, dass das System der Krankschreibungen in Deutschland überdacht werden müsse. Wenn diese Zahlen stimmen – was wir mangels Daten nicht überprüfen konnten – wirft das tatsächlich kein gutes Licht auf den Industriestandort Deutschland.
Der Mercedes-Chef führte weiter aus, dass der hohe Krankenstand nicht nur ein Problem für die Unternehmen, sondern auch für die gesamte Wirtschaft sei. "Wer ungerechtfertigt krankmacht, verhält sich unsolidarisch", erklärte Källenius. Die aktuelle Praxis der Krankschreibungen lade zu Missbrauch ein und beeinträchtige somit die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.
Källenius bezieht sich offenbar auf die seit der Corona-Pandemie geltende Regelung, eine Krankschreibung auch telefonisch ohne Arztbesuch zu erlangen. Diese Regelung wurde bereits von mehreren Stellen kritisiert.

Bild von: Mercedes-Benz
Källenius forderte daher politische Maßnahmen, um das System zu reformieren. "Es darf nicht so einfach sein, sich krankzumelden", betonte er. Er schlug vor, dass strengere Prüfungen und Kontrollen eingeführt werden sollten, um sicherzustellen, dass nur diejenigen, die wirklich krank sind, eine Krankschreibung erhalten. Diese Maßnahmen seien notwendig, um den Missbrauch zu verhindern und die Solidarität unter den Arbeitnehmern zu stärken.
In seinem Interview wies Källenius auch darauf hin, dass die Unternehmen selbst nur begrenzte Möglichkeiten hätten, den Krankenstand zu senken. "Ich sitze jedes Jahr einmal mit unserem verantwortlichen Werksarzt zusammen. Dann frage ich ihn: Was können wir tun, um das zu verbessern? Er sagt dann immer: Nichts über das hinaus, was wir schon machen", berichtete er. Dies verdeutliche, dass die Lösung des Problems auf politischer Ebene erfolgen müsse.

Bild von: Mercedes-Benz
Die Äußerungen von Källenius haben eine breite Diskussion ausgelöst. Während einige seine Forderungen nach strengeren Kontrollen unterstützen, sehen andere darin eine Gefahr für die Arbeitnehmerrechte. Kritiker argumentieren, dass strengere Kontrollen und Prüfungen zu einer Verschlechterung des Arbeitsklimas führen könnten und dass die Ursachen für den hohen Krankenstand tiefer liegende Probleme wie hohe Arbeitsbelastung und Stress seien.
Trotz der Kontroversen bleibt Källenius bei seiner Position. Er ist der Ansicht, dass eine Reform des Systems der Krankschreibungen notwendig ist, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu sichern. "Die neue Regierung muss Deutschland den Spiegel vorhalten. Und sie muss mit großer Ehrlichkeit schauen, was gut läuft und was nicht. Und dann muss sie auch bereit sein, unpopuläre Entscheidungen zu treffen", forderte er.
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Diese Offensive kommt nicht von ungefähr. Källenius steht momentan massiv unter Druck, denn Mercedes-Benz schwächelt. Kürzlich wurde bekannt, dass man deswegen harte Sparmaßnahmen beschlossen hat. Rund fünf Milliarden Euro sollen schon bis 2027 eingespart werden. Laut Manager Magazin sollen mehr als 20.000 Stellen im Konzern gefährdet sein.
Eigentlich sind aber betriebsbedingte Kündigungen aufgrund einer Beschäftigungssicherung bis Ende 2029 ausgeschlossen. Weiterer Zündstoff liegt also bereit und es wird sicher nicht ruhiger um den Stern über den Jahreswechsel...
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