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Recaro hat neuen Investor, nimmt Betrieb wieder auf

Wie viele Arbeitsplätze in Kirchheim bleiben, ist jedoch unklar

Recaro Pole Position

Bild von: Recaro

Stefan Wagner Stefan Wagner

Von: Stefan Wagner

4. Dez. 2024 um 12:12 Uhr

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Am 29. Juli diesen Jahres hatte der traditionsreiche Autositz-Hersteller Recaro Insolvenz anmelden müssen. Im Oktober war dann das endgültige Aus des 1963 gegründeten Unternehmens besiegelt. 200 Arbeitsplätze am Firmensitz in Kirchheim unter Teck sollten wegfallen. Interessenten gäbe es viele, hieß es vor gut sechs Wochen, aber die wollten alle nur die Marke. Jetzt gibt es einen neuen Investor. 

Wie Recaro heute mitteilte, hat die italienische Proma Group eine Investitionsvereinbarung mit der Recaro Automotive GmbH in Deutschland zur Übernahme des Geschäfts unterzeichnet und mit der Übergangsphase begonnen. Damit könne der Betrieb in ganz Europa ab Januar 2025 wiederaufgenommen und fortgesetzt werden, heißt es in dem Schreiben.

Wie viele der zuletzt 215 Mitarbeiter am Standort im Baden-Württembergischen Kirchheim weiterbeschäftigt werden können, geht aus der Meldung nicht hervor. All zu viele sind es aber wohl nicht. "Proma Group wird den Betrieb mit mehreren Mitarbeitern aus den ursprünglichen Vertriebs- und Technikabteilungen von Recaro Automotive Deutschland mit Sitz in der Region Stuttgart fortführen", heißt es lediglich. Im Januar sollen die beliebten Aftermarket-Sitze wieder erhältlich sein. 

Die OEM-Produktion, also das klassische Zulieferer-Geschäft, wird allerdings nach Italien verlagert. Dort sollen ebenfalls im Januar die ersten Sitze in Produktion gehen. Unterdessen wird die Geschäftstätigkeit von Recaro Automotive in Nordamerika und Japan wie gewohnt fortgeführt.

„Unsere Investition in RECARO Automotive wird unsere Fähigkeit stärken, Premium-Sitzprodukte zu liefern, die gleichzeitig die neusten Innovationen der Automobilbranche nutzen“, sagt Luca Pino, CEO der Proma Group. „Der Name RECARO ist auf der ganzen Welt als Maßstab für deutsche Industrietechnologie bekannt, und die Proma Group, ein Symbol für italienische Fertigungsexzellenz, freut sich auf die Zukunft und den Mehrwert, der dank des Zusammenschlusses dieser beiden erstklassigen Unternehmen in der Automobilindustrie geschaffen wird.“

Die Proma Group ist ein italienisches Unternehmen mit einem Umsatz von 1,1 Mrd. Euro, 5.000 Mitarbeitern und 25 Werken auf drei Kontinenten, das auf die Herstellung von Automobilkomponenten wie Sitzstrukturen, Karosseriebaugruppen und Fahrwerksaufhängungen spezialisiert ist.

Recaro erwirtschaftete im Jahr 2023 einen Umsatz von 524 Millionen Euro. Medienberichten zufolge war der Wegfall eines Großauftrags für die Insolvenz des Unternehmens verantwortlich. 

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