Home

News

Ratgeber

Ganzjahresreifen im großen Test von ACE, ARBÖ und GTÜ

Einer für alles oder doch lieber Saisonwechsel? Dieser Test zeigt die Qualitäten moderner Ganzjahresreifen

ACE Ganzjahresreifen-Test 2024

Bild von: ACE Auto Club Europa e.V.

Christopher Otto Christopher Otto

Von: Christopher Otto

12. Sep. 2024 um 11:19 Uhr

Als bevorzugte Quelle Motor1.com auf Google hinzufügen

Teilen

Diese Frage spaltet nach wie vor die Autofahrernation: Ganzjahresreifen oder saisonaler Wechsel? Von den einen als fauler Kompromiss abgetan, der beides nicht gut kann, sind für die anderen die Ganzjahresreifen die absoluten Alleskönner. Wie gut moderne Allwetterreifen nun wirklich sind, hat der ACE zusammen mit der GTÜ und dem ARBÖ in einem Härtetest herausgefunden.

Mittlerweile ist fast jeder dritte in Europa verkaufte Reifen ein Ganzjahresreifen. Die Vorteile dieser Allwetterreifen liegen auf der Hand: Autofahrerinnen und Autofahrer können sich den saisonalen Reifenwechsel sparen, haben mehr Platz in der Garage und sind gleichzeitig für unterschiedliche Wetterbedingungen gewappnet.

Bußgelder im Winter Winterreifen Schnee

An die Alleskönner werden hohe Anforderungen gestellt, damit sie sowohl im Winter auf Schnee als auch im Sommer auf heißem Asphalt guten Grip haben. Daher prüfte nun das Testteam des ACE Auto Club Europa, des Auto-, Motor- und Radfahrerbunds Österreich (ARBÖ) und der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH, welcher Pneu diesen Anforderungen am besten standhält.

Getestet wurden auf einem VW T-Roc neun Ganzjahresreifen in der Dimension 215/50 R 18. Die Bandbreite reicht von Premiumherstellern wie Pirelli oder Goodyear hin zu preisgünstigeren Alternativen von Maxxis oder Toyo. Die Winter-Tests fanden auf dem Arctic-Falls-Testgelände in Schweden statt, die Sommer-Tests auf dem ATP-Gelände im niedersächsischen Papenburg.

Im Schnee

ACE Ganzjahresreifen-Test 2024

ACE Auto Club Europa e.V.

Hier wurden verschiedene Gefahrensituationen getestet. Bei der Vollbremsung aus 40 km/h auf schneebedeckter Fahrbahn liegen noch alle Reifen mit 19,4 (Falken) bis 20,9 (Pirelli) Metern nah beieinander. Zum Vergleich wurde außerdem der letzte  Sommerreifen-Testsieger aufgezogen. Das Ergebnis macht deutlich, wie gefährlich es ist, im Winter mit den falschen Pneus unterwegs zu sein: Bis der Wagen zum Stehen kommt, legt er 51,8 Meter zurück – mehr als doppelt so viel wie die Ganzjahresreifen.

Beim nächsten Szenario, dem Anfahren im Schnee, teilt sich das Feld weiter auf: Der Reifen von Michelin benötigt nur 23,3 Meter um 30 km/h zu erreichen, Toyo landet mit 27,5 Metern auf dem letzten Platz. Im Handling überzeugen vor allem Michelin und Continental: Sie zeigen lediglich leichtes Untersteuern in Kurven, sind ansonsten präzise zu lenken mit einer guten Seitenführung. Verlierer ist Toyo, der zu wenig Seitenführung besitzt und deutlich übersteuert. 

Bei Nässe

ACE Ganzjahresreifen-Test 2024

ACE Auto Club Europa e.V.

Beim Bremsen auf nasser Fahrbahn führt Continental klar: Aus 80 km/h kommt er schon nach 29 Metern zum Stehen. Dicht gefolgt von Pirelli und Bridgestone, die jeweils 29,9 Meter benötigen. Auf dem letzten Platz landet erneut Toyo mit einem Bremsweg von 33,5 Metern.

Im Handling stechen gleich drei Reifen hervor: Goodyear, Pirelli und Continental sind allesamt präzise zu fahren, lediglich in den Kurven kommt es zu leichtem Untersteuern. Am schwächsten schneiden Michelin, Bridgestone, Falken und Toyo ab. Beim Aquaplaning fahren sich alle solide, sodass es keine Ausreißer nach unten gibt. 

Auf trockener Fahrbahn

ACE Ganzjahresreifen-Test 2024

ACE Auto Club Europa e.V.

Der mitgelaufene Sommerreifen liefert mit einem Bremsweg von 30,6 Metern einen Top-Wert, an den auch kein getesteter Allwetterreifen herankommt. Auf trockener Fahrbahn wendet sich auch das Blatt für den bislang letztplatzierten Toyo: Bei einer Vollbremsung aus 100 km/h benötigt er nur 36,7 Meter bis zum Stillstand.

Besser schneiden lediglich Pirelli (35,6 Meter) und Continental (36,1 Meter) ab. Schlusslichter sind Goodyear und Falken mit je 42 Metern, sowie Vredestein (42,4 Meter). Zwischen dem Erst- und Letztplatzierten liegen 6,8 Meter – das entspricht einem langen Kastenwagen. Beim Handling liegen alle Kandidaten nah beieinander. 

Fazit

ACE Ganzjahresreifen-Test 2024

ACE Auto Club Europa e.V.

Ganzjahresreifen müssen Alleskönner sein. Diese Balance schafft am besten der Testsieger Continental, dicht gefolgt von Michelin. Falken ist dagegen stark im Winter, aber schwach im Sommer. Und Toyo punktet im Trockenen, ist sonst das Schlusslicht. Drei Reifen sind immer noch empfehlenswert und vier sind bedingt empfehlenswert: Vredestein, Maxxis, Falken und Toyo. Durchgefallen ist keiner. Klar zeigt sich auch: Sommerreifen im Winter sind höchst gefährlich.

Mehr Reifentests:

Offroad-Reifen fallen bei Test durch - teils sogar im Gelände

Winterreifen-Test 2023 von ACE und GTÜ: Premium vs. günstig

Diesen Artikel teilen

Meistgelesen

Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht

AKTUELLSTE ARTIKEL

Auch interessant



ADAC-Kindersitztest 2026: Zwei Modelle fallen durch



Benimar Kaleo (2026): Viel Wohnmobil für unter 60.000 Euro?



ADAC untersucht Sprachassistenten moderner Fahrzeuge



Mazda CX-80 Diesel (2026) im Video: Ist Downsizing doch Unsinn?



ADAC-Winterreifentest 2026: Über die Hälfte nicht empfehlenswert



Geld für Autozubehör sparen? Skoda hat eine ungewöhnliche Idee ...



Ganzjahresreifen im 2026er-Test von ACV und GTÜ