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Motor1 Numbers: Was ist los mit Jaguar?
Die Verkaufszahlen des britischen Herstellers sind seit dem Höchststand im Jahr 2018 um zwei Drittel eingebrochen ...


Von: Juan Felipe Munoz
Übersetzt und bearbeitet von: Manuel Lehbrink
9. Mär. 2023 um 08:52 Uhr
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Die legendäre britische und in indischem Besitz befindliche Marke Jaguar hat es in diesen Tagen nicht leicht. Laut den neuesten Verkaufszahlen von Jaguar Land Rover hat der Hersteller für das Jahr 2022 einen Absatzrückgang von 66 Prozent im Vergleich zum Spitzenjahr 2018 zu verzeichnen.
Den Angaben zufolge beliefen sich die Einzelhandelsverkäufe zwischen Januar und Dezember 2022 auf insgesamt 61.661 Einheiten. Das sind 28,5 Prozent weniger als im Jahr 2021 und 40 Prozent weniger als im Jahr 2020. Noch schlimmer ist, dass die im vergangenen Jahr verkauften Einheiten ein Drittel der 2018 von Jaguar verkauften Fahrzeuge ausmachten, nämlich 180.833 Einheiten.
Es war sogar das niedrigste Verkaufsergebnis seit 2012, als Jaguar eine kleine und nicht konkurrenzfähige Produktpalette hatte. Damals verkaufte der Hersteller fast 54.000 Fahrzeuge. Doch wie ist es möglich, dass eine Marke, die drei relativ moderne SUVs und zwei attraktive Limousinen anbietet und noch vor dem Boom mit einem vollelektrischen SUV auf den Markt kam, so schwierige Zeiten erlebt?

1. Positionierung
Es ist schwierig, Jaguar auf dem Markt für Premium-/Luxusfahrzeuge zu positionieren. In der Vergangenheit war der Hersteller für seine massiven und eleganten Limousinen und die atemberaubenden, schicken Coupés bekannt. Dies begann sich zu ändern, als die Marke 1999 von Ford übernommen wurde. Dank der Investition der Amerikaner erweiterte Jaguar sein Angebot: der Jaguar S-Type für das E-Segment und der Jaguar X-Type (basierend auf einer Ford-Plattform) für das D-Segment waren zwei Beispiele.
Die Jahre unter der Herrschaft von Ford (1999-2008) veränderten die Wahrnehmung der Verbraucher. Die Luxusmarke, die schicke Fahrzeuge herstellte, war Geschichte. Dann tauchte Tata Motors auf, brachte mehr Ressourcen ein und anspruchsvollere Produkte auf den Markt. Jaguar befand sich jedoch mitten im Kampf gegen Mercedes-Benz oder BMW. Jaguar könnte das britische Maserati oder das britische Porsche sein. Stattdessen ist man mit der derzeitigen Positionierung in einem sehr wettbewerbsintensiven Segment angesiedelt.
2. Land Rover
Obwohl die Marke ebenfalls starke Rückgänge zu verzeichnen hat (-20 Prozent zwischen 2021 und 2022), hat Land Rover den Vorteil, eine echte SUV-Marke zu sein. Sie stellt seit ihrer Gründung im Jahr 1948 Geländewagen und später dann SUVs her. Daher ist sie innerhalb von JLR die Referenz, wenn die UK-affine Verbraucher-Zielgruppe ein SUV sucht. Mehr als Jaguar zu helfen, stiehlt Land Rover seiner Schwestermarke bei diesen Produkten die Show. Dies gilt insbesondere für die Range Rover-Palette, die wie die SUVs von Jaguar als High-End-Produkt positioniert ist.


3. Mangel an neuen Autos
Das letzte Mal, dass Jaguar ein komplett neues Serienfahrzeug vorgestellt hat, war im März 2018. Also vor fünf Jahren. Damals wurde der I-Pace präsentiert. Das ist eine ziemlich lange Zeit, besonders in der Premium-Autobranche, wo wir es gewohnt sind, alle sechs Monate neue Autos aus Stuttgart oder München zu sehen. Also muss der Schwung, der durch eine Markteinführung entsteht, durch Sondereditionen oder Modelljahr-Updates aufrechterhalten werden. Aber das klappt nur bedingt und entspricht oft nicht den anspruchsvollen Wünschen der Premium-Kundschaft.
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Der Autor des Artikels, Juan Felipe Munoz, ist Spezialist für die Automobilindustrie bei JATO Dynamics.
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