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Schöner schalten lassen
Der Mini Cooper D mit neuen Doppelkupplungsgetriebe im Test

Roland Hildebrandt 
Von: Roland Hildebrandt
12. Dez. 2017 um 16:19 Uhr
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Es ist eine Glaubensfrage: Welche Sorte Automatikgetriebe ist besser? Die klassische Wandlerautomatik oder ein Doppelkupplungsgetriebe (DKG)? Zumindest bei Mini kann man sich nicht recht entscheiden und hievt nun ein Siebengang-DKG ins Programm. Bringt die neue, von Getrag zugelieferte Technik einen Mehrwert? Das klärt unser Test ,Neu gegen alt".
Automatik-Irrgarten bei Mini
Widmen wir uns zunächst den wichtigsten Fakten. Und die sind komplizierter als gedacht. Also: Das neue Siebengang-DKG wird im Mini Dreitürer, Fünftürer und dem Cabriolet angeboten. Hier zunächst jedoch nur für den One mit 102-PS-Benziner und den Cooper D mit 116-PS-Diesel anstelle der bisherigen Sechsgang-Automatik. Aufpreis? 1.800 Euro. Beim Cooper und Cooper S bleibt die Sechsgang-Automatik noch bis Frühjahr 2018 im Programm, sie kostet 1.700 Euro. Der Mini Cooper SD weist sie ab Werk auf, für 150 Euro extra gibt es aber eine Sportautomatik mit acht Stufen. Sie kann für 1.850 Euro auch der Cooper-S-Kunde wählen. Alles klar?
Geräumig gibt's woanders
Lassen Sie es mich einfacher formulieren: Kaufen Sie einen Mini mit Dreizylinder, haben Sie mit Ausnahme des Cooper die DKG-Option, bei den Vierzylinder-Motoren heißt die Alternative Automatik. Lange Rede, kurzer Sinn, bei meinem Testwagen handelt es sich um einen fünftürigen Mini Cooper D. Er ist 3,98 Meter lang, allerdings kein Raumwunder. Die hinteren Türen sind mehr als praktische Einladehilfe zu verstehen, zumal das Platzangebot im Fond übersichtlich ist. Eher das Gegenteil von übersichtlich ist das verschachtelte Cockpit, durch das man sich als Fahrer recht zugebaut fühlt. Aber Mini-Liebhaber wollen das genau so, nach etwas Eingewöhnungszeit geht auch die Bedienung gut von der Hand. Empfehlenswert sind das ausfahrbare Head-up-Display und das leider sauteure Navi Professional mit großem 8,8-Zoll-Bildschirm in der Mittelkonsole.
Vorzügliche Kombination
Und wie fährt die ganze lifestylige Chose nun? Sehr angenehm. Der 116-PS-Diesel agiert laufruhig, einzig die Abrollgeräusche der Reifen dringen ans Ohr. Dazu passt das flink agierende DKG mitsamt neu gestaltetem Wählhebel, der endlich nicht mehr wie ein Stock herausragt. Erstaunlich ist das Schaltverhalten im Green-Modus, dort dreht der Motor manchmal arg untertourig nahe der 1.000er-Marke. Aber keine Angst, der Dreizylinder schafft das. Zudem steht eine Segelfunktion zur Verfügung, die den Antriebsstrang abkoppelt, sobald man vom Gas geht. Auch eine Kriechfunktion bei langsamer Fahrt, etwa beim Rangieren, stellt das neue Getriebe bereit. Insgesamt soll das DKG etwas sparsamer sein als die bisherige Automatik.
Eine Menge Holz
Die restlichen Mini-Eigenschaften sind wie gehabt: Lenkung direkt, Federung sportlich-straff, Straßenlage sehr gut. Nach dem Umstieg in einen Cooper D mit ,alter" Sechsgang-Automatik kommt die Stunde der Wahrheit. Ist das DKG wahnsinnig viel besser? Ich sage es mal so: Im direkten Vergleich fallen keine gravierenden Unterschiede auf, die Automatik wirkt subjektiv lediglich einen Hauch träger. Doch vor diese Wahl werden Mini-Kunden sowieso nicht gestellt, DKG ist im Cooper D die Zukunft. Eine noch immer teure Zukunft: Rund 25.000 Euro sind für einen Kleinwagen mit 116-PS-Diesel viel Holz. Ohne Klimaanlage ab Werk, versteht sich.
Wertung
-
★★★★★★★★☆☆
Zwingend besser als die bisherige Sechsstufen-Automatik ist das neue Siebengang-DKG von Mini nicht unbedingt. Dennoch ist das Getriebe eine feine Alternative für alle, die nicht selbst schalten. Fein im doppelten Sinne, denn der Aufpreis ist happig.
+ angenehm schaltendes DKG, laufruhiger Diesel, tolle Straßenlage
- enge Platzverhältnisse, magere Ausstattung, hohe Aufpreise
-
Antrieb
90%
-
Fahrwerk
85%
-
Karosserie
75%
-
Kosten
70%
Preisliste
Mini Cooper D (DKG)
Grundpreis: 23.300 Euro
Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP Serie ASR Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn Serie Kopfairbags hinten Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. Fensterheber hinten Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie Klimaanlage 960 Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Automatikgetriebe 1.800 (DKG) Bildschirmnavigation 1.300 CD-Radio Serie (ohne CD-Funktion) elektr. Schiebedach 900 Metalliclackierung 500 Leichtmetallfelgen Serie (15 Zoll) Sitzhöheneinstellung Serie (Fahrer) Lederausstattung 1.750
LED-Scheinwerfer 790 Head-up-Display 600 Parksensoren hinten 350
Datenblatt
Motor und Antrieb Motorart Diesel mit Turboaufladung Zylinder 3 Ventile 4 Hubraum in ccm 1.496 Leistung in PS 116 Leistung in kW 85 bei U/min 1.750 - 2.250 Drehmoment in Nm 270 Antrieb Frontantrieb Gänge 7 Getriebe Doppelkupplungsgetriebe Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.501 Spurweite hinten in mm 1.501 Radaufhängung vorn McPherson-Federbein-Achse Radaufhängung hinten Mehrlenker Bremsen vorn Scheiben innenbelüftet Bremsen hinten Scheiben Wendekreis in m 11,0 Räder, Reifen vorn 175/65 R15 Räder, Reifen hinten 175/65 R15 Lenkung Zahnstange mit elektrischer Unterstützung Geländekompetenz Bodenfreiheit in mm 146 Maße und Gewichte Länge in mm 3.982 Breite in mm 1.727 Höhe in mm 1.425 Radstand in mm 2.567 Leergewicht in kg 1230 Zuladung in kg 525 Kofferraumvolumen in Liter 278 Kofferraumvolumen, variabel in Liter 941 Dachlast in kg 75 Tankinhalt in Liter 44 Kraftstoffart Diesel Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 202 Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 9,6 EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 3,9 EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 4,3 EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 3,6 CO2-Emission in g/km 102 Schadstoffklasse Euro 6
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