Home

Volkswagen

Golf Plus

Tests

VW Golf Plus: Kurzkombi mit doppeltem Boden

Der größere Golf im Test

Mit doppeltem Boden

Fabian Grass Fabian Grass

Von: Fabian Grass

7. Feb. 2005 um 14:46 Uhr

Als bevorzugte Quelle Motor1.com auf Google hinzufügen

Teilen

Eigentlich sollte die Hochdachversion Golf Plus den Golf Variant ersetzen, so die ursprünglichen Pläne von Volkswagen. Nach Protesten von vielen Handelsreisenden wird der Kombi aber doch noch kommen. Wo findet dann der Golf Plus seinen Platz? In unserem Test gehen wir dieser Frage nach.

Äußerlich unscheinbar
Äußerlich ist der Golf in der Plus-Version nahe am Normal-Golf geblieben. Front- und Rückleuchten wurden zwar deutlich verändert, doch durch die ähnliche Formensprache fallen die Unterschiede im Verkehr kaum auf. Dass der Golf Plus knapp zehn Zentimeter höher ist, sieht man nur, wenn er neben dem Golf steht. Aber die Höhe hat natürlich Vorteile für die Insassen: Auch Große haben keine Probleme mit dem Einsteigen. Man sitzt außerdem höher, und die Kopffreiheit ist um ein paar Zentimeter verbessert worden. Die Länge blieb gegenüber dem Golf unverändert.

Verschiebbare Rücksitzbank
Unterschiede zum Drei- und Fünftürer sind jedoch die Fondsitzanlage und der Kofferraum. Zunächst einmal lässt sich die Rückbank um 16 Zentimeter längs verschieben. Dabei liegt die hintere Position zwei Zentimeter weiter hinten als beim Golf. Daraus ergibt sich – bei ganz nach hinten geschobener Bank – eine etwas verbesserte Kniefreiheit im Fond. Eine weitere Besonderheit: Die Rücksitze lassen sich auch automatisiert umlegen. Man zieht an einer Schlaufe, und schon wird die Ladefläche groß und eben. Dabei gleitet die Polstersitzfläche automatisch nach vorne und unten.

Der doppelte Boden
Gegen 150 Euro Aufpreis ist ein doppelter Ladeboden erhältlich. Er egalisiert nicht nur die Ladeschwelle, sondern auch die Stufe, die sich durch die umgelegten Sitze ergibt. Völlig eben wird die Ladefläche zwar auch so nicht, aber die leichte Neigung der Transportfläche behindert beim Beladen kaum. Hier hat der Golf Plus auf jeden Fall einen Vorteil gegenüber dem Golf: Dort lässt sich das Sitzpolster nämlich nicht nach vorne kippen, so dass eine störende Stufe im Gepäckraum bleibt.

Die Sandwichlösung
Wie verträgt sich nun die verschiebbare Rückbank mit dem doppelten Boden? Dazu ist VW etwas Eigenständiges eingefallen: Der Einziehboden ist wie ein Sandwich konstruiert. Zwischen den äußeren Schichten gibt es ein ausziehbares Teil, das an den Fondsitzen eingeklinkt wird. Dieser Ausziehboden überbrückt den Spalt, der sich beim Vorschieben der Fondsitze auftun würde. Solange der Zwischenboden an Ort und Stelle bleibt, braucht man sich um die Konstruktion nicht zu kümmern. Wer die volle Laderaumhöhe braucht, muss den Boden entnehmen – doch das wird in der Praxis nur selten nötig sein. Insgesamt überzeugt die Lösung.

Fast so viel Kofferraum wie ein Kombi
Das Laderaumvolumen beträgt 395 bis 1.450 Liter. Zum Vergleich: Der normale Golf bietet 350 bis 1.305 Liter. Hier kommt der Golf Plus typischen Kombis der unteren Mittelklasse, die 500 bis 1.500 Liter Volumen aufweisen können, schon sehr nahe. Nur wer gleichzeitig Personen und viel Gepäck befördern möchte, kommt bei einem Kombi besser weg.

Vier Motoren
Den Golf Plus gibt es zu Beginn mit vier Motoren, zwei Benzinern und zwei Dieseln. Alle sind aus dem Modellprogramm von VW bekannt. Wir fuhren das Auto zunächst mit dem 115 PS starken 1,6-Liter-Benzindirekteinspritzer. Damit ist der Hochdach-Golf keineswegs untermotorisiert, lässt sich aber auch nicht sportlich bewegen. Außerdem erprobten wir die beiden Diesel, den 1.9 TDI mit 105 PS und den 140 PS starken 2.0 TDI. Beide machen einen ungleich flotteren Eindruck als der Benziner. Der stärkere der beiden Selbstzünder klingt dabei etwas laut.

Fahrgefühl ähnlich wie im Golf
Das Fahrwerk wurde an das leicht gestiegene Gewicht und die größere Höhe angepasst. In der Kurve fühlt sich der Golf Plus dann auch nicht viel anders an als eine normale Limousine. Kein Vergleich auf jeden Fall zu vielen Minivans, die in der Kurve deutlich nach außen wanken. Auch Bodenunebenheiten steckt der Golf Plus leicht weg.

Nur 535 Euro teurer als der Golf
Die Sicherheitsausstattung umfasst alles, was der Golf auch hat – vor allem sechs Airbags, ABS und ESP. Der Golf Plus ist jedoch stets mit fünf Türen und elektrischen Fensterhebern rundum ausgestattet. Für das günstigste Modell, den Golf Plus Trendline mit 75-PS-Motor, zahlt man 16.740 Euro. Ein fünftüriger Golf mit elektrischen Fensterhebern hinten kostet nur 535 Euro weniger. Den 75-PS-Kombi gibt es erst ab 17.400 Euro – und der basiert noch auf dem Golf IV. Der niedrige Preis des Golf Plus verblüfft also und dürfte für reges Interesse sorgen.
(sl)

Preisliste

VW Golf Plus

Grundpreis: 16.740 Euro

Golf Plus 1.4 Trendline (75 PS) 16.740 Golf Plus 1.4 Comfortline (75 PS) 18.150 Golf Plus 1.6 FSI Trendline (115 PS) 19.240 Golf Plus 1.6 FSI Comfortline (115 PS) 20.650 Golf Plus 1.6 FSI Sportline (115 PS) 20.950 Golf Plus 1.9 TDI Trendline (105 PS) 20.040 Golf Plus 1.9 TDI Comfortline (105 PS) 21.450 Golf Plus 1.9 TDI Sportline (105 PS) 21.750 Golf Plus 2.0 TDI Trendline (140 PS) 22.190 Golf Plus 2.0 TDI Comfortline (140 PS) 23.600 Golf Plus 2.0 TDI Sportline (140 PS) 23.900

Sportfahrwerk 205 Tempomat 185 Klimaanlage 300 Metallic-Lackierung 430 Variabler Ladeboden 150 Lederausstattung 2.170 Navigationssystem mit Deutschland-CD, CD-Player 2.410 Nebelscheinwerfer 146 Elektronische Einparkhilfe hinten 340 CD-Radio 525 16-Zoll-Aluräder 820 Elektrisches Schiebedach 815 Seitenairbags hinten 265

Datenblatt

Motor und Antrieb Motorart Reihen-Ottomotor, Benzindirekteinspritzung  Zylinder 4  Ventile 4  Hubraum in ccm 1.598  Leistung in PS 115  Leistung in kW 85  bei U/min 4.000  Drehmoment in Nm 155  Antrieb Frontantrieb  Gänge 6  Getriebe Schaltgetriebe  Maße und Gewichte Länge in mm 4.206  Breite in mm 1.759  Höhe in mm 1.580  Radstand in mm 2.578  Leergewicht in kg 1.318  Zuladung in kg 612  Kofferraumvolumen in Liter 395  Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.450  Dachlast in kg 75  Tankinhalt in Liter 55  Kraftstoffart Super  Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 189  Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 11,8  EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 7,2  EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 9,6  EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 5,8  Schadstoffklasse Euro 4 

Bildergalerie: Mit doppeltem Boden

Volkswagen

Mit doppeltem Boden

23

Mit doppeltem Boden Mit doppeltem Boden Mit doppeltem Boden Mit doppeltem Boden Mit doppeltem Boden Mit doppeltem Boden

Diesen Artikel teilen

Meistgelesen

Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht

AKTUELLSTE ARTIKEL

Auch interessant



VW Polo: Wie lange wird es den Kleinwagen noch mit Verbrenner geben?



Benimar Kaleo (2026): Viel Wohnmobil für unter 60.000 Euro?



VW Golf GTI (2026) im Test: Genügt der Basis-GTI noch?



Mazda CX-80 Diesel (2026) im Video: Ist Downsizing doch Unsinn?



Mehr Fahrdynamik für den VW ID. Buzz mit H&R-Gewindefedern



Geld für Autozubehör sparen? Skoda hat eine ungewöhnliche Idee ...



Der nächste ID. Buzz soll billiger werden