Neu im Van-Klassiker: 150-PS-Selbstzünder mit Automatikgetriebe gekoppelt

Vor 20 Jahren erschien der erste Van von Chrysler – und wurde mit seinem Konzept zum Erfolg in den USA. Der ,Voyager" (dt. ,Reisender") genannte Van landete auch in Europa und fand schnell Freunde. In Deutschland erreichen die Verkaufszahlen – etwa 5.000 Stück im Jahr 2003 – keine vorderen Plätze, aber für ein amerikanisches Auto schon eine gute Zahl. Die Raum-Schiffe für Europa laufen im österreichischen Graz vom Stapel, lassen aber aufgrund ihres bullig-geräumigen Auftritts keinen Zweifel an ihrer amerikanischen Herkunft.

Jetzt Diesel mit Automatik
Im Modelljahr 2004 hat der typische Ami-Van ein typisch europäisches Feature bekommen: Einen neuen 2,8-Liter-Dieselmotor, kombiniert mit einem Automatikgetriebe. Wir sind ihn bereits gefahren.

Leichtes Facelift
Der Ur-Van glänzt dank einem Facelift etwas mehr: So sind Heckleuchten und Scheinwerfer mit Klargläsern verschönert worden. Auffällig sind vor allem der markantere Grill mit breiteren Rippen und das nach oben gewanderte Markenlogo an der Frontpartie. Insgesamt wirkt der neue Voyager frischer als sein Vorgänger.

Interieur poliert
Beim Interieur wurden Details aufpoliert, es hat aber keine wesentliche Überarbeitung stattgefunden. Am auffälligsten sind die nun hellen Zifferblätter der Instrumente. Die Mittelkonsole wuchs weiter in den Wagen hinein, sodass der Fahrer die Schalter nun besser erreichen kann.

Große Schiebetüren
Auch das amerikanische Feeling, das der Wagen insgesamt vermittelt, bleibt erhalten. Der Fahrersitz bietet nur unzureichenden Seitenhalt, ist aber bequem. Durch die erhöhte Sitzposition lässt sich die Straße besser überschauen. Die vier Einzelsitze im Fond des von uns getesteten Wagens ließen sich durch die zwei großen, elektrisch zu öffnenden Schiebetüren relativ bequem erreichen. Nur um zur dritten Reihe zu kommen, muss sich ein Erwachsener ein wenig verwinden. Die Rückenlehnen der Fondsitze lassen sich klappen und so als Tische mit Becherhaltern nutzen. Um mehr Stauraum zu bekommen, können die Sitze auch komplett ausgebaut werden.

Kein ,Stow'n Go" für Europa
Wermutstropfen: Das auf dem US-Markt bereits angebotene ,Stow'n Go" (,Einpacken und Losfahren")-System ist für die Europa-Modelle noch nicht zu haben. Das System erlaubt es, die Sitze per einfachem Handgriff im Wagenboden zu versenken. Um dieses praktische Novum auch in hiesigen Breiten anzubieten, müsse das komplette Chassis verändert werden. Das wiederum würde eine Umstellung der Produktionsstätte des Voyager im österreichischen Graz voraussetzen, so ein Chrysler-Sprecher. Wann das neue System kommt, wurde noch nicht bekannt gegeben.

150 starke Diesel-PS
Neu ist jedoch der 150 PS starke 2,8-Liter-Selbstzünder, der den Voyager mit 360 Newtonmetern zu den drehmomentstärksten Selbstzündern seiner Klasse macht. Das neue Aggregat ist aus dem Jeep Cherokee bekannt. Im Voyager fällt es durch Durchzugsstärke und Laufruhe auf. Der Motor entwickelt seine Kraft druckvoll aus unteren Drehzahlen und lässt sich bei mittleren Touren kraftvoll beschleunigen. In 11,9 Sekunden sprintet der Voyager auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 180 km/h angegeben, wenngleich sich der über zwei Tonnen schwere Wagen auf der Autobahn etwas lustlos zeigt, sie zu erreichen.

Sanfte Automatik
Die Vier-Stufen-Automatik verrichtet ihren Dienst nahezu unbemerkt, die Stufen werden selbst beim Kickdown sehr sanft gewechselt. Der riesige Wählhebel befindet sich US-Car-typisch am Lenkrad und macht das Route-66-Feeling beim Fahren des Van perfekt.

Komfortables Fahrwerk
Zu diesem gehört natürlich auch das Kurven- und Fahrverhalten. Das Fahrwerk schluckt Bodenunebenheiten sehr gut und gerne weg, in Kurven neigt sich die Karosserie zur Seite, der Versuch einer ambitionierten Fahrweise wird durch den schaukeligen Aufbau und die etwas indirekte Lenkung gebremst.

Ab 27.400 Euro
Der Voyager 2.8 CRD kostet in der Grundausstattung Family ab 27.400 Euro, das sind 500 Euro mehr als für den sieben PS schwächeren 2.5 CRD mit Schaltgetriebe hinzulegen sind. An Bord des 2.8 CRD sind beispielsweise die Vier-Stufen-Automatik, das ABS, der Tempomat, die Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorn und vier Airbags.

Preisliste


Chrysler Voyager 2.8 CRD Family

Grundpreis: 27.400 Euro
Voyager 2.8 CRD SE 29.900
Voyager 2.8 CRD LX 37.630
Navi-System mit Radio und CD (nur für SE) 1.550
Sechssitzer (Kontursitze mit Schalensitzen hinten; nur SE und LX) 440
Metallic-Lack (für Family) 425
el. Schiebetüren mit Zuziehhilfe und Einklemmschutz (nur für LX) 820

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Vier Zylinder, Reihe 
Hubraum in ccm 2.776 
Leistung in PS 150 
Leistung in kW 110 
bei U/min 1.800 
Drehmoment in Nm 360 
Maße und Gewichte
Länge in mm 4.808 
Breite in mm 1.997 
Höhe in mm 1.803 (mit Reling) 
Radstand in mm 2.878 
Leergewicht in kg 2.015 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 180 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 11,9 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 8,4 

Warp 2.8 fürs Raumschiff