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Ford Maverick 2.3: Kompakter Softroader mit 150 Allrad-PS

Bedingt geländetaugliche Highclass-Version für 28.450 Euro im Test

Kompaktes Allrad-SUV

Fabian Grass Fabian Grass

Von: Fabian Grass

17. Jan. 2006 um 17:34 Uhr

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Ein bedingt geländetauglicher Pkw mit Offroadoptik und limousinenähnlichen Fahreigenschaften: Der Ford Maverick entspricht in etwa dieser Definition eines SUV (Sports Utility Vehicle). Mit einer Länge von 4,44 Metern gehört das Auto zu den kompakten Vertretern dieser Gattung. Drei Versionen des Maverick werden angeboten: Das Topmodell ist der Limited V6 mit einem 203 PS starken Dreiliter-Benziner. Daneben gibt es zwei Ausstattungsvarianten mit einem 2,3-Liter-Ottomotor. Wir haben das Auto mit dem 150-PS-Vierzylinder in der Ausstattung Highclass für Sie getestet.

Motor: Ausreichend, aber nicht berauschend
Der 150-PS-Benziner bietet ein maximales Drehmoment von 200 Newtonmeter bei 4.000 U/min. Wie schnell die 150 PS den Maverick auf Tempo 100 bringen, hat Ford nicht ermittelt – als Ungefähr-Wert werden von der Presseabteilung elf Sekunden genannt. Im Vergleich zur Konkurrenz geht dieser Wert in Ordnung: Der 152 PS starke Toyota RAV4 2.0 liegt mit 10,6 Sekunden im selben Bereich. Der 1,6 Tonnen schwere Ford ist mit seinem Aggregat ausreichend motorisiert, vermittelt aber kein berauschendes Erlebnis.

Dröhnen ab 4.000 Touren
Bei niedrigen Drehzahlen ist der Maverick eher leise, doch ab 4.000 U/min entwickelt er plötzlich ein dröhnendes Geräusch, das bis zum Erreichen der Höchstgeschwindigkeit bei 171 km/h auch nicht mehr verschwindet. Der 2,3-Liter-Motor wird mit einer Fünfgang-Schaltung kombiniert, die für unseren Geschmack eine Idee zu schwergängig ist. Der Verbrauch liegt laut Hersteller bei 9,7 Litern Normalbenzin. Auf unseren Testfahrten brauchten wir mit 10,7 Litern etwas mehr. Sparsamer ist das RAV4-Vergleichsmodell. Es benötigt laut Toyota nur 8,6 Liter auf 100 Kilometer.

Automatisch zuschaltender Allradantrieb
Der Maverick wird in allen Versionen mit einem automatisch zuschaltenden Allradantrieb ausgerüstet. Er leitet auf griffigem Untergrund alle Kraft an die Vorderachse. Lässt die Traktion nach, schließt sich automatisch eine Lamellenkupplung, wodurch bis zur Hälfte des Drehmoments an die Hinterachse umgeleitet wird. Das macht den Maverick noch nicht zum harten Offroader, erlaubt aber Ausflüge ins mittelschwere Gelände.

Zum Teil erstaunlich gute Offroadeigenschaften
Die Bodenfreiheit des Maverick ist mit über 21 Zentimetern sogar größer als etwa bei der fünftürigen Mercedes G-Klasse, einem Offroader der harten Schule. Auch bei der Wat-Tiefe übertrifft der Maverick den Geländeklassiker, und beim hinteren Böschungswinkel fehlt nicht viel zum Gleichstand. Vorn allerdings macht sich der längere Vorbau des Maverick bemerkbar: 19 Grad vorderer Böschungswinkel sind kein guter Wert. Als praktisch erweisen sich die robusten Plastikelemente vorne und hinten: Wenn man ein Schaben oder sogar Krachen hört, ist noch nichts kaputt, aber man weiß, dass jetzt die Grenze der Geländegängigkeit erreicht ist. Ein Nachteil abseits der Straße ist das ungeschützt unter dem Boden hängende Reserverad.

Hart bei Unebenheiten, weich in der Kurve
Der Maverick ist recht hart gefedert. Typisch Offroader, mag man vielleicht sagen. Doch in der Kurve zeigt sich der Maverick dann wieder von der weichen Seite und neigt sich deutlich nach außen – bei einer Fahrzeughöhe von 1,76 Metern kein Wunder. Autos mit aufwendiger konstruierten Fahrwerken wie etwa der Mercedes ML machen das besser.

Verbesserter Innenraum und viel Platz im Fond
Im Innenraum fällt vor allem die mattsilbern glänzende Mittelkonsole auf. Auch das Lenkrad ist nicht mehr so plump wie früher. Die weißen Instrumente sind jedoch auch nicht wesentlich hübscher als vor dem letzten Facelift. Große Ablagen etwa für den dicken Straßenatlas fehlen. Die Sitze bieten akzeptablen Seitenhalt für einen Softroader. Die offroadtypischen Haltegriffe in den A-Säulen sind vielleicht für ein SUV etwas übertrieben, aber sie stören ja nicht. Im Fond gibt es beim Maverick viel Platz für die Knie und genug Raum über dem Kopf – auch für Erwachsene. Allerdings gibt es auch hier zu wenig Ablagen: Es fehlen die Fächer in den Türen.

Großer Kofferraum
Der Kofferraum bietet in der normalen Sitzkonfiguration 470 Liter Platz – das ist etwa soviel wie ein Kombi der unteren Mittelklasse schluckt. Bevor die Rücksitze umgelegt werden, sind die Kopfstützen zu entnehmen. Nach dem Umklappen ergeben sich 1.810 Liter Raum für Gepäck, also deutlich mehr als Autos wie der VW Golf Variant bieten. Der Laderaum ist schön eben wie bei einem Kombi, allerdings liegt die Ladekante höher. Eine Ladeschwelle gibt es wie bei den meisten Kombis nicht.

Ab 25.990 Euro
Der Grundpreis für den Maverick liegt bei 25.990 Euro. Dafür gibt es eine umfassende Airbagausstattung mit sechs Luftsäcken. ESP ist jedoch weder serienmäßig noch optional nicht erhältlich – ein Sicherheitsmanko und damit keine gute Empfehlung für ein Auto, das sich ansonsten gut als Familienauto eignet. Die Komfortausstattung ist dafür ordentlich: Außer elektrischen Fensterhebern vorn und hinten gibt es auch elektrisch einstellbare Außenspiegel, ein CD-Radio und eine Klimaanlage. Negativ fällt ins Gewicht, dass man – von Optikdetails abgesehen – kaum Extras für die Basisversion bestellen kann. Wer etwa ein Schiebedach haben möchte, muss gleich die fast 2.500 Euro teurere Highclass-Version ordern. Hier bekommt man außerdem einen elektrisch einstellbaren Fahrersitz, einen Tempomat, eine Lederausstattung und eine Sitzheizung vorne. Die Preise für den Maverick 2.3 sind akzeptabel: Die Konkurrenz liegt auf gleichem Niveau. So kostet der 152 PS starke Toyota RAV 4 2.0 mit 25.700 Euro fast genauso viel – mit vergleichbarer Ausstattung und serienmäßigem ESP.
(sl)

Preisliste

Ford Maverick 2.3

Grundpreis: 25.990 Euro

Modell Preis in Euro Ford Maverick Highclass 28.450 Ford Maverick 25.990

Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP - Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie (automatische Deaktivierung) Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn Serie Seitenairbags hinten Serie Kopfairbags hinten Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. Fensterheber hinten Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie Klimaanlage Serie Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Bildschirmnavigation 995 (Becker Traffic Pro Highspeed) CD-Radio Serie elektr. Schiebedach - Metalliclackierung 485 Leichtmetallfelgen 16 Zoll Serie

Elektronische Einparkhilfe hinten 485 Anhängerkupplung ab 620 Abnehmbare Anhängerkupplung 790 Dachspoiler in Wagenfarbe 470 Schwellerschutz aus poliertem Edelstahl 695 Alu-Dekor an Fensterhebern vorn und hinten 95 Einstiegsleisten aus poliertem Edelstahl vorn und hinten 110 17-Zoll-Alufelgen (4 Stück) 795

Datenblatt

Motor und Antrieb Motorart Reihen-Ottomotor  Zylinder 4  Ventile 4  Hubraum in ccm 2.261  Leistung in PS 150  Leistung in kW 110  bei U/min 4.000  Drehmoment in Nm 200  Antrieb Allradantrieb  Gänge 5  Getriebe Schaltung  Kraftverteilung variabel  Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.557  Spurweite hinten in mm 1.548  Radaufhängung vorn Einzelradaufhängung vorn mit McPherson-Federbeinen, Querlenkern und Querstabilisator  Radaufhängung hinten Einzelradaufhängung hinten mit Schraubenfedern, Doppelquerlenkern und Längslenkern  Bremsen vorn innenbelüftete Scheiben  Bremsen hinten Scheiben  Räder, Reifen vorn 16-Zoll-Aluräder, 215/70 R 16  Räder, Reifen hinten 16-Zoll-Aluräder, 215/70 R 16  Lenkung Servolenkung  Geländekompetenz Böschungswinkel vorn in Grad 19  Böschungswinkel hinten in Grad 27  Rampenwinkel in Grad 19  Steigfähigkeit in Prozent 100  Wattiefe in mm 600  Bodenfreiheit in mm 211  Maße und Gewichte Länge in mm 4.441  Breite in mm 1.825  Höhe in mm 1.762  Radstand in mm 2.620  Leergewicht in kg 1.595 bis 1.636  Zuladung in kg 387 bis 428  Kofferraumvolumen in Liter 470  Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.810  Anhängelast, gebremst in kg 1.500  Dachlast in kg 45  Tankinhalt in Liter 61  Kraftstoffart Normalbenzin  Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 171  Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden ca. 11  EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 9,7  EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 12,8  EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 7,9  Testverbrauch Gesamt in Liter/100 km 10,7  CO2-Emission in g/km 232  Schadstoffklasse Euro 4 

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