Das neue Audi A3 Cabriolet im Test

Hierzulande hat der Herbst unmissverständlich Einzug gehalten, die richtig kalten Tage stehen in den kommenden Wochen ins Haus. Wer macht sich da schon Gedanken um ein Cabrio? Dabei ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt dafür, um dann pünktlich zum Frühlingsbeginn das Wunschfahrzeug sein Eigen nennen zu können. Deshalb hat Audi sein neues A3 Cabriolet bereits jetzt vorgestellt, rund vier Monate bevor es zu den Händlern kommt. Die ersten Testfahrten fanden glücklicherweise in sonnigen Gefilden statt und lassen die Hoffnung aufkeimen, dass der deutsche Winter kein allzu ausgedehntes Gastspiel geben möge.

Die erste Generation sollte noch den Golf ersetzen
Im Vergleich zur 2008 erschienenen ersten Generation punktet die zweite Auflage durch ein gefälligeres Äußeres und mehr Platz. Wie es dazu kam, gibt auch einen Einblick in die markenübergreifende Modellpolitik des Volkswagen-Konzerns. Als das A3 Cabriolet erstmals auf den Markt kam, gab es kein Golf Cabriolet. VW hatte nur den größeren Eos im Programm. Also musste der A3 die entstandene Nische besetzen, blieb entsprechend kompakt und bekam lediglich ein Stummelheck verpasst. Nun, da längst wieder ein offener Golf angeboten wird, hatten die Ingolstädter bei der Entwicklung des offenen A3 viel mehr Gestaltungsfreiraum. Er wurde genutzt und ermöglichte eine längere Heckpartie, die das Auto deutlich eleganter auftreten lässt als den etwas pummelig geratenen Vorgänger.

Um 18 Zentimeter gewachsen
Den Radstand von 2,60 Meter teilt sich das A3 Cabriolet mit dem dreitürigen Bruder, die Linienführung erinnert allerdings an das noch recht junge Stufenheckmodell. Mit 4,42 Meter ist der Frischluft-A3 auch fast genauso lang und überragt den Vorgänger damit um gleich 18 Zentimeter. Dieses Plus kommt besonders dem Gepäckraum zugute. Er fasst 275 Liter bei offenem und 320 Liter bei geschlossenem Verdeck – das sind immerhin 60 Liter mehr als bislang. Zudem wurde die Ladeöffnung vergrößert. Klappt man die Rücksitzlehnen nach vorn, entsteht wie gehabt eine Durchreiche, die beispielsweise den Transport von Skiern erlaubt. Nicht so deutlich fällt der Platzgewinn im Fond aus. So richtig bequem sitzt man hier nicht, immerhin besteht aber die Möglichkeit, zwei Personen mitzunehmen.

Windschott ist ein absolutes Muss
Wer das A3 Cabriolet offen fährt, entscheidet selbst, wie viel Frischluft er sich um die Ohren blasen lässt. Das kann richtig viel sein, reduziert sich bei hochgefahrenen Seitenscheiben spürbar und kann mithilfe des Windschotts auf ein selbst bei Autobahntempo sehr erträgliches Maß minimiert werden. Wie bei fast allen Cabrios muss das Windschott extra bezahlt werden. Im Falle des A3 kostet das 320 Euro, die man sich keinesfalls sparen sollte. Eine Neuerung im A3 Cabriolet ist die optionale Kopfraumheizung. Sie pustet Fahrer und Beifahrer in drei Stufen regulierbar warme Luft in den Nacken. Das ist sehr angenehm, könnte aber etwas leiser funktionieren.

In 18 Sekunden vollautomatisch auf oder zu
In unseren Gefilden wird ein Cabrio naturgemäß deutlich häufiger geschlossen als offen gefahren. Die Stoffmütze, der Audi traditionell den Vorzug vor einem Metallklappdach einräumt, schafft bei kühleren Temperaturen oder Niederschlag Abhilfe. Das Verdeck ist in zwei Varianten zu haben – als Standardausführung und als so genanntes Akustikverdeck. Beide öffnen und schließen vollautomatisch in 18 Sekunden, was bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h auch während der Fahrt möglich ist. Zusammengelegt verschwindet das Faltdach unter einem Deckel. Beim Vorgänger gab es letzteren nicht, Stoff und Verdeckgestänge lagen offen und ungeschützt frei. Das 250 Euro teure Akustikverdeck lässt dank dickerem Stoff und mehr Dämmschaum kaum Außengeräusche in den Innenraum dringen. Entsprechend schnell vergessen die Insassen, dass sie kein festes Dach überm Kopf haben. Im Falle eines Überschlags fahren hinter den Fondkopfstützen zwei Stahlplatten aus, die gemeinsam mit dem Rahmen der Windschutzscheibe die Sicherheit der Passagiere gewährleisten sollen. Die beiden unschönen Überrollbügel sind damit verschwunden.

Zunächst mit 140 bis 180 PS
Zum Marktstart stehen für das A3 Cabriolet zunächst drei Turbomotoren zur Wahl, ein Diesel und zwei Benziner. Der 2.0 TDI leistet 150, der 1.4 TFSI mit Zylinderabschaltung 140 PS. Stärkste Variante ist der 1.8 TFSI mit 180 PS. Er geht angenehm dezent und unaufgeregt zu Werke, sorgt stets für guten Durchzug und hält in der Hinterhand immer ausreichend Kraftreserven bereit. Sein maximales Drehmoment steht über ein sehr breites Drehzahlband zwischen 1.250 und 5.000 Umdrehungen zur Verfügung, so dass man mit wenig Schaltarbeit auskommt. Die übernimmt wahlweise ein leichtgängiges Sechsgang-Getriebe oder das komfortable Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Weitere Motorisierungen folgen, sodass die Leistungsspanne von 110 PS im 1.6 TDI bis zu 300 PS im erstmals angebotenen S3 Cabriolet reichen wird. Für ausgewählte Varianten wird der Allradantrieb quattro erhältlich sein, womit sich der A3 ein Alleinstellungsmerkmal im Segment der kompakten Cabrios sichert. Das von den anderen Geschwistern bekannte Fahrwerk überzeugt auch in der Frischluft-Ausgabe mit hohem Abrollkomfort gewürzt mit einer Prise Sportlichkeit.

Über 6.000 Euro teurer als die Limousine
Bestellbar ist das A3 Cabriolet bereits jetzt. Die Einstiegsversion 1.4 TFSI ist ab 31.700 Euro zu haben. Der Aufpreis gegenüber der Limousine beträgt damit saftige 6.200 Euro, gegenüber dem Dreitürer sind es noch einmal 600 Euro mehr. Ein günstiges Schnäppchen ist der Audi damit keineswegs, zumal die Ingolstädter wie gewohnt auch bei den Extras kräftig zulangen. Im Gegenzug ist für den offenen A3 aber fast alles erhältlich, was die Technikabteilungen momentan hergeben – vom aktiv eingreifenden Spurhalteassistenten über den Abstandstempomat, die kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung und den selbsttätig lenkenden Einparkassistent bis hin zum hochmodernen Infotainmentsystem mit Internetanbindung.

Wertung

  • ★★★★★★★★★☆
  • Wer ein schickes Audi-Cabrio fahren will, muss nicht mehr zwangsläufig zum A5 greifen, sondern wird künftig auch eine Klasse tiefer fündig. Das neue A3 Cabriolet ist im Vergleich zum Vorgänger nicht nur größer, sondern auch eleganter geworden. Gleichzeitig wurde kräftig an der Preisschraube gedreht, etwa 3.000 bis 4.000 Euro mehr als bisher werden fällig. In vielfacher Hinsicht passt das neue A3 Cabriolet damit genau in die Mitte zwischen VW Golf und Audi A5 Cabriolet.

    + deutlich schicker geworden, gewachsener Kofferraum, sehr komfortabel, moderne Assistenz- und Infotainmentsysteme

    - ordentlicher Preisaufschlag gegenüber den Geschwistern, unbequemer Fond, schlechte Rundumsicht bei geschlossenem Verdeck

  • Antrieb
    90%
  • Fahrwerk
    90%
  • Karosserie
    85%
  • Kosten
    75%

Preisliste


Audi A3 1.8 TFSI Cabriolet S tronic

Grundpreis: 35.800 Euro
Ausstattungen Preis in Euro
elektr. Fensterheber vorn Serie
elektr. Fensterheber hinten Serie
Klimaanlage Serie
Klimaautomatik 550
Automatikgetriebe Serie (Doppelkupplung)
Bildschirmnavigation ab 1.585
CD-Radio Serie
MP3 Serie
Metalliclackierung 650
Leichtmetallfelgen Serie (16 Zoll)
Tempomat 270
Lederausstattung 1.650
Xenonlicht 920
Kurvenlicht 1.270
Nebelscheinwerfer 165
Start-Stopp-System Serie
S-line-Exterieurpake 1.660
17-Zoll-Leichtmetallräder ab 700
18-Zoll-Leichtmetallräder ab 1.450
19-Zoll-Leichtmetallräder 2.350
Fernlichtassistent 135
Akustikverdeck 250
Windschott 320
Sportsitze 235
Sitzheizung vorn 330
Kopfraumheizung 450
Bluetooth-Freisprecheinrichtung 300
aktiver Spurhalteassistent 600
Totwinkelwarner 500
Abstandstempomat 560
Einparkhilfe hinten 400
Einparkhilfe vorn und hinten 780
Einparkassistent 890
Rückfahrkamera 410

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Reihen-Ottomotor mit Benzindirekteinspritzung und Turboaufladung 
Zylinder
Ventile
Hubraum in ccm 1.798 
Leistung in PS 180 
Leistung in kW 132 
bei U/min 1.250 - 5.000 
Drehmoment in Nm 250 
Antrieb Frontantrieb 
Gänge
Getriebe Doppelkupplungsgetriebe 
Maße und Gewichte
Länge in mm 4.421 
Breite in mm 1.793 
Höhe in mm 1.409 
Radstand in mm 2.595 
Leergewicht in kg 1.505 
Zuladung in kg 500 
Kofferraumvolumen in Liter 275 - 320 
Kofferraumvolumen, variabel in Liter 680 
Kraftstoffart Super 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 242 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 7,8 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 5,8 
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 7,3 
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 4,8 
CO2-Emission in g/km 133 
Schadstoffklasse Euro 6 

Bildergalerie: Der Frühling kann kommen