Der krasseste und heite mit Abstand teuerste Renault 5 ist der radikal konzipierte Renault 5 Turbo, der 1980 in die Schauräume der Händler rollt und mit der erfolgreichen Baureihe nicht mehr viel gemein hat.

Den 118 kW (160 PS) starken 1,4-Liter-Turbomotor mit Ladeluftkühler trägt der um 20,2 Zentimeter verbreiterte "Backenturbo" nicht unter der vorderen Haube, sondern längs hinter den Vordersitzen, und überträgt die Kraft auf extrem breit bereifte Hinterräder der Dimension 220/55 VR 365. Die Respekt einflößenden Fahrleistungen– etwa das Beschleunigungsvermögen von 0 auf 100 km/h in lediglich 6,9 Sekunden – sichern ihm einen Platz unter den Supersportwagen der damaligen Zeit.

Im Interieur verblüfft der bei Alpine in Dieppe gefertigte Bolide durch futuristisches Design: Zwei außergewöhnliche Sportsitze sorgen ebenso für Aufsehen wie farbenfrohe Teppiche, Türverkleidungen oder der Instrumententräger. Das asymmetrische Zweispeichen-Lenkrad schafft freien Blick auf die eindrucksvolle Uhrensammlung mit insgesamt zehn Rundinstrumenten.

Insgesamt rollten bei Alpine in Dieppe 1.690 Exemplare des Renners aus der Fabrik.

Technisch praktisch unverändert, aber ohne die teuren Kunststoff- und Aluminium-Karosserieteile, erschien 1983 der Renault 5 Turbo 2 als Schlusspunkt einer ruhmreichen Karriere auf dem Markt.

Auch er war knapp über 200 km/h schnell und ähnelte seinem Vorgänger zum Verwechseln. De facto aber stand der Turbo 2 der Renault 5-Großserie wesentlich näher. So verzichtete er zugunsten der Innenausstattung aus dem Renault 5 Alpine auf das markante Cockpit des Turbo 1 und besaß eine nur leicht geänderte Vorderachsaufhängung. Dem preisgünstigeren und harmonischer zu fahrenden  Turbo 2 war auch der größere Verkaufserfolg beschieden: Von dem Renner wurden insgesamt 3.180 Exemplare gefertigt.