Nach dem Gewinn der Rallye-Weltmeisterschaft und der Übernahme durch Renault 1973 setzt sich Alpine ein neues Ziel: den Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans. Die Sportwagenschmiede in Dieppe und der große Automobilhersteller beschließen, auf dem Weg über die 2-Liter-Sportwagen-Europameisterschaft wieder in den Langstreckensport einzusteigen.

Gordini entwickelt hierfür 1972 einen 2-Liter-V6-Motor mit 90 Grad Zylinderwinkel und rund 300 PS Leistung und Alpine einen neuen, offenen Sportprototyp, die A440. Das Paket liefert schon in der Premierensaison 1973 gute Ergebnisse, hat jedoch noch mit Problemen bei der Zuverlässigkeit zu kämpfen.

1977 konzentriert sich das Renault Alpine Team ganz auf die 24 Stunden von Le Mans. Der Auftritt am Circuit del a Sarthe ist generalstabsmäßig geplant, nichts wird dem Zufall überlassen. Insgesamt sind vier A442 am Start: drei Werkswagen und das Fahrzeug eines Privatteams. Mit Jean-Pierre Jabouille/Derek Bell, Patrick Depailler/Jacques Laffite und Patrick Tambay/Jean-Pierre Jaussaud schickt die Equipe drei gut vorbereitete Fahrerteams ins Rennen.

Doch eine Serie von Defekten reißt die Renault Alpine Crew aus den Siegträumen. Besonders bitter: Jabouille/Bell liegen in Führung, als sie als letzte Werkspiloten in Runde 289 einen Motorschaden erleiden.

Die erneute Niederlage in Le Mans ist für Renault Alpine ein herber Rückschlag. Umso verbissener macht sich das Team an die Vorbereitung für den nächsten Anlauf im Jahr 1978. Im November 1977 führt die Equipe extra Hochgeschwindigkeitstests auf einer Rennstrecke in den Vereinigten Staaten durch, um erneute Kolbenschäden auf der Hunaudières zu verhindern, auf der die A442 rund 50 Sekunden lang mit über 350 km/h Topspeed entlangjagen.

Die Erkenntnisse münden in die Modifikation der bisherigen Motoren und den Aufbau eines komplett neuen Einzeltriebwerks, das mit 2.140 Kubikzentimeter Hubraum gerade noch innerhalb der Grenzen des Reglements liegt. Das Aggregat wird zur Basis für die ebenfalls neu entwickelte A443, der eigentlich die Rolle zugedacht ist, den Lorbeer in Le Mans einzufahren.

Hierbei soll auch ein aerodynamisch geformter, transparenter Windabweiser helfen, der gleichzeitig als Dach dient.

Zusätzlich zu der von Jean-Pierre Jabouille und Patrick Depailler pilotierten A443 schickt Renault Alpine zwei A442 ins Rennen. Besetzt sind sie von Didier Pironi/Jean-Pierre Jaussaud und Derek Bell/Jean-Pierre Jarier. Hinzu kommt die vom Privatteam Calberson betreute A442 Nummer drei mit dem Trio Guy Fréquelin/Jean Ragnotti/José Dohlem am Steuer.

Das Rennen wird zum echten Krimi, die Renault Alpine liegen phasenweise auf den Plätzen eins, zwei, drei und fünf, doch dann müssen nacheinander Bell/Jarier und die als teaminterne Favoriten betrachteten Jabouille/Depailler aufgeben. Daraufhin übernehmen Didier Pironi und Jean-Pierre Jaussaud die Führung und sind nicht mehr einzuholen. Nach 24 Stunden sichern sie Renault und Alpine den heiß ersehnten Triumph in Le Mans. Die beiden Franzosen bringen ihre A442 mit fünf Runden Vorsprung ins Ziel.