Aston Martin Valhalla Spider (2027): F1-Technik unter freiem Himmel
In enger Zusammenarbeit mit dem Formel-1-Team wurde dem 1.079-PS-Hypercar das Dach genommen
In der Formel 1 läuft es für Aston Martin mit dem neuen Honda-Motor sagen wir mal ... eher semioptimal. Wollte der Bolide zu Anfang der Saison nicht mal die volle Renndistanz absolvieren, konnte im Verlauf der Saison 2026 zumindest eine Handvoll Punkte eingesammelt werden. Da ist es doch um so schöner, wenn die Briten mal wieder etwas Positives zu berichten haben.
Der schnellste Aston Martin aller Zeiten ohne Dach wäre doch so eine Ankündigung, die frischen Wind in die betrübten Werkshallen weht ... und in des Fahrers Gesicht. Denn genau den wird es ab dem dritten Quartal 2027 geben. Wir sagen Hallo zur "prächtigen Residenz und Halle des Göttervaters Odin", die ganz bald auch mit Frischluftabteil zu haben ist: der Aston Martin Valhalla Spider.
Bildergalerie: Aston Martin Valhalla Spider (2027)
Und weil nur ein Rekord in dieser Phase langweilig wäre, ist das offene Hypercar der Briten gleichzeitig auch das erste offene Fahrzeug der Marke mit Mittelmotor. Wenn die eigene Formel-1-Abteilung aber eines kann, dann offene Fahrzeuge bauen. Genau deshalb war das Team erneut an der Aerodynamik, den Fahreigenschaften und der Auswahl der Materialien beteiligt.
Valhalla Spider mit Stoff- oder Carbondach
Die aggressive Linie des Valhalla konnte für den Spider beibehalten werden. Witzigerweise sind bereits beim Coupé Linien zu erkennen, die ein Abnehmen des Dachs suggerieren, wie sie unten im Vergleich sehen. Serienmäßig kommt das Super-Cabrio mit einem abnehmbaren und leicht verstaubaren schwarzen Stoffdach, das Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h ermöglicht. Wer auch geschlossen die vollen 350 km/h Endgeschwindigkeit ausnutzen will, muss das optionale Carbondach ordern.
Mit allzu viel Wind um die Nase sollte man im offenen Hypercar aber nicht rechnen. Erstens sitzt es sich recht tief, zweitens steuert ein Windabweiser, der nach dem Abnehmen des Dachs "mit wenigen Handgriffen" angebracht wird, den Luftstrom. Das Element leitet den Luftstrom von der Oberkante der Windschutzscheibe so um, dass die kühlende Luft gezielt nach unten zum Ansaugschnorchel gesogen wird. Der restliche Fahrtwind wird einfach über die Köpfe der Insassen hinweggeleitet.
Milde Anpassungen fürs Cabrio
Der Schnorchel wurde noch einmal bearbeitet und sitzt jetzt 35 Millimeter höher. Bei geschlossenem Dach lässt sich der Windabweiser dreiteilig zusammenfalten und in den neu geschaffenen, 15 Liter fassenden Staufächern in den Seitenschwellern unterbringen – ja, richtig gelesen! Und auch an der Abstimmung der aktiven Aerodynamik und des Elektronischen Stabilitätsprogramms (ESP) wurde noch einmal gefeilt. Beide Steuerungseinheiten passen sich aerodynamischen Veränderungen an, um Fahrzeugbalance und Stabilität zu halten.
Ansonsten wurde die Architektur vom Coupé übernommen. Die gezielte Steuerung der Unterbodenströmung, um den Abtrieb an Vorder- und Hinterachse zu regulieren, bleibt dem Spider erhalten. So erreicht der Roadster bei montiertem Dach einen maximalen Abtrieb von über 600 Kilogramm. Das Grundgerüst bildet eine Variante des maßgeschneiderten Carbon-Monocoques aus dem Coupé.
"Das Valhalla Coupé hat in so vielen Bereichen echte Pionierarbeit geleistet. Es war unser erster in Serie gefertigter Mittelmotor-Supersportwagen. Unser erster Plug-in-Hybrid. Der Erste mit unserem maßgeschneiderten Flat-Plane-V8 und das erste Modell mit unserem völlig neuen 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe", so Aston Martins CEO Adrian Hallmark.
"Der Valhalla Spider baut auf diesen beeindruckenden Meilensteinen auf. Er bewahrt die ästhetische Schönheit und die dynamische Bandbreite des Coupés, eröffnet aber gleichzeitig neue Dimensionen von Fahrspaß, wie man sie eben nur in einem offenen Supersportwagen findet", so Hallmark weiter.
4,0-Liter-Twin-Turbo-V8 als Herzstück
Apropos Plug-in-Hybrid – der Antriebsstrang mit seinen 1.079 PS und 1.100 Nm Drehmoment bildet natürlich auch das Herzstück des Spider. 828 PS liefert allein der 4,0-Liter-Twin-Turbo-V8. Macht eine Literleistung von 207 PS, was Nummer drei in unserer Rekordaufzählung bedeutet, dem höchsten spezifischen Wert, den je ein Verbrennungsmotor von Aston Martin erreicht hat. Nun gut, genau genommen besaß diesen Wert auch schon das Coupe.
Aber sei es drum, kombiniert wird der Twin-Turbo mit drei Elektromotoren und eine Hochleistungsbatterie (HPB), die zusätzliche 251 PS beisteuern. Zwei Elektromotoren sitzen an der Vorderachse, der dritte ist in das 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe integriert und unterstützt beim Antrieb der Hinterachse und des E-Differenzials.
Platzgenommen wird beim Valhalla Spider auf neuen Carbon-Touringsitzen. Die sollen den Insassenkomfort sowie das Ein- und Aussteigen bei geschlossenem Dach noch angenehmer gestalten. Wer das offene Biest aber ähnlich ausquetschen will, wie seinen Coupé-Bruder, kann ebenfalls ohne Aufpreis auf die ursprünglichen Carbon-Schalensitze aus dem Valhalla Coupé zurückgreifen.
Seine physische Weltpremiere feiert der Aston Martin Valhalla Spider an diesem Wochenende beim Concours 2026 im Wynn in Las Vegas. Einen Preis nennen die Briten nicht, schätzungsweise wird sich der Roadster noch einmal oberhalb der eine Million Euro des geschlossenen Bruders einsortieren.
Auch interessant
Die 15 besten Filmautos aller Zeiten im Ranking
Skoda Trekka (1966-1972): Kennen Sie den noch?
Bodo mit dem Dampfhammer: Unterwegs in der Brabus-Gründer-Hommage
Audi Q9 (2026): Das XXL-SUV für das neue US-Werk im ersten Fahrbericht
Aston Martin verschiebt erstes E-Auto: V8 und V12 bis 2035
Das kosten die neuen Hybrid-Varianten von Skoda Octavia, Superb und Kodiaq RS
Aston Martin DBX GT (2026): 727 PS im dezenten Gewand