Offiziell: Audi baut ein eigenes Werk in den USA
Der Baubeginn in Georgia ist für 2027 vorgesehen, 4.500 Arbeitsplätze sollen entstehen
Lange wurde darüber gemunkelt, jetzt ist es offiziell: Audi plant die Errichtung des ersten eigenen Werkes in den USA. Das Unternehmen beabsichtigt, eine Summe von rund vier Milliarden US-Dollar in den neuen Produktionsstandort zu investieren und im Zuge dessen etwa 4.500 direkte Arbeitsplätze zu schaffen. Der Standort des geplanten Werkes befindet sich auf dem Areal der Middle Georgia Mega Site im US-Bundesstaat Georgia.
Diese Standortentscheidung beruht laut Audi "auf der dort gut erschließbaren Logistikinfrastruktur, der Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte sowie dem Zugang zu einem bereits etablierten Netzwerk regionaler Automobilzulieferer. Zudem bietet das gewählte Areal erhebliche Flexibilität und Raum für mögliche künftige Erweiterungen."
Bildergalerie: Audi SQ9 (2026)
Produktion startet Anfang der 2030er-Jahre
Der offizielle Baubeginn des Werkes ist für das Jahr 2027 vorgesehen, während der Beginn der regulären Fahrzeugproduktion für den Anfang der 2030er Jahre geplant ist. Nach der Fertigstellung soll die Fertigungsstätte eine jährliche Produktionskapazität von 200.000 Fahrzeugen erreichen. Der operative Schwerpunkt der lokalen Fertigung wird auf Premium-SUVs wie dem Q9 liegen, die speziell für die Anforderungen und Präferenzen nordamerikanischer Kundinnen und Kunden entwickelt werden.
Durch diesen Ausbau der lokalen Präsenz strebt Audi eine grundlegende Stärkung seiner Position auf dem US-amerikanischen Markt an, der als zweitgrößter Premiummarkt der Welt erhebliches Wachstumspotenzial bietet. Audi-Chef Gernot Döllner unterstreicht die Notwendigkeit dieses Schrittes mit dem Hinweis, dass das Unternehmen in den USA dauerhaft wachsen wolle und dort sein Potenzial bisher noch nicht voll ausschöpfe. Ziel sei es, das Audi-Geschäft in den USA nachhaltig zu stärken, wozu eine eigene Fertigung den zentralen Schlüssel darstelle.
Antwort auf Strafzölle
Die geplante Investition etabliert Nordamerika neben Europa und China als dritte tragende Säule innerhalb des globalen Audi-Produktionsnetzwerks. Der Aufbau einer eigenen Fertigung im Zielland dient in diesem Zusammenhang dazu, Handels- und Währungsrisiken zu verringern und das globale Gesamtgeschäft der Marke ausgewogener sowie widerstandsfähiger aufzustellen. Das Ausbauvorhaben versteht sich dabei ausdrücklich als Ergänzung zum bestehenden Produktionsverbund, während Deutschland und Europa mit ihrer Ingenieursexpertise, ihrer technologischen Stärke und ihrer Fertigungskompetenz das industrielle Rückgrat des Unternehmens bilden.
Audi SQ9 (2026)
Da es sich bei dem Standort in Georgia um ein sogenanntes Greenfield-Projekt handelt, ermöglicht die Neuentwicklung der Fabrik auf weitgehend unerschlossenem Grund, die Fertigungsstrukturen von Beginn an neu zu denken. Gerd Walker, Vorstand für Produktion und Logistik der AUDI AG, betont in diesem Kontext die Chance, hocheffiziente und flexible Strukturen zu schaffen, modernste Technologien zu integrieren sowie ein starkes lokales Lieferantennetzwerk aufzubauen, um so einen Maßstab für Premiumfertigung zu setzen. Das Werk soll technisch so konzipiert werden, dass rasch und angemessen auf schwankende Kundenbedürfnisse und veränderte Nachfragestrukturen reagiert werden kann.
Über die rund 4.500 geplanten Arbeitsplätze hinaus soll die Ansiedlung weitere wirtschaftliche Chancen für Zulieferer, Dienstleister und Ausbildungspartner in der Region eröffnen. Brian P. Kemp, Gouverneur von Georgia, begrüßt die Standortentscheidung und bezeichnet die Wahl des Bundesstaates als weiteren Meilenstein auf dem Weg, dauerhaften wirtschaftlichen Wohlstand zu schaffen und die nächste Generation der amerikanischen Automobilproduktion mitzugestalten.
Den langfristigen unternehmerischen Mut hinter der Milliardeninvestition hebt schließlich Manfred Döss, Aufsichtsratsvorsitzender der AUDI AG, hervor: Er verweist darauf, dass die Zukunft von Audi nicht allein durch Kostensenkungen und gesteigerte Effizienz gesichert werde, sondern dass das Unternehmen den Mut aufbringen müsse, in neue Chancen zu investieren und prägende Entscheidungen für die kommenden Jahrzehnte zu treffen.
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