Paukenschlag: Skoda-Erfolgs-CEO Klaus Zellmer wird neuer Volvo-Chef
Zellmer beerbt Hakan Samuelsson spätestens im Oktober 2027. Er hinterlässt einen stark aufgestellten tschechischen Autobauer
Volvo Cars bekommt einen neuen CEO: Der Verwaltungsrat des schwedischen Herstellers hat Klaus Zellmer zum Präsidenten und Vorstandsvorsitzenden berufen. Der derzeitige Skoda-Chef soll spätestens zum 1. Oktober 2027 an die Spitze von Volvo wechseln. Der genaue Zeitpunkt der Amtsübernahme soll offenbar noch festgelegt werden.
Noch-Volvo-Chef Hakan Samuelsson
Bis zum Wechsel bleibt der aktuelle Volvo-Chef Hakan Samuelsson im Amt. Gemeinsam mit dem Verwaltungsrat soll er einen geregelten Übergang vorbereiten. Samuelsson hatte Volvo bereits von 2012 bis 2022 geführt und war im April 2025 erneut auf den CEO-Posten zurückgekehrt.
Zellmer bringt Erfahrung von Porsche und Volkswagen mit
Mit Zellmer setzt Volvo auf einen Manager mit mehr als 30 Jahren Erfahrung in der Automobilindustrie. Seit 2022 steht der 57-Jährige an der Spitze von Skoda. Zuvor war er unter anderem als Vertriebsvorstand von Volkswagen Pkw tätig.
Seine Karriere innerhalb des Volkswagen-Konzerns begann allerdings nicht ausschließlich bei der Marke VW. Zellmer hatte auch mehrere Führungspositionen bei Porsche inne, darunter als Chef von Porsche Deutschland und Porsche North America.
Für Volvo-Verwaltungsratschef und Geely-Gründer Eric Li ist gerade diese Kombination aus Erfahrungen im Premium- und Volumensegment ein wichtiger Grund für die Personalentscheidung. Zellmer verfüge über internationale Führungserfahrung und habe Unternehmen bereits durch Phasen des Wandels und veränderter Marktbedingungen geführt, erklärte Li.
Das Profil passt laut Volvo zur Positionierung der Marke als Premiumhersteller.
Volvo steht vor einer weiteren Transformationsphase
Zellmer selbst verwies bei seiner Ernennung auf die fast 100-jährige Geschichte von Volvo und die Bedeutung der Marke für das Thema Sicherheit. Gleichzeitig hob der designierte CEO deren eigenständige Designsprache und die Mitarbeiter hervor.
Volvo habe mehrfach gezeigt, dass sich die Marke erfolgreich neu ausrichten könne. An diese Entwicklung wolle er künftig anknüpfen. Erst letzte Woche verkündeten die Schweden die größte Produktloffensive ihrer Geschichte. Bis 2030 will man 13 neue Modelle auf den Markt bringen.
Konkrete Aussagen zu Zellmers künftiger Strategie bei Volvo machte das Unternehmen zunächst nicht. Der Wechsel fällt allerdings in eine Phase, in der sich die Automobilbranche und insbesondere der Elektroauto-Markt stark verändern. Zellmers Erfahrung mit der Transformation einer etablierten Marke dürfte deshalb auch bei Volvo eine Rolle spielen.
Skoda entwickelte sich unter Zellmer stark
Besonders interessant ist Zellmers bisherige Bilanz bei Skoda. Die tschechische Marke konnte unter seiner Führung ihre Position im europäischen Markt weiter ausbauen und zuletzt - gegen den Konzern-Trend - deutliche Wachstumsraten erzielen.
Im ersten Halbjahr 2026 steigerte Skoda die Auslieferungen laut den vorliegenden Zahlen um 9,1 Prozent auf rund 556.000 Fahrzeuge. Der Umsatz stieg gleichzeitig auf etwa 16 Milliarden Euro. Bereits 2025 hatte Skoda Rekordergebnisse erzielt.
Neben dem klassischen Modellprogramm baute die Marke unter Zellmer auch ihr Elektroangebot weiter aus. Gleichzeitig blieb Skoda stark auf den europäischen Markt und einen pragmatisch positionierten Produktmix ausgerichtet.
Wie es bei Volvo mit Zellmer weitergeht, dürfte sich allerdings erst nach seinem Amtsantritt konkret zeigen. Bis dahin bleibt zunächst Samuelsson für die operative Führung des Unternehmens verantwortlich. Wer Zellmer bei Skoda nachfolgt, ist noch nicht bekannt.
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