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Tankrabatt kehrt im Oktober zurück: Spritpreisdeckel für 2027

Die Bundesregierung hat sich auf einen weiteren Tankrabatt ab dem 1. Oktober geeinigt – Kritik hagelte es aus allen Richtungen

Suzuki Swift Automatik (2025) im Dauertest (3)
Bild von: Motor1.com Deutschland
Benja Hiller Benja Hiller

Wer in der vergangenen Woche an die Tankstellen des Landes fuhr, erlebte vermutlich einen Preisschock nach dem anderen. Sowohl der Preis für den Liter Super-Benzin als auch der für Diesel eilten von einem Rekord zum anderen. Im bundesweiten Schnitt kostete Super E10 am Dienstag, dem 15. September, laut ADAC 2,300 Euro, der Liter Diesel 2,422 Euro. 

Die immer weiter steigenden Kraftstoffpreise veranlassten die Bundesregierung am Freitag (18. September 2026) nun zum Handeln. Ab dem 1. Oktober 2026 soll ein weiterer Tankrabatt Autofahrende entlasten. Die schwarz-rote Koalition einigte sich mit Bund und Ländern auf eine Senkung der Energiesteuer um 14 Cent bis Ende 2026. Zusammen mit der Umsatzsteuer ergebe sich daraus ein Rabatt von 17 Cent pro Liter. 

Suzuki Swift Automatik (2025) im Dauertest (3)

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Bild von: Motor1.com Deutschland

Insgesamt sollen die Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen damit um 2,5 Milliarden Euro entlastet werden. Die Länder sollen sich in Form eines Umsatzsteuerfestbetrags mit 1,25 Milliarden Euro am Entlastungspaket beteiligen. Im Mai und Juni hatte es bereits einen Tankrabatt in derselben Größenordnung gegeben. Damit ist die Senkung der Spritpreise über eine reduzierte Mehrwertsteuer von 19 auf sieben Prozent, wie sie Wirtschaftsministerin Katherina Reiche gefordert hatte, erst einmal vom Tisch.

Weiterhin einigten sich Union und SPD auf einen Spritpreisdeckel, der spätestens ab dem 1. Januar 2027 greifen soll. Bei dieser Maßnahme soll ein Höchstpreis für Benzin und Diesel festgelegt werden, der sich an der Entwicklung der Ölpreise, den Kosten für Transport und Vertrieb und einer Händlermarge orientiert. In dem Einigungspapier heißt es: "Die Versorgungssicherheit muss gewährleistet sein. Missbräuchliche Preisaufschläge müssen unterbunden werden."

Lob von den Bauern und ADAC, Kritik von Wirtschaftsweisen und Verbraucherverbänden

Lob zur Maßnahme der Bundesregierung gibt es vom Deutschen Bauernverband. Die Energiesteuer auf Kraftstoffe kurzfristig zu senken, sei richtig, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. Auch für den ADAC sei der Tankrabatt "ein wichtiges Signal für bezahlbarere Mobilität und insbesondere für alle Pendler, die stark auf das Auto angewiesen sind". Der Automobilclub erwarte zudem "in die Vorbereitungen für einen Spritpreisdeckel einbezogen zu werden, um sicherzustellen, dass die Verbraucherseite berücksichtigt wird".

Zwar habe der Tankrabatt die Spritpreise an den Zapfsäulen im Mai und Juni gesenkt, laut dem ifo Institut München wurde dieser aber nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben. Besonders auffällig sei dies beim Diesel gewesen, der beim vorherigen Tankrabatt nur durchschnittlich zwölf Cent pro Liter günstiger zu haben war.

In eine ähnliche Richtung geht die Kritik der Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Ramona Pop im Gespräch mit der Rheinischen Post: "Die Bundesregierung greift erneut zur Gießkanne. Das ist teuer, kurzsichtig und wenig zielgenau." Es brauche daher vielmehr "Entlastungen, die vor allem Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen erreichten". Der Tankrabatt bevorzuge vor allem Menschen, die viel fahren und viel verbrauchen.

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hält den erneuten Tankrabatt für "zynisch", da er das Fahren von Autos mit Verbrennungsmotor auf Kosten der jungen Generation subventioniere. Auch für Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), sei die Senkung der Energiesteuer "teuer, sozial ungerecht und ökonomisch kontraproduktiv".

Von Seiten der Opposition wird seit Monaten hingegen die Einführung einer Übergewinnsteuer nach dem Vorbild von Spanien, Italien oder Belgien gefordert. In diesem Fall würden Energiekonzerne vorübergehend belastet. Die Einkünfte wanderten in Spanien beispielsweise in Bildung und den öffentlichen Nahverkehr. Auch die Auszahlung eines Energiegeldes sei laut Opposition, Verbraucherschützern und Ökologischem Verkehrsclub (VCD) die geeignetere Maßnahme.