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Dacia-Chefin übt Kritik an EU-Vorschriften für Neuwagen
Bis Ende des Jahrzehnts muss die Marke über 200 Vorgaben aus Brüssel erfüllen. Katrin Adt fordert Ausnahmen für Kleinwagen.

Bild von: Dacia
Roland Hildebrandt 
Von: Roland Hildebrandt
17. Sep. um 15:30 Uhr
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Immer neue Assistenzsysteme wandern in neue Autos. Nicht unbedingt, weil das die Hersteller wollen. Sondern weil es die EU vorschreibt. Gewiss, Tempolimiterkennung oder Spurhaltung mögen der Sicherheit dienen. Aber die Umsetzung nervt zu oft beim Fahren, wie auch wir im Testalltag erleben. Zudem verteuern die ganzen Systeme die Anschaffung eines Neuwagens.
Die europäische Automobilindustrie steht durch kontinuierlich verschärfte Regularien und die damit verbundenen Kostensteigerungen vor erheblichen Herausforderungen. Auch eine Günstig-Marke wie Dacia bekommt das zu spüren. Die Zeiten von 7.000-Euro-Basismodellen sind dort lange vorbei, unter 10.000 Euro gibt es keinen neuen Dacia mehr.
Bildergalerie: Dacia Spring (2027) Launch Paris

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Quelle: Motor1.com Germany
Im Rahmen der Präsentation des neuen Dacia Spring äußerte sich Katrin Adt, CEO der Renault-Tochtermarke Dacia, gegenüber dem britischen Fachmagazin Autocar kritisch zur aktuellen Gesetzgebung der Europäischen Union und forderte eine deutliche Lockerung der Vorschriften für Kleinwagen.
Laut Adt führen die stetig wachsenden regulatorischen Vorgaben zu einem drastischen Anstieg der Fahrzeugpreise, was insbesondere das Segment der günstigen Einsteiger- und Kleinwagen belastet. Nach Angaben der Dacia-Chefin hat der europäische Automobilmarkt seit dem Jahr 2020 rund drei Millionen Neuzulassungen verloren. Im Gespräch mit Autocar brachte sie die Entwicklung prägnant auf den Punkt: "Der Markt hat seit 2020 drei Millionen Autos verloren. Sie sind schlichtweg zu teuer geworden."
Ausufernde Auflagen
Besonders besorgt zeigt sich Adt über das Ausmaß der bürokratischen Auflagen, die den Herstellern aufgebürdet werden. Die gewaltige Menge an Vorgaben verdeutlichte sie gegenüber Autocar anhand konkreter Zahlen: "Wir haben bis heute rund 100 Regulierungen erfüllt, und wir müssen bis zum Ende des Jahrzehnts noch weitere 107 Regulierungen umsetzen."
Um diesen Trend zu stoppen und Fahrzeuge wieder bezahlbar zu machen, fordert die Managerin ein Umdenken der politischen Entscheidungsträger. Sie betonte gegenüber der Autocar: "Wir müssen die Vorschriften für Kleinwagen lockern, um die Preise zu senken und der Automobilbranche in Europa wieder zu Wachstum zu verhelfen." Tatsächlich soll es in diesem Punkt bereits Diskussionen in Brüssel geben. Von einer Lockerung für Kleinwagen könnten der Dacia Hipster oder der neue Citroën 2CV profitieren.

Der "Magic Button", hier links im Dacia Sandero Stepway (2026), deaktiviert alle Assistenzsysteme.
Bild von: Dacia
Adt macht deutlich, dass eine Pause bei neuen Auflagen essenziell ist, um breiten Käuferschichten den Zugang zu eigener Mobilität zu sichern. Die Bezahlbarkeit bleibe das Markenzeichen von Dacia, weshalb übermäßige Regulierungen im Einstiegssegment nicht länger unbeachtet bleiben dürfen.
Was wollen Kunden wirklich?
"Die Frage lautet: 'Ist es genau das, was der Kunde braucht und will?' Die am häufigsten genutzte Taste in unseren Autos ist der sogenannte Magic Button, mit dem man die ganzen Pieptöne der Assistenzsysteme stummschalten kann.", stellt Adt klar.
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Quelle: Autocar
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