Jahresende bedeutet neben viel Familie, Besinnlichkeit und viel zu schwerem Essen auch immer - Zeit, Bilanz zu ziehen. In diesem Fall Bilanz darüber, was wir 2021 eigentlich so an neuen Autos für Sie getestet haben. Oder besser: Welche davon Ihnen die Motor1.com-Redaktion mit bestem Gewissen ans Herz legen kann. 

Auch 2021 war aus bekannten Gründen kein gewöhnliches Testjahr für uns. Obwohl, zumindest bis in den Herbst hinein, schon wieder halbwegs Normalität bezüglich der üblichen Terminflut einkehrte, waren wir doch auch in diesem Jahr deutlich weniger auf Fahrvorstellungen der Autohersteller unterwegs als sonst. 

Nimmt man alles zusammen, haben wir übers Jahr 2021 dennoch knapp 200 Autos für Sie in die Mangel genommen. Dazu zählen auch Fahrberichte, Dauertests, Videotests, Tests unserer internationalen Motor1.com-Kollegen und Verbrauchstests, die traditionell ohne Bepunktung bleiben. Sollten Sie über den Jahreswechsel seeehr wenig zu tun haben - hier finden Sie ALLE!

Aus knapp 200 eine Top 10 zu machen, ist natürlich gar nicht so leicht. Sinnvollerweise hält man sich dabei am besten an die vergebenen Punkte. Kritisch, wie Sie uns kennen, vergaben wir tatsächlich nur fünfmal die Bewertung 8,5/10, viermal die 9/10 und ein einziges Mal die 9,5/10. Die Höchstpunktzahl fiel in diesem Jahr gar nicht, wobei wir schon zugeben müssen, dass unsere Top 3 nur haarscharf daran vorbei geschrammt sind. 

Dann steckte die Redaktion nochmal die Köpfe zusammen und bestimmte die genaue Rangfolge der elitären Zehn. Und jetzt aber wirklich ohne weiteres Blabla - hier sind unsere zehn besten neuen Autos des Jahres 2021. 

10. Platz: Skoda Fabia (8,5/10)

Der neue Fabia ist wohl der beste Allrounder im Kleinwagensegment. Im Vergleich zum eh schon großzügigen Vorgänger ist er massiv in alle Richtungen gewachsen. Das Platzangebot ist vergleichsweise monumental. Optik, Haptik und Qualität erinnern an den großen Bruder Octavia. Und deutlich günstiger als der enger geschnittene Verwandte VW Polo ist er auch noch. 

Skoda Fabia (2021) im Test

"Ein Auto ohne übertriebene futuristische Spielereien im angenehm alltagstauglichen Format mit viel Platz. Hinzu kommt eine interessante Bandbreite: Basis mit 65 PS als sicherer Erstwagen für den Nachwuchs oder 150 PS mit Topausstattung als der bessere Audi A1. In der Summe seiner Eigenschaften schmeckt uns der Fabia IV gut", sagt Chefredakteur Hildebrandt.

Hier geht es zum gesamten Test des neuen Fabia.

9. Platz: Honda HR-V e:HEV (8,5/10)

Die dritte Generation des Kompakt-SUVs kann uns überzeugen und mausert sich zum echten Geheimtipp dieser Klasse. Der Honda HR-V e:HEV sieht gut aus, hat einen cleveren, modularen und wertig-modernen Innenraum, die Ausstattung ist schon in der Basis unglaublich umfangreich und das Fahrverhalten ist so angenehm neutral, wie wir das von einem Modell aus dem B-SUV-Segment erwarten.

Honda HR-V e:HEV (2021) im Test

Darüber hinaus ist der e:HEV-Antrieb mit 107 PS starkem Benziner ziemlich gut. Der Verbrenner dient dabei meist nur als Generator für die 60 Zellen große Batterie des 131-PS-Elektromotors, der dann im EV- und Hybrid-Modus die Räder antreibt. Lediglich im dritten Modus (Verbrenner), der von der Bordelektronik selbst gewählt wird, treibt der Vierzylinder auch aktiv die Räder an.

Hier gelangen Sie zum kompletten Test des Honda HR-V e:HEV.

8. Platz: BMW 2er Coupé (8,5/10)

In eine jahrelange Reihe bedenklicher BMW-Designs platzte vergangenes Frühjahr das neue 2er Coupé. Für mich das schönste Münchner Gefährt seit Ewigkeiten. Ein Auto für die Fans, wie BMW es selbst formulierte. Und für genau die, für die Enthusiasten mit M-Chromosom, hat man diese Bulldogge von einem Coupé auch abgestimmt. 

BMW M240i xDrive Coupé (2022) im Test

Der neue 2er ist mit Hecktriebler-Genen und Sechszylinder in seinem Umfeld ohnehin eine Art Unikum. Brutale Direktheit, ein saumäßig aggressiv abgestimmtes Hinterachs-Sperrdiff und eine hyperaktive Agilität machen ihn nicht ganz ohne, aber definitiv zum Erlebnis. 

Hier geht's zum Test des BMW M240i xDrive.

7. Platz: Dacia Sandero Stepway (8,5/10)

"Der wahre Volkswagen kommt aus Rumänien", sagt der Kollege Hildebrandt zum Sandero Stepway. Mit 91-PS-Turbo-Benziner und Vollausstattung liegt er preislich auf dem Niveau der absoluten VW-Polo-Basis mit 80-PS-Saugmotor. 

Dacia Sandero Stepway (2021) im Test

Das Interieur weiß zu gefallen, genauso die einfache Bedienung. Man braucht dafür kein Studium, trotzdem ist alles Relevante an Bord. 

Fahrerisch und in puncto Antrieb ist der Sandero Stepway Durchschnitt. Nicht mehr und nicht weniger. Bei dem Preis eine hervorragende Leistung. Und deswegen ist dieser Dacia ein echter Tipp. Was noch für (und gegen) ihn spricht, lesen Sie hier im Test.  

6. Platz: Audi RS 3 (8,5/10)

Der Audi RS 3 war immer die kompakte Bastion der 0-100-Fetischisten. Sein glorreicher Fünfzylinder war Garant dafür, Gehörgänge und Mägen mit den besten Absichten auseinanderzunehmen. Nur mit diesen blöden Kurven konnten die anderen traditionell deutlich mehr anfangen. Das hat sich mit Generation 3 gravierend geändert. 

Audi RS 3 Limousine (2021) im Test

Fleißarbeit am Fahrwerk und der neue Torque-Vectoring-Allrad wirken Wunder. Das Auto f hlt sich viel leichtfüßiger und hecklastiger an. Ein gewaltiger Sprung. Und viel zu schnell ist er ja geblieben, wie der Test des neuen Audi RS 3 verrät.

 

5. Platz: Mercedes-Maybach S-Klasse (9/10)

Es ist das aller Wahrscheinlichkeit nach letzte Mal, dass der Daimler einen Zwölfzylinder in eines seiner Autos setzt. Und dafür hat er sich mit dem neuen Maybach genau den richtigen Kandidaten ausgesucht. Selten dürfte die Feier des traditionellen Luxus Instagram-tauglicher verpackt worden sein. Beispiel? Allein die gefühlt 17 verschiedenen Arten, die Türen zu schließen, ohne sie anzufassen. 

Mercedes-Maybach S 680 4MATIC (2021) im Test

Ansonsten wird natürlich gesänftet, was das Zeug hält. Und der Zwölfzylinder? Eine Machtdemonstration, wie man sie kultivierter nicht einsetzen kann. Ein Meisterstück. Und mit einem Grundpreis von 219.704 Euro ist der Maybach S 680 4Matic übrigens auch das teuerste Auto in unserer Top 10. Hier geht's zum Test des Mercedes-Maybach S 580 und S 680.

4. Platz: Kia Sportage (9/10)

Der neue Kia Sportage ist wirklich noch ganz frisch, hat es als letzter Kandidat in unsere Top Ten geschafft und das gleich auf einem beeindruckenden vierten Platz. Unser leitender Redakteur Roland Hildebrandt sieht in ihm den besseren VW Tiguan. 

Kia Sportage (2022) im Test

Ausgewogene Fahreigenschaften, ein guter Diesel, viel Kofferraum und eine durchdachte Bedienung sprechen für Kias neues Kompakt-SUV. Obendrein stimmen die Preise. Was man sonst noch zum Sportage wissen muss, steht in unserem Testbericht

3. Platz: Alfa Romeo Giulia GTAm (9/10)

In der Redaktion war die erste Reaktion auf die Giulia GTAm (nachdem die Kiefer wieder hochgeklappt und die Pulse auf unter 160 gesunken waren): Also nehmen sie jetzt eine Giulia Quadrifoglio, die sich überhaupt nicht verkauft, machen ein bisschen Carbon dran und verlangen das Doppelte dafür???

Alfa Romeo Giulia GTAm (2021) im Test

Aber natürlich lagen wir mal wieder völlig gdaneben. Die Veränderungen an den GTA-Modellen sind tiefgreifend. Und obwohl schon die Giulia Quadrifoglio jede andere Sportlimousine fahrerisch ziemlich dümmlich dastehen lässt, ist die GTAm in jeglicher Hinsicht auf einem anderen Level. Es klingt abgedroschen, aber näher kannst du einem Tourenwagen für die Straße kaum kommen.

Abgesehen davon waren alle 500 Exemplare schnell vergriffen. Trotz Preisen von über 170.000 Euro pro Stück. Wir können es nur zu gut verstehen, wie der Test der Alfa Romeo Giulia GTAm nochmal unter Beweis stellt.   

2. Platz: Toyota GR Yaris (9/10)

Ja Mensch, der GR Yaris. Kein sportliches Auto dürfte im vergangenen Jahr so viel Hype produziert haben wie die kleine Rallye-Homologationsbox von Toyota. Der Aufwand, um aus dem Yaris, den alle kennen, einen Yaris zu machen, den alle lieben, war schlicht absurd. Und vermutlich nicht sehr rentabel. Obwohl die Verkaufszahlen komplett durch die Decke gingen. 

Toyota Yaris GR (2021) im Test

Was das alles ist? In jeglicher Hinsicht verdammt schön. Denn es zeigt, dass völliger Irrsinn belohnt wird, wenn er herausragend gemacht und halbwegs bezahlbar ist. Beides trifft beim GR Yaris vollumfänglich zu. Unser Auto des Jahres der Herzen. Und warum das so ist, lesen Sie im Test

1. Platz: Porsche 911 GT3 (9,5/10)

Zugegeben, wir hätten den GR Yaris alle ganz gerne auf Platz 1 gesehen, aber wenn Porsche einen neuen 911 GT3 auf die Menschheit loslässt, dann ist dagegen einfach kein Kraut gewachsen.

Wir hätten ja erstens kaum damit gerechnet, dass die wilde Truppe um GT-Chef Andy Preuninger tatsächlich nochmal (wohl ein letztes Mal) in der Lage ist, einen 9.000-RPM-Saugmotor plus Handschaltung an der EU-Regulierungswut vorbei zu drücken. Und zweitens, dass sie das Auto tatsächlich nochmal bedeutend besser hinkriegen als den glorreichen Vorgänger.

Porsche 911 GT3 (992) und Alfa Romeo Giulia GTAm - Straßen- und Streckentest
Porsche 911 GT3 Touring (2021) im Test

Die komplett neue Doppelquerlenker-Vorderachskonstruktion, die größeren Spurbreiten und die optimierte Aero machen den Unterschied. Nicht nur bei der Nordschleife-Zeit (17 Sekunden schneller als der Vorgänger), sondern auch, was das Gefühl in jeder Kurve betrifft. Zum Vierliter-Sauger brauchen wir eh kein Wort mehr zu verlieren. Einmal mehr ein wahrer Geniestreich. Egal, ob mit dem epischen Schwanenhals-Heckflügel, wie Kollege Hohmeyer im Video-Test herausfand. Oder als subtilerer GT3 Touring, dessen Test Sie hier lesen können.  

Und was ist mit Elektroautos?

Gut erkannt und keine Sorge - wir sind keine E-Leugner! Ganz im Gegenteil! Sie finden alle Tests der neuesten Elektroautos eben hauptsächlich auf unserer Schwester-Plattform InsideEVs. Und dort haben wir bis jetzt noch nicht die bekannte Bepunktung eingeführt. Von daher jetzt (zum letzten Mal als Extra-Wurst) unsere Top 5 der besten E-Autos 2021:

5. Platz: Kia EV6

Im Prinzip gleichauf mit seinem Bruder Hyundai Ioniq 5. Da kommt es schon sehr auf den persönlichen Geschmack an. Der Kia sieht wilder aus, hat eine größere Batterie und weniger Platz. Dafür kommt er bald als völlig abgefahrener GT mit annähernd 600 PS. 

Kia EV6

Hier geht's zum Test-Video des Kollegen Hohmeyer. 

4. Platz: Hyundai Ioniq 5

Gegenüber dem Kia EV6 hat der Ioniq das klarere Design, mehr Radstand und mehr Platz im Fond/Kofferraum. Beide laden dank 800-Volt-Technologie super fix. Das ist einzigartig in diesem Preissegment. Der Ioniq fährt etwas gemütlicher. Wie gesagt, da ist viel Geschmackssache. 

Hyundai Ioniq 5 (2021)

Den Video-Test zum Ioniq 5 sehen Sie hier

3. Platz: Tesla Model 3

Schon klar, das Model 3 gibt es nicht erst seit 2021. Aber Ende 2020 gab es ein Facelift mit etwas größerer Batterie (maximal 82 kWh). Wir fanden den zum Test angetretenen "Performance" ziemlich überzeugend. Er ist verflucht schnell, das Handling ist wirklich ordentlich, die Reichweite ist einfach besser als bei der Konkurrenz und teuer ist das Auto gemessen an Leistung und Reichweite auch nicht. 

Tesla Model 3 (2021) im Test

Den Test zum Model 3 lesen Sie, wenn Sie hier klicken

2. Platz: Porsche Taycan Cross Turismo

Klar, der Taycan Cross Turismo ist kein Reichweiten-Monster und er ist wirklich unglaublich teuer. Aber er fährt einfach überragend und zumindest für uns sieht er auch so aus. 

Porsche Taycan Turbo S Cross Turismo (2021) im Test

Daniel Hohmeyers Meinung zum Taycan CT erfahren Sie in diesem Video-Test

1. Platz: Polestar 2

Unsere E-xperten Leichsenring und Hohmeyer sind sich ziemlich einig - der Polestar 2 ist die Überraschung des Jahres. Sieht fantastisch aus, überzeugt fahrdynamisch, hat richtig Power und ein grandioses Infotainmentsystem. Preislich geht der Tesla-Model 3-Konkurrent ebenfalls noch klar. 

Polestar 2 (2020): Eigene Bilder

Sehen Sie hier den Video-Test zu unserem E-Auto des Jahres 2021.