Wer Konzeptfahrzeuge wie den Peugeot 402 Andreau übersieht, läuft Gefahr, die Art und Weise, wie sich die Automobilindustrie mit dem Thema Aerodynamik auseinandergesetzt hat, falsch zu verstehen. Das Konzept ist nach seinem Schöpfer, Jean Andreau, benannt, der seine Erfahrungen aus der Luftfahrt auf das Auto übertragen und ein markantes Design schaffen wollte.

Aerodynamik war international eines der Themen im Automobilsektor jener Zeit. Stromlinienwagen gab es nicht nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland oder den USA. Die Präsentation des Peugeot 402 Andreau fand 1936 auf dem Pariser Autosalon statt. Später wurden fünf weitere Exemplare gebaut. Natürlich war der Bugatti 57 SC Atlantic zweifellos schöner, aber das kommt davon, wenn ein Künstler (und nicht ein Ingenieur) ein Auto entwirft.

Bildergalerie: Peugeot 402 Andreau (1936)

Andreau läutete eine neue Ära der Aerodynamik ein und stellte die Branche mit diesem sehr interessanten Konzept auf den Kopf, das bei allen Herstellern ein gewisses Interesse an der Aerodynamik weckte. Das Profil des 402 Andreau verlieh dem traditionell strengen 402 nicht nur einen aggressiveren Ton, sondern verbesserte auch die Leistung durch die Untersuchung des seitlichen Luftstroms.

Während sich die Karosserie stark veränderte, blieb die Mechanik unangetastet, was den Wert des Entwurfs unterstrich: Der 58 PS starke Vierzylinder des Peugeot 402 lieferte dank der verbesserten Aerodynamik eine um 40 Prozent höhere Höchstgeschwindigkeit, zugleich sank der Verbrauch um 30 Prozent. Von da an begann man, auch ohne solche extremen Lösungen, die Form eines Autos in einem anderen Licht zu betrachten.

Einziger Knackpunkt: Die 5,09 Meter lange Stromlinienkarosserie war doppelt so teuer wie ein normal eingekleideter 402. Auch das erklärt die äußerst geringe Stückzahl der Andreau-Variante. Wie bereits erwähnt, wurden nur fünf Exemplare des Peugeot 402 Andreau gebaut. Aber die gute Nachricht ist, dass alle Exemplare bis heute überlebt haben und im Musée de l'Aventure Peugeot in der Nähe des Werks in Sochaux besichtigt werden können.