Wiederherstellung der Fahreignung versus Ausgangssperre? Das gilt jetzt ...

Die Hotels haben geschlossen. Ferienwohnungen oder Ferienhäuser dürfen ebenfalls nicht öffnen. Die Campingplätze sind leer. Für Camping-Fans, die nicht unbedingt auf die Infrastruktur der Tourismus-Industrie angewiesen sind, war dies bislang kein Problem, denn schließlich lässt sich mit Wohnwagen, Wohnmobilen, Campern oder tauglichen Kombis auch prima auf öffentlichen Parkplätzen an Waldrändern, in Städten oder an Gewässern übernachten.

So darf zur Wiederherstellung der Fahrtauglichkeit als "Notfallausnahme" (StVO) eine Nacht im eigenen Fahrzeug verbracht werden. Maximal zehn Stunden darf diese Pause lang sein. "Campingmäßiges Leben" ist jedoch nie erlaubt. Darunter zählen längere Aufenthalte an einem Ort, das Aufstellen von Campingmöbeln oder eine ausgefahrene Markise. Aber dies ist meist kein Problem für die sowieso recht flexiblen UrlauberInnen.

Jedoch herrscht in den deutschen Landkreisen mehrheitlich derzeit eine Corona-Inzidenz von über 100, und damit gilt auch eine nächtliche Ausgangssperre. Das stellt für manche Fahrer ein Dilemma dar – denn eine Fahrt quer durch die Republik kann sich durchaus in die Nacht hinziehen. Was gilt also zu beachten, wenn Sie doch einmal "frei" auf einem Parkplatz stehen müssen beziehungsweise wollen?

"Reisende sollten eine bewusste Zwischenübernachtung vermeiden und ihre Fahrt so planen, dass sie nicht in den Zeitraum der nächtlichen Ausgangssperre fällt", raten nun die Juristen des ADAC. Und zwar obwohl Übernachtungen im Fahrzeug im Geltungsbereich der nächtlichen Ausgangssperre eigentlich erlaubt sind.

Der Grund liegt darin, dass bisher gerichtlich noch nichts entschieden worden ist. So können die OrdnungshüterInnen derzeit noch frei entscheiden. Im besten Fall bleibt es nur bei einer Verwarnung. Im Zweifel droht jedoch ein Bußgeld wegen des Verstoßes gegen die nächtliche Ausgangssperre.

Für Stadt- und Landkreise, die an drei aufeinanderfolgenden Tagen eine 7-Tage-Inzidenz von 100 überschritten haben, gelten seit 24. April Ausgangsbeschränkungen zwischen 22 Uhr abends und 5 Uhr morgens. Bis Mitternacht darf man sich allein an der frischen Luft bewegen.

Neben der Notbremse gelten weiterhin auch die Corona-Verordnungen der Bundesländer, die in einzelnen Punkten sogar schärfer ausfallen können. So ist beispielsweise in Bayern nach 22 Uhr auch kein Spaziergang an der frischen Luft erlaubt.