Künftig hängen die Akkukosten von den Rohstoffen ab

Elektroautos und Verbrenner-Fahrzeuge könnten gleich teuer sein, wenn die Batteriepreise auf 100 Dollar pro Kilowattstunde (82 Euro/kWh) sinken würden, sagen Experten. Die gute Nachricht dazu ist: Die Akkukosten sind bereits auf 110 Dollar/kWh gefallen. 

Die schlechte Nachricht ist, dass die Preise nun langsamer sinken. Das hat nun Benchmark Mineral Intelligence herausgefunden, eine Analystenfirma, die sich auf Elektroauto-Batteriepreise spezialisiert hat. 

Die aktuellen Batteriekosten hat Benchmark Mineral anhand eines Großauftrags von einem nicht genannten Autohersteller herausgefunden. Die obige Grafik zeigt, dass die Preise von 2014 bis 2017 jährlich um 16,5 Prozent fielen. Von da an allerdings sanken sie nur noch um 5,8 Prozent. Offenbar hängen Kostensenkungen nun an sinkenden Rohstoffpreisen, wie Benchmark-Mineral-Chef Simon Moores meint: 

"Vielleicht haben wir die letzten großen, einfachen Gewinne für Lithium-Ionen-Batterie-Hersteller durch Kostensenkungen schon gesehen. Es ist jetzt ein Lieferketten-Spiel, es geht darum, die Kosten der wichtigsten Rohstoffe wie Lithium, Nickel, Graphit, Kobalt und Mangan zu senken und zu stabilisieren."

Doch andere Ansätze könnten die Akku-Preise ebenfalls noch senken. So erhöht Nio mit einem besseren Cell-to-Pack-Ansatz (CTP) die Leistungsdichte, verbessert die Raumnutzung und die Masse seines 100-kWh-Akkus.

Batteriekosten auf 110 Dollar/kWh gefallen
100-kWh-Akku von Nio

Ein weiterer Ansatz besteht darin, gänzlich auf die Verwendung von Batteriemodulen zu verzichten, wie es LG Energy Solution bei seinem MPI-Ansatz (Module Pack Integrated) tut. Tesla scheint mit seinem Akku, der 4680er-Zellen verwendet, ebenfalls diesen Weg zu gehen.

Stückzahlen, Technologie und Rohstoffpreise sind die wichtigsten Faktoren beim Batteriepreis. Laut Benchmark-Mineral-Experte Andrew Leyland gibt es keinen Mangel an den Rohstoffen für Batteriezellen. Doch offenbar existiert ein Preisproblem, da die Nachfrage enorm ist. Die Lage ist offenbar so krass, dass Tesla vielleicht sogar ins Bergbaugeschäft einsteigen könnte, um günstig an Rohstoffe zu kommen.

(Anm.: Der Text von G. H. Ruffo von unserer US-amerikanischen Partnerseite InsideEVs.com wurde gekürzt und zugunsten der Allgemeinverständlichkeit umformuliert. Die Links zu den englischsprachigen Artikeln wurden teils im Artikel belassen, damit Elektro-Kenner unter unseren Lesern sich weitergehend informieren können.)