Aufwendige Fünflenker-Hinterachse, Heckantrieb, große Räder und optional DCC

Wendig in der Stadt, agil auf der Landstraße und gelassen auf der Autobahn: So soll wohl jedes Auto idealerweise sein. VW verspricht von seinem neuen Elektro-SUV ID.4 nichts weniger als das. Viel Know-how sei dazu in das Fahrwerk geflossen, so der Hersteller. Nun erklärt VW, was so speziell an dem Fahrwerk ist.

Heckantrieb und aufwändige Fünflenker-Hinterachse

Der tiefe Schwerpunkt durch die Batterie im Unterboden bietet bereits gute Voraussetzungen für Fahrspaß. Da der Akku zwischen den Achsen liegt, profitiert auch die Gewichtsverteilung: Sie weicht bei allen Antriebsvarianten höchstens um ein Prozent vom Idealwert 50:50 ab, so VW. Dazu kommt ein Heckantrieb mit guter Traktion, die beim Anfahren auf nasser Fahrbahn besonders spürbar wird.

Die Vorderachse ist wie üblich in McPherson-Bauweise gehalten, die Lenkung ist mit einem Verhältnis von 15,9:1 übersetzt. Erstmals bei Volkswagen liegt das Lenkgetriebe vor der Radmitte - diese Position soll für hohe Stabilität bei schneller Kurvenfahrt sorgen. Im Heck arbeitet eine aufwändige Neuentwicklung – eine kompakte Fünflenker-Aufhängung mit einem Hilfsrahmen, der elastisch an die Karosserie angebunden ist. Teile der Aufhängung bestehen zur Gewichtsersparnis aus leichtem Aluminium.

VW ID.4: Die Highlights des Fahrwerks

Große Räder und starke Bremsen

Das Räderprogramm des ID.4 beginnt bei 18 Zoll, entweder in Stahl oder Aluminium. Ab dem Modell ID.4 Life sind 19-Zöller Standard, darüber gibt es ausschließlich Aluräder mit 20 oder 21 Zoll. Obwohl die großen Räder in den Radhäusern entsprechend Platz brauchen, benötigt der ID.4 nur 10,2 Meter Wendekreis. Zum Vergleich: Beim VW Golf sind es 10,9 Meter.

Die Felgen sind durch ihr flächiges Design aerodynamisch optimiert, die Reifen weisen wenig Rollwiderstand auf. Bei den Einsteigermodellen ID.4 Pure und ID.4 City sind sie vorn wie hinten 235 Millimeter breit, alle anderen Modelle haben Mischbereifung: vorne 235 Millimeter, hinten 255 Millimeter.

Die Bremsscheiben messen bei den Modellen mit 77 kWh vorne 358 Millimeter, hinten arbeiten Trommelbremsen. Da bei den Elektroautos meist rekuperativ gebremst wird, ist diese Lösung angeblich besser als Scheiben. Korrosion ist laut VW ausgeschlossen und die Beläge sollen für die ganze Lebensdauer des Autos halten.

Diese schicken 21-Zöller in Bicolor-Optik mit Reifen der Größe 235/45R21 hat nicht jeder ID.4.
Diese schicken 21-Zöller in Bicolor-Optik mit Reifen der Größe 235/45R21 hat nicht jeder ID.4.

Optional: Progressivlenkung und DCC

Mit dem optionalen Sportpaket Plus des Topmodells ID.4 Max wird das Fahrwerk noch die Progressivlenkung erweiter, die durch ihre variable Übersetzung mit zunehmendem Lenkeinschlag immer direkter arbeitet. Außerdem sind adaptive Dämpfer (DCC) an Bord. Beides lässt sich über die Fahrprofilauswahl mit ihren Modi Eco, Comfort, Sport und Individual steuern.

Fahrdynamikmanager

Kurven soll der ID.3 schnell, stabil und fast neutral nehmen können – auch dank des elektronischen Fahrdynamikmanagers, der eng mit dem ESP zusammenarbeitet. Volkswagen hat ihn im neuen Golf vorgestellt. Das System steuert die radselektiven Bremseingriffe der elektronischen Antriebs-Quersperre XDS und auch die Arbeit der Dämpferregelung DCC. Dabei nutzt der Fahrdynamikmanager ein digitales "Sollmodell", um in jeder Situation das optimale Fahr- und Lenkverhalten zu erzielen. Schon beim Einlenken in die Kurve soll sich der ID.4 dadurch spontaner, linearer und präziser verhalten.

Das ESP (das inzwischen meist mit dem englischen Kürzel ESC bezeichnet wird) wiederum kooperiert eng mit den Steuergeräten für die E-Maschine und die Leistungselektronik. Diese Vernetzung soll sicher stellen, dass die angetriebenen Hinterräder des ID.4 in jeder Situation Grip finden – selbst bei voller Beschleunigung, schneller Kurvenfahrt und beim Verzögern per Bremsrekuperation. Diese Traktionsregelung erfolgt – ein weiteres Novum bei Volkswagen – Drehzahl-basiert. Und sie vollzieht sich in jeder Millisekunde neu, also so schnell und damit so sanft, dass der Fahrer sie kaum spürt, sagt VW.

ID.4: Start mit acht Modellen

Der ID.4 startet wie der ID.3 zuerst als 1ST Edition, und kommt dann mit acht vorkonfigurierten Modellen auf den Markt. Die Hochvolt-Batterie ist mit 52 oder 77 kWh Energieinhalt (netto) erhältlich, die Reichweite beträgt bis zu 520 Kilometer (WLTP). Der Elektromotor steht in drei Leistungsstufen zwischen 109 kW (148 PS) und 150 kW (204 PS) zur Wahl. Aktuell fungiert der ID.4 Pro Performance als Basisversion. Sie ist laut VW-Konfigurator ab 43.329 Euro zu haben.

Bildergalerie: VW ID.4: Das Fahrwerk