Basis des krassen Umbaus ist der Mercedes-AMG GT 63 4matic+

639 PS und 900 Newtonmeter maximales Drehmoment aus einem 4,0-Liter-Biturbo-V8: Eigentlich geizt der Mercedes-AMG GT 63 S 4MATIC+ schon ab Werk nicht mit Leistung. Trotzdem ist dieses Modell zum Liebling der Tuner avanciert. So auch in Bottrop: Dort entstand der neue Brabus Rocket 900 "One of Ten".

Hubraum ist bekanntlich nur durch mehr Hubraum zu ersetzen. Aufwendig konstruierte Triebwerke mit größerem Hubraum haben bei Brabus eine lange, erfolgreiche Tradition. Heute ist das Bottroper Unternehmen wohl der einzige Tuner, der diese, mit großem Aufwand verbundene, aber sehr effiziente Art von Leistungssteigerung betreibt.

Mit dem riesigen Know-how aus mehr als vier Jahrzehnten Tuning entwickelten die Brabus Motoreningenieure, Techniker und Elektroniker das neue Brabus Rocket 900 V8 Hightech-Triebwerk, das im hauseigenen Motorenbau gefertigt wird.

So wird das Triebwerk bei Brabus zuerst einer Hubraumerweiterung auf 4,5 Liter unterzogen. Dazu gehören eine spezielle, aus dem Vollen gefräste und feingewuchtete Kurbelwelle mit auf 100 Millimeter verlängertem Hub, ebenfalls aus dem Vollen gefräste Spezialpleuel, größere geschmiedete Kolben und die Erweiterung der acht Zylinderbohrungen auf 84 Millimeter.

Eine weitere Spezialentwicklung ist das Brabus Rocket 900 V8-Aufladungssystem mit zwei speziellen Brabus Hochleistungsturboladern. Sie besitzen gegenüber den Serienkomponenten eine größere Verdichtereinheit und eine spezielle Rumpfgruppe mit verstärkter Axiallagerung. Damit wird der maximale Ladedruck auf 1,4 bar erhöht.

Um das Triebwerk mit mehr Atemluft zu versorgen, wurde beim Brabus Rocket 900 "One of Ten" ein RAM-Air Ansaugsystem aus Carbon links und rechts in den Kühlergrill integriert. Die Treibstoffversorgung des Triebwerks, das optisch an einer speziellen Brabus-Motorabdeckung mit roten Carbon-Fasern identifiziert werden kann, wurde mit speziellen Hochdruckpumpen modifiziert.

Brabus 900 Rocket auf Basis des Mercedes-AMG GT63 S

Auf der Abgasseite kommt eine hauseigene Edelstahl-4-Rohr-Hochleistungsauspuffanlage mit staudrucksenkenden Metallkatalysatoren zum Einsatz, die eigens für die GT-Bodengruppe angefertigt wurde. Das komplett aus Edelstahl gefertigte System reduziert nicht nur den Abgasgegendruck, es besitzt auch Abgasklappen für ein elektronisch gesteuertes Soundmanagement. Vom Cockpit aus kann der Fahrer zwischen dem diskreten "Coming home"-Modus und, abhängig vom gewählten Fahrmodus, betont kraftvollem Achtzylinder-Klang wählen.

Passend zur neuen Hardware wurde das elektronische Motormanagement modifiziert. Dazu wurden in umfangreichen Versuchsreihen auf Motorprüfständen, Allrad-Rollenprüfstanden sowie bei Fahrtests auf Straße und Rennpiste neue Kennfelder für Einspritzung, Zündung und Ladedruckregelung programmiert. Diese Maßnahmen dienen nicht nur der optimalen Leistungsentfaltung, sondern auch der Erfüllung der strengen EURO 6D ISC-FCM Abgasnorm.

Der Rocket-900-V8 generiert herausragende Leistungswerte: Die Spitzenleistung von 900 PS (662 kW) wird bei nur 6.200 U/min erreicht. Ebenso beeindruckend ist das maximale Drehmoment von 1.250 Nm, das bei nur 2.900 Touren bereitsteht. Dieser Wert wird im Fahrzeug aber elektronisch auf 1.050 Nm begrenzt, um die Kraftübertragung zu schonen. Auf dem Prüfstand wurden sogar noch deutlich höhere Werte gemessen.

Brabus 900 Rocket auf Basis des Mercedes-AMG GT63 S

Die Kraftübertragung erfolgt über ein SPEEDSHIFT MCT 9-Gang-Sportgetriebe, das wahlweise automatisch oder manuell mit den Brabus RACE Aluminium-Schaltpaddeln am Lenkrad geschaltet werden kann, und den 4matic+ Allradantrieb.

Das neue Brabus-Kraftwerk im Bug macht den Brabus Rocket 900 "One of Ten" zu einem der leistungsstärksten viersitzigen Allradcoupés der Welt. Aus dem Stand katapultiert sich der exklusive Viertürer in nur 2,8 Sekunden auf Tempo 100 (3,2 Sekunden sind es beim Serienmodell). Nach 9,7 Sekunden ist das Supercar bereits 200 km/h schnell.

Die 300-km/h-Marke wird nach 23,9 Sekunden erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit ist wegen des vergleichsweise hohen Fahrzeugleergewichts von 2.120 Kilogramm und der Bereifung elektronisch auf 330 km/h begrenzt.

Brabus 900 Rocket auf Basis des Mercedes-AMG GT63 S

Um die hervorragende Traktion des Allradsystems weiter zu optimieren, sind besonders breite Hochleistungsreifen eine große Hilfe. Aus diesem Grund entwickelten die Fahrwerksingenieure spezielle, extragroße Versionen der Brabus-Monoblock-Z -Räder. Um eine optimale Kombination aus höchster Festigkeit und Leichtbau zu erzielen, werden diese Zehnspeichenfelgen in einem Hightech-Schmiedeprozess produziert.

Um den exklusiven Look dieser Räder mit schwarzen Speichen und roten Akzenten noch sportlicher zu akzentuieren, ist der Brabus Rocket 900 "One of Ten" mit Aero-Discs aus Sicht-Carbon ausgestattet.

An der Vorderachse kommen Brabus Monoblock Z "Platinum Edition" 10.5Jx21 Räder mit 295/30 ZR 21 P Zero-Hochleistungspneus von Pirelli zum Einsatz. Hinten sorgen 335/25 ZR 22-Reifen auf 12Jx22 Felgen für Grip und spektakuläre Optik. Mit der Brabus Airmatic Sport-Unit wird das viertürige Coupé in den beiden Fahrmodi "Komfort" und "Sport" um zirka 25 Millimeter tiefergelegt.

Um dem Supercar einen extravaganten Look zu verleihen, entwickelten die Brabus Designer die Brabus Rocket 900-Breitversion für das viertürige Coupé. Die Komponenten werden aus hochfestem, aber leichtem Carbon hergestellt. An der Front gibt es neue, breitere Kotflügel mit integrierten, geschwungenen Kotflügelverbreiterungen. An der Hinterachse machen Carbon-Verbreiterungen den GT um insgesamt 7,8 Zentimeter breiter. Natürlich gehören zu diesem Umbau auch maßgeschneiderte Innenkotflügel aus Kevlar.

Brabus 900 Rocket auf Basis des Mercedes-AMG GT63 S

Zudem wurde eine Frontschürze aus Carbon entwickelt, die nicht nur einen perfekten Anschluss an die breiteren vorderen Carbon-Kotflügel bietet: Die großen Lufteinlässe versorgen das Triebwerk und die vorderen Bremsen mit Frischluft. Die im Kühlergrill integrierten Lufteinlässe sind Teil des RAM-Air Ansaugsystems. Der ins Frontteil integrierte Spoiler wurde so geformt, dass er den Auftrieb an der Vorderachse weiter reduziert.

Um eine optimale aerodynamische Balance zu erreichen, entwickelte das Brabus Designteam für den Brabus Rocket 900 "One of Ten" im Windkanal einen mehrteiligen Carbon-Heckflügel und einen Heckdiffusor aus dem gleichen Hightech-Compound. Sicht-Carbon-Blenden an den Seiten des hinteren Stoßfängers gehören genauso zu den weiteren betont sportlichen Akzenten an der Karosserie wie die Carbon-Cover für die Seitenspiegel.

Für das auf den beigefügten Fotos gezeigten Exemplar "01" der Limited Edition wurde eine Sonderlackierung in "Stealth Grey" gewählt. Zusätzlich wurden alle Chromteile in Wagenfarbe lackiert.

Brabus 900 Rocket auf Basis des Mercedes-AMG GT63 S

Der gleiche Farbton findet sich auch im Interieur des Brabus Rocket 900 "One of Ten", das von erfahrenen Sattlermeistern in der Brabus-Manufaktur in Bottrop auf die Wünsche des künftigen Besitzers maßgeschneidert wird. Die edle Herkunft dieses Cockpits dokumentiert eine Plakette an den Rückenlehnen.

Graue Nähte und Biesen setzen bei dieser exklusiven Lederausstattung pointierte Kontraste zum feinen, royalschwarzen Leder und Alcantara, hinzu kommen graue Ziernähte. Die Sitzflächen und Innenteile der Türverkleidungen sind nicht nur mit einem millimetergenau abgesteppten Wappenmuster versehen. Ebenso präzise wurde das Leder in ausgewählten Partien zusätzlich perforiert und grau hinterlegt. Im gleichen Design sind auch die Fußbodenschoner und die Kofferraummatte gehalten.

Beim hier abgebildeten Brabus-Supercar wurden exakt 215 Teile im Cockpit, vom Schalter bis zur Blende, passend zur Wagenfarbe beschichtet. Hochglänzend versiegelte Carbon-Elemente setzen auch im Innenraum sportliche Akzente.

Edelstahl-Einstiegsleisten mit beleuchtetem Brabus Logo, das seine Farbe analog zur Ambientebeleuchtung des Innenraums wechselt, runden das edle Interieurdesign ab. Brabus Türpins und Pedale aus Aluminium verleihen dem Cockpit eine betont sportliche Note.

Bildergalerie: Brabus 900 Rocket auf Basis Mercedes-AMG GT 63 S