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ADAC: Jeder dritte Radweg ist zu schmal

Automobilclub untersuchte Radrouten in zehn Großstädten

Radwegbreiten im ADAC Test: Mainz fiel, wie auch Hannover, mit

Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Von: Stefan Leichsenring

15. Okt. 2020 um 10:28 Uhr

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In den vergangenen Jahren ist keine Mobilitätsform so stark gewachsen wie der Fahrradverkehr. Immer mehr Menschen steigen auf Rad, Pedelec oder E-Bike um. Der ADAC hat in einer aktuellen Stichprobe geprüft, ob bestehende Radwege den immer größer werdenden Radverkehrsströmen gewachsen sind. Das Ergebnis: Jeder dritte Radweg ist zu schmal und erfüllt nicht einmal die Mindeststandards.

Untersucht hatte der ADAC 120 Routen in zehn deutschen Großstädten. Als Maßstab dienten die geltenden Standards für Regel- und Mindestbreiten, die in den "Empfehlungen für Radverkehrsanlagen" (ERA 2010) festgelegt sind. Nach den Empfehlungen sollen zum Beispiel Radwege, die nur in einer Richtung befahren werden dürfen, mindestens 1,60 Meter breit sein, im Regelfall zwei Meter.

Über alle Radwege hinweg konnten im -Test 36 Prozent nicht einmal die jeweilige Mindestbreite erfüllen. Die Regelbreiten erreichte oder überschritt sogar nur jeder fünfte Radweg. Nur Kiel schnitt mit einem guten Gesamturteil ab. Hier ist keine der befahrenen Route durchgefallen, knapp die Hälfte war „sehr gut" oder "gut". Anders in Mainz und Hannover: Beide Städte fielen mit "Mangelhaft" durch den Test. In Mainz waren 70 Prozent der Routen mangelhaft oder sehr mangelhaft, in Hannover 58 Prozent. Die weiteren Städte im Test (Bremen, Dresden, Erfurt, München, Saarbrücken, Stuttgart und Wiesbaden) erhielten die Testnote "ausreichend".

Breitere Radwege erhöhen die Sicherheit für den immer stärker wachsenden Radverkehr. Neben dem klassischen Fahrrad sind auch breite Lastenräder oder Anhänger und seit vergangenem Jahr auch auf den deutschen Radwegen unterwegs. „Daher sollte nach Ansicht des ADAC beim Bau neuer Radwege auf die Einhaltung der Regelbreiten geachtet werden und die Mindestbreite nur eine Ausnahme sein", so ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand. Für viel genutzte Radwege sollten bei der Planung außerdem Breitenzuschläge eingerechnet werden, um etwa sicheres Überholen auch breiterer oder unterschiedlich schneller Fahrzeuge zu ermöglichen.

ADAC untersucht Radwege

Auch zum Überholen sollte auf dem Radweg genug Platz sein

Hillebrand: "Dabei sind die Belange aller Beteiligten wie Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer, Anwohner, Gewerbetreibende und Lieferverkehr zu berücksichtigen. Den Verkehrsraum vorschnell, beispielsweise durch Pop-up-Radwege umzuverteilen, ist nicht das richtige Mittel, um langfristig den Verkehrsfluss zu verbessern und für mehr Sicherheit zu sorgen."

Neben oft unzureichend breiten Radwegen stellten die Tester beim Abfahren der Strecken auch andere Behinderungen fest: In einigen Städten werden Radfahrer durch falsch geparkte Autos, wuchernde Pflanzen, Bäume, Masten oder schlecht angebrachte Verkehrsschilder behindert. Auch hier liegt es an den Städten und Kommunen, auf frei befahrbare Radwege zu achten und Verstöße zu ahnden, so der ADAC.

Bildergalerie: ADAC untersucht Radwege

ADAC untersucht Radwege: Die meisten Wege sind nur

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Radwegbreiten im ADAC Test: Mainz fiel, wie auch Hannover, mit Schon bei einem 1,60 Meter breiten Radweg wird es beim Überholen eng.

Quelle: ADAC e. V.

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