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ADAC-Ganzjahresreifentest 2020: Bestnote nur "ausreichend"
Sieben Markenmodelle für SUVs mit mäßiger Performance

Stefan Leichsenring 
Von: Stefan Leichsenring
12. Aug. 2020 um 08:51 Uhr
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Es klingt verlockend: Ganzjahresreifen sparen einen Reifensatz und zudem das lästige Wechseln zwischen Sommer- und Winterpneus. Doch haben die vermeintlichen Alleskönner auch dieselben Fahreigenschaften wie die Spezialisten? Erfüllen sie dieselben Sicherheitsanforderungen wie reine Winter- bzw. Sommerreifen?
Der ADAC hat sieben Ganzjahresreifen für SUVs in der Dimension 235/55 R17 getestet. Das Ergebnis war enttäuschend: fünfmal "ausreichend", zweimal "mangelhaft".
Ein Reifen gilt als Ganzjahresreifen, wenn er – genau wie ein Winterreifen – einen standardisierten Bremskrafttest auf einer Schneefahrbahn besteht. Dann erhält er das so genannte Alpine-Symbol und erfüllt damit in Deutschland die Anforderungen der Winterreifenpflicht. Im Gegensatz zu diesen einfachen amtlichen Prüfungen testet der das Anfahrverhalten, die Fahr- und Steuerbarkeit sowie das Bremsverhalten auf schneebedeckter Fahrbahn getestet. Auf Eis werden die Seitenführungskräfte und das Bremsverhalten überprüft.
Gleichzeitig muss sich ein Ganzjahresreifen auch unter sommerlichen Bedingungen bewähren. Lufttemperaturen um die 30 Grad Celsius sowie Asphalttemperaturen von bis zu 50 Grad sind hier die Prüfbedingungen. Zusätzlich werden Fahr-, Brems- und Aquaplaningverhalten auf nasser Fahrbahn getestet.

Der Continental AllSeasonContact, der Goodyear Vector 4 Season Gen-2, der Michelin CrossClimate +, der Nokian Weatherproof und der Uniroyal AllSeasonExpert 2 schneiden mit "ausreichend" ab. Zwar bieten alle Modelle eine befriedigende Nassperformance, können aber mit Ausnahme des Michelin-Reifens im Trockenen nicht überzeugen. Sie zeigen sich dabei wenig präzise und lassen das Testfahrzeug, einen Ford Kuga, bei hohen Fahrbahn- und Umgebungstemperaturen für den Fahrer schwammig wirken. Ein entspanntes Fahren, beispielsweise auf der Autobahn, ist kaum möglich, da die Linie häufig korrigiert werden muss.
Als verkappte Sommerreifen erweisen sich beim Test der Bridgestone Weather Control A005 und der Michelin CrossClimate +: Der Bridgestone verpasst nur knapp ein gutes Resultat auf trockener Fahrbahn bei sommerlichen Temperaturen, überzeugt aber mit dem besten Resultat aller Testpneus auf nasser Fahrbahn. Im Schnee ist seine Leistung allerdings nur mangelhaft. Während der Michelin im Trockenen noch mit dem Bridgestone gleichauf liegt, verpasst er im Nassen ein gutes Resultat. Im Schnee bietet er zwar eine gute Zugkraft, verliert jedoch beim Bremsen und beim Handling.
Das Ergebnis zeigt: Ganzjahresreifen sind immer nur ein Kompromiss. Kein getesteter Ganzjahresreifen kann sich ernsthaft mit einem guten Winterreifen auf Schnee oder einem guten Sommerspezialisten auf trockener Fahrbahn messen. Für Autofahrer jedoch, die in einer Region mit seltenem Schneefall leben oder ihr Auto im Zweifel auch mal stehen lassen, sind Ganzjahresreifen eine wirtschaftliche Alternative zu den klassischen Sommer- und Winterreifen.
Klar ist auch: Ganzjahresreifen sind immer noch die bessere Wahl, als ganzjährig nur mit Sommerreifen zu fahren. Und wenn schon Ganzjahresreifen, dann sollten sie jährlich zwischen vorn und hinten gewechselt werden, damit alle vier Reifen gleichmäßig verschleißen. Der Reifenwechsel entfällt also nicht gänzlich.
Bildergalerie: ADAC-Ganzjahrestreifentest 2020

Quelle: ADAC e. V.
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