Ätzende Mischung kann Lack ernsthaft beschädigen

Die Spezialisten für verrückte Ford-Erfindungen haben wieder zugeschlagen. Diesmal widmeten sie sich dem Thema Autolack und Beschädigungen desselben durch aviarische Hinterlassenschaften: Die Ford-Experten haben künstlichen Vogelkot entwickelt, um Fahrzeug-Lackierungen realitätsnah zu optimieren.

Wer gelegentlich unter Bäumen oder Laternen parkt, hat sich garantiert schon über Vogelkot auf dem Autolack geärgert. Dabei handelt es sich um eine mitunter recht hartnäckige und durchaus aggressive Verschmutzung, die die Lackierung beschädigen können.

Ford-Fahrzeuge werden jedoch auch auf diese Eventualität getestet – mit Hilfe von künstlichem Vogelkot, der im Labor entwickelt wurde. Die Säuren des synthetischen Materials bilden die unterschiedlichen Rückstände der meisten europäischen Vogelarten ab.

Auf speziell vorbereiteten Prüfplatten wird der künstliche Vogelkot bei 40, 50 und 60 Grad Celsius in einem Ofen erhitzt, um die Lackoberfläche an ihre Grenzen zu bringen. Darüber hinaus werden die Lacke mit Phosphorsäure, Seifenlauge und synthetischen Pollen malträtiert, bevor die Prüfplatten eine halbe Stunde Temperaturen von bis zu 80 Grad Celsius ausgesetzt werden.

Bei Ford umfassen die Tests auch eine Bestrahlung von Lackflächen mit ultraviolettem Licht für eine Dauer von bis zu 6.000 Stunden (250 Tage) in einem Lichtlabor, das den hellsten Ort der Erde simuliert. Außerdem werden Lacke bei Minusgraden gefroren, Salz und Schmutz ausgesetzt sowie mit Kraftstoff übergossen, wie es etwa beim Tanken passieren kann.

Besonders im Frühling und im Sommer stellt auch die Hitze durch die Sonneneinstrahlung eine Belastung dar: Die Oberflächen werden weicher und dehnen sich aus. Beim Abkühlen ziehen sie sich wieder zusammen und Vogelkot und anderer Schmutz haftet dann besonders stark an.

Vogelkot ist oftmals weiß und schwarz. Der weiße Teil ist Harnsäure, die auch im menschlichen Urin vorkommt. Bei den dunklen Bestandteilen handelt es sich hingegen um verdaute Nahrung. Beides wird meist gleichzeitig vom Vogel ausgeschieden. Dies geschieht mit einer solchen Geschwindigkeit, dass die unterschiedlichen Sekrete keine Zeit haben, sich zu vermischen.

„Da derzeit besonders viele Autos geparkt sind, weil die Menschen zu Hause bleiben, ist es wahrscheinlich, dass die Vögel mehr als sonst ihre Spuren hinterlassen. Es ist ratsam, solche Hinterlassenschaften so rasch wie möglich zu entfernen", sagt Ford-Experte André Thierig.

Wichtigster Tipp dazu: So rasch wie möglich säubern! Verschmutzte Stellen vorsichtig mit einem weichen Schwamms und lauwarmem Wasser sowie etwas pH-neutralem Shampoo reinigen. Anschließend sollte die Oberfläche mit Hartwachs behandelt werden, damit die Lackierung einer künftigen Verschmutzung besser widerstehen kann und länger glänzt, empfiehlt Ford.

Bildergalerie: Ford entwickelt künstlichen Vogelkot