GTÜ-Experten geben Tipps für die Saisonvorbereitung

Viele Oldtimer-Fans wecken ihr Schätzchen in der nächsten Zeit aus dem Winterschlaf. Andere hat Eis und Schnee nicht gekümmert, sie nutzen ihre Oldtimer ganzjährig. Doch alle sollten ihr Fahrzeug nun gründlich überprüfen. Die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung gibt nun Tipps dazu.

Zur Saisonvorbereitung gehört, dass man die Technik des Oldtimers wieder auf das Niveau bringt, das er als Neuwagen hatte. Das gilt etwa für Reifen, diverse Öle oder die Bremsen. Ratsam ist auch das behutsame Einfahren der alten Motoren nach der Winterpause.

Auch wenn auf den Straßen heute weniger Salz gestreut wird als früher: Streusalz fördert die Korrosion. Bei einem Ganzjahresbetrieb wird mitunter empfohlen, Salzrückstände nach jeder Fahrt über winterliche Straßen mit dem Dampfstrahler zu beseitigen. Eine Garantie gegen Korrosion ist das nicht. Manchmal drückt der Dampfstrahl Salzreste tief in Hohlräume und Ritzen. Dort richten sie erst recht Unheil an, so die GTÜ.

Rostempfindliche Oldtimer, und das sind fast alle, sollte man erst nutzen, wenn die Straßen komplett salzfrei sind. Und: Autos korrodieren von innen nach außen. Auch kleine Bläschen auf dem Lack sind ein Warnzeichen. Wer dann sofort eingreift, kann den Schaden oft noch mit überschaubarem Aufwand beseitigen.

Wer den Oldtimer im Winter stehen lässt, sollte das Motoröl nach dem Winter und nicht davor erneuern. Denn während der Standzeit können sich Zusatzstoffe absetzen, was die Schmierfähigkeit verringert. Die Bremsflüssigkeit sollte man unabhängig von der Kilometerleistung alle zwei Jahre wechseln. Zu alte Bremsflüssigkeit nimmt Wasser auf, das bei starkem Bremsen zu Dampfblasen führt, was die Bremsleistung schlagartig reduziert.

Bei den kleinen Kilometerleistungen vieler Klassiker bleibt die Profiltiefe der Reifen oft lange erhalten. Doch die Weichmacher im Gummi diffundieren mit der Zeit aus, die Reifen werden härter und verlieren an Haftung. Daher sollte man Reifen spätestens nach zehn Jahren austauschen. Vor der ersten Ausfahrt ist das Prüfen des Luftdrucks besonders wichtig, denn viele Besitzer erhöhen ihn vor dem Abstellen deutlich, um Standschäden der Reifen zu vermeiden.

Wenn es dann losgeht, sollte man daran denken, seine Fahrweise an den Stand der damaligen Technik anpassen. Straßenlage und Bremsverhalten unterscheiden sich oft wesentlich von modernen Autos. "Fahren mit den Fahrzeugen von damals auf den Straßen von damals" – so lautet ein Leitsatz der Spezialisten. Also besser kleine Landstraßen als vielspurige Autobahnen.