Und er braucht dafür nicht mal spezielle Reifen ...

Als Koenigsegg Anfang der Woche auf dem Nicht-Genfer-Autosalon seinen neuen Jesko Absolut präsentierte, wurde dessen tatsächliche Höchstgeschwindigkeit mit keinem Wort erwähnt. Die Schweden ließen lediglich verlautbaren, dass ihr 1.600-PS-Monster als schnellster Koenigsegg aller Zeiten in die Geschichte eingehen wird und dass es auch in der Zukunft kein Modell der Marke geben werde, das schneller fahren wird. 

Er wird also schneller sein als der Agera RS, der im Jahr 2017 mit beeindruckenden 446,97 km/h durch die Lande brauste. Aber um wie viel er schneller sein wird, da ist man sich bei der Hypercar-Marke noch nicht so sicher. 

Unsere Kollegen von Road and Track konnten nun ein bisschen mehr über die VMax-Qualitäten des Jesko Absolut herausfinden. Sie sprachen darüber mit keinem Geringeren als Christian Koenigsegg persönlich. Computersimulationen zeigten, dass das Auto theoretisch eine Spitze von 531 km/h erreichen kann. Dafür verantwortlich sind - kurz gesagt - der vergleichsweise niedrige cW-Wert von 0,278, die absurde Leistung des 5,0-Liter-Biturbo-V8 sowie die Getriebeübersetzung des hauseigenen Neungang-Getriebes. 

Bildergalerie: Koenigsegg Jesko Absolut

Diese schwer zu fassende Geschwindigkeit im echten Leben zu erreichen ist aber nochmal ein ganz anderes Paar Schuhe. Es geht ja schon damit los, dass Koenigsegg eine Strecke bräuchte, die lang genug ist, um nochmal 42 km/h schneller zu fahren, als es der Bugatti Chiron Super Sport 300+ bei seinem 490-km/h-Rekord getan hat.

Road&Track fragte Christian von Koenigsegg ob die drei Meilen (knapp 4,8 Kilometer) lange Bahn auf dem Johnny-Bohmer-Testgelände in Florida ausreichend wäre, aber der Firmenchef meinte, dass der Jesko Absolut dort wohl höchstens 85 Prozent seiner Höchstgeschwindigkeit erreichen könnte. Das wären dann "nur" 451 km/h.  

Idealerweise müsste das Auto nach Deutschland aufs Ehra-Lessien-Testgelände gebracht werden, aber die private Anlage gehört dem Volkswagen-Konzern, der auch Bugatti zu seinen Marken zählt. Man wird also einen Teufel tun und Königsegg auf seine 8,7 Kilometer lange Gerade lassen, damit die Schweden dem Chiron den Rekord wegschnappen. 

Dennoch geht Christian von Koenigsegg davon aus, dass der Jesko binnen eines Jahres einen Rekordversuch starten wird. Über die Reifen macht er sich dabei übrigens keine Sorgen. Eigene Prüfstand-Tests mit einem Agera RS zeigten, dass die Gummis in der Lage sind, einem Speed von 531 km/h (330 mph) für eine ganze Minute ohne Probleme standzuhalten. Michelin war beim Reifentest anwesend und die Herrschaften waren vom Ergebnis offenbar sehr überrascht: "Sie trauten ihren Augen nicht, wie gnädig unsere Autos zu ihren Reifen sind." 

Es sei noch erwähnt, dass auch Hennessey mit seinem Venom F5 sowie SSC Nort America mit dem Tuatara den Chiron Super Sport 300+ entthronen wollen. Es wird spannend zu sehen sein, ob und wem es letztlich gelingt.