Es wirkt wie ein großes Lifting mit Anleihen bei Scala und Octavia

Eigentlich wollte Skoda nur den Karoq für den russischen Markt vorstellen. Eine Überraschung bei der Veranstaltung in St. Petersburg war aber die Präsentation eines brandneuen Skoda Rapid. Wobei: Komplett neu scheint die Limousine nicht zu sein, eher sehr umfangreich umgestaltet. Zudem erhält der Rapid neue Technologien. Andere Quellen sprechen davon, dass der Rapid wie schon der Scala künftig auf der MQB-A0-Plattform des Volkswagens-Konzerns basiert, vereinfacht: Polo-Plattform. So gesehen könnte die Rapid Limousine mit dem VW Virtus verwandt sein, einem Stufenheck-Polo für den brasilianischen Markt. Der Blick auf die Türgriffe zeigt aber: Es handelt sich um das bisherige Modell auf der PQ25-Plattform.

Skoda Rapid? Da war doch mal was ... Zwischen 2012 und 2019 gab es den Rapid auch in Westeuropa und zwar als Limousine mit großer Heckklappe und Fünftürer namens Spaceback. Günstige Preise dank älterer Konzerntechnik zielten auf Kunden mit Raumbedarf, die vielleicht auch einen Dacia im Blick gehabt haben. Der Rapid Spaceback wurde 2019 vom Scala abgelöst, die Rapid Limousine lebt unter anderem in Russland weiter.

Der neue vordere Teil des Autos verleiht dem Rapid eine ausgeprägte Individualität. Scharfe Kanten, fließende Haubenlinie, pfeilförmige Scheinwerfer mit eingebauten LEDs und hexagonalem Gitter lassen das beliebte Modell moderner erscheinen, die Optik orientiert sich am Scala. Auch die Rückseite des Autos hat erhebliche Veränderungen erfahren. Hier trägt die Rapid Limousine nun L-förmige "Hockeystick"-Leuchten, die an den neuen Octavia erinnern. Ein weiteres wichtiges Merkmal des Rapid ist wie bei anderen Skoda-Modellen der ausgeschriebene Markenname auf dem Kofferraumdeckel.

2020 Skoda Rapid

Überarbeitet hat man zudem das Interieur des Rapid. Hier gibt es neue Dekorleisten und eine Mittelkonsole mit separatem, bis zu 8 Zoll großen Touchscreen für das Infotainmentsystem. Letzteres befindet sich direkt im Sichtfeld des Fahrers, so dass ihn nichts vom Fahren ablenkt. Darüber hinaus ist der Rapid das erste Modell von Skoda in Russland, für das ein Zweispeichen-Lenkrad mit Heizung erhältlich ist. In Kombination mit der beheizten Windschutzscheibe ist das Modell dem Hersteller zufolge besonders angenehm und komfortabel im Winter zu bedienen.

Technisch wird der bislang 4,48 Meter lange Rapid weiter aufgerüstet. Dazu gehören beispielsweise die Abstandsüberwachung per Front-Assistenten und Einparksensoren vorne wie hinten. Als Motoren gibt es einen 1.6 MPI mit 90 respektive 110 PS und manuellem Fünfgang-Getriebe. Für die stärkere Variante des Saugbenziners gibt es auch eine Sechsgang-Automatik. Hinzu kommt ein 1.4 TSI mit 125 PS und 7-Gang-DSG.

Produziert wird die Neuauflage im Werk der Volkswagen Group Rus in Kaluga. Der überarbeitete Rapid wird den russischen Skoda-Händlern im ersten Quartal 2020 zur Verfügung stehen. Als Basispreis  inklusive Klimaanlage werden 829.000 Rubel genannt, umgerechnet knapp 12.000 Euro.

Bildergalerie: Skoda Rapid für Russland: Live-Bilder von der Premiere