Der sprichwörtliche Wolf im Schafspelz bringt den Ausdruck Pocket Rocket auf das nächste Level

Erinnern Sie sich noch? Auch wenn man ihn heute kaum noch sieht, vor dem aktuellen Up und dem eher mäßig erfolgreichen Fox, gab es bei VW einen Kleinstwagen, den die Leute wirklich geliebt haben. Die Rede ist natürlich vom Lupo. Auf seiner Basis entstand das 3-Liter-Auto. Und wer erinnert sich nicht gerne an den Lupo GTI mit seinem 125 PS starken 1,6-Liter-Saugmotor? Nun, auch das, was Sie hier sehen ist ein Lupo. Mehr oder weniger. Na gut, vermutlich hat es mit dem Standard-Auto überhaupt gar nichts mehr zu tun. Dieser Lupo nämlich wurde in ein kleines (und sehr breites) Monster verwandelt, das mehr Kraft hat, als ein Bugatti Chiron Super Sport 300+.

Und nein, Sie haben sich gerade nicht verlesen. Verantwortlich für diesen Irrsinn ist ein rumänisches Team namens DOP Motorsport. Sie tauschten den vermutlich sehr kleinen Motor dieses Lupo gegen einen 2.0-Liter-TFSI aus dem Golf R. Diesen brachten sie dann - mit welchen Mitteln auch immer - auf 900 PS. Nun ist es in der Tuningszene - gerade im Drag-Racing-Bereich - nicht ungewöhnlich ein kleines Auto mit einem großen Motor vollzustopfen, aber in diesem Lupo steckt noch ein wenig mehr. Im wahrsten Sinne.

Hinter dem Fahrer befindet sich nämlich zu allem Überfluss noch ein Golf-R-Aggregat. Beide Maschinen hängen jeweils an einem Doppelkupplungsgetriebe. Die DSGs verarbeiten die hereinbrechende Kraft unabhängig voneinander. Eins schickt die Power an die Vorderachse, das andere an die Hinterachse. So entsteht ein Allradantriebslayout mit einer Gesamtleistung in der Region von 1.800 PS. Im Video können Sie etwa bei der 2:35-Minuten-Marke sehen, wie der Fahrer zwei Schalthebel benutzt, um die beiden DQ250-Getriebe zu handeln, die die Herkules-Aufgabe haben, die absurde Menge an Leistung irgendwie in Richtung der Radial-Gummis zu bringen.

Das Video wurde auf dem Santa Pod Raceway in Großbritannien aufgenommen und man sieht recht gut, wie der Fahrer mit dem zweimotorigen Lupo-Biest zu kämpfen hat. Der bärenstarke Wicht neigt dazu, nach links zu ziehen. Nichtsdestotrotz fliegt das Auto in seinem besten Lauf in 9,22 Sekunden über die Viertelmeile und schafft dabei eine Höchstgeschwindigkeit von 259 km/h. Womöglich ist sogar noch mehr drin, wenn die Erbauer es schaffen, die Leistung etwas effizienter auf den Asphalt zu bringen. 

Bildergalerie: VW Lupo Bi-Motor mit 1.800 PS