Kompaktwagen erhält sparsame Turbo-Dreizylinder und ein virtuelles Cockpit

Opel überarbeitet den Astra, um auf Augenhöhe mit aktueller und kommender Konkurrenz vom Schlage eines Ford Focus oder VW Golf zu sein. Der geliftete Kompakte hat auf der IAA im September Messepremiere, ist aber ab sofort bestellbar. Daher stehen auch die Preise nun fest; sie beginnen bei 19.990 Euro.Den entsprechenden Kombi gibt es ab 20.990 Euro.

Während man optisch von der Überarbeitung nicht wirklich viel mitbekommt (was für das Design spricht ...), passiert unter dem Blech so einiges. Das Highlight dürften die neuen Motoren sein. Ihre Eckdaten klingen verdächtig nach PSA-Technik, allerdings sind die Aggregate Opel zufolge Eigenentwicklungen.

Sehen wir also genauer hin: Die 1,2- bis 1,5 Liter-Dreizylinder-Triebwerke bieten ein Leistungsspektrum von 105 bis 145 PS. Versprochen wird "reichlich Fahrkomfort mit minimaler Geräuschentwicklung". So reduziert unter anderem eine gegenläufige Ausgleichswelle im Motorblock mögliche Vibrationen. Bereits die Basismotorisierungen verfügen jetzt serienmäßig über Sechsgang-Schaltgetriebe. Als Highlight gibt es optional eine Neunstufen-Automatik.

Auch die intensive Entwicklungsarbeit im Windkanal hat sich ausgezahlt: Mit einem cW‑Wert von 0,25 gehört der Sports Tourer zu den Kombis mit dem niedrigsten Luftwiderstandswert überhaupt, während der Fünftürer mit einem cW-Wert von 0,26 die Klasse der Fließheck-Kompakten anführt. Damit ist der neue Astra eines der aerodynamischsten Fahrzeuge auf dem Markt.

Ein ganzes Maßnahmen-Bündel trägt zu den herausragenden Werten bei. Dazu gehören eine optimierte Motorraumabdeckung, ein deflektorförmiger Hinterachslenker sowie eine Abdeckung für den Kühlergrill. Der obere und untere Teil des Kühlergrills des neuen Astra öffnet und schließt automatisch und unabhängig voneinander. Dadurch wird der frontale Luftstrom verbessert. Einen wesentlichen Beitrag zu diesem Entwicklungssprung bei der Aerodynamik leistete auch die Verbesserung des Unterbodenluftstroms – Turbulenzen wurden dort auf ein Minimum reduziert.

Hier können Sie den Astra vor und nach dem Facelift vergleichen:

Opel Astra 2015
Opel Astra 2019

Das Chassis des Astra ist weiter entwickelt worden: Neue Stoßdämpfer steigern den Fahrkomfort. Mit dem optionalen Sportfahrwerk kommen straffere Dämpfer, eine direktere Lenkung sowie eine Watt-Hinterachse an Bord.

Benzinpartikelfilter und SCR-Kat beim Diesel (Selective Catalytic Reduction) sorgen dafür, dass alle Motoren die künftige Euro 6d-Norm (ohne Temp!) erfüllen. Vier Dreizylinder-Turbobenziner mit 110 bis 145 PS sind verfügbar. Dabei gibt es gleich zwei 145-PS-Triebwerke, eines mit 1,2 Liter und eines mit 1,4 Liter Hubraum. Letzteres wird mit einer stufenlosen CVT-Automatik kombiniert, die auch simulierte Fahrstufen besitzt, man kann also auch hier manuell schalten. Vergleicht man die Benziner mit 110, 130 und 145 PS mit den Vorgängeraggregaten, so reduziert sich der CO2-Ausstoß jeweils um rund fünf, 19 und 15 Prozent. Beim Gasgeben stehen innerhalb von 1,5 Sekunden bei nur 1.500 U/min bereits 90 Prozent des maximalen Drehmoments zur Verfügung.

   1.2 1.2 1.2  1.4 1.5D 1.5D 1.5D
Leistung 81 kW (110 PS) 96 kW (130 PS) 107 kW (145 PS) 107 kW (145 PS) 77 kW (105 PS) 90 kW (122 PS) 90 kW (122 PS)
Drehmoment 195 Nm bei 2.000-3.500 U/min 225 Nm bei 2.000-3.500 U/min 225 Nm bei 2.000-3.500 U/min 236 Nm bei 1.500-3.500 U/min 260 Nm bei 1.500-2.500 U/min 300 Nm bei 1.750-2.500 U/min 285 Nm bei 1.500-2.750 U/min
Abgasnorm Euro 6d Euro 6d Euro 6d Euro 6d Euro 6d Euro 6d Euro 6d
Getriebe 6-Gang manuell 6-Gang manuell 6-Gang manuell CVT 6-Gang manuell 6-Gang manuell 9-Stufen-Automatik
Verbrauch (WLTP) 5,2-5,5 Liter/100 km 5,2-5,5 Liter/100 km 5,2-5,5 Liter/100 km 5,7-5,9 Liter/100 km 4,4-4,7 Liter/100 km 4,4-4,7 Liter/100 km 4,9-5,3 Liter/100 km
CO2-Ausstoß (WLTP) 120-127 g/km 120-127 g/km 120-127 g/km 132-136 g/km 117-124 g/km 117-124 g/km 130-139 g/km
Basispreis 19.990 € 22.950 € 24.200 € 26.600 € 23.385 € 26.745 € 29.145 €
Basisausst. Astra Edition Edition Edition Astra Edition Edition

Verglichen mit dem entsprechenden Vorgängermodell sinken die Verbrauchswerte bei den Dieseln mit 105 und 122 PS um 17 beziehungsweise zehn Prozent. Die Emissionen des 1,5-Liter-Diesels werden mit einem Oxidations-Katalysator, einem SCR-Kat (Selective Catalytic Reduction) und einem Dieselpartikelfilter verringert.

Und optisch? Hier hat man sich angenehm zurückgehalten. Die neue Astra-Front wird nun von einem Grill in 3D-Optik geprägt. Und während der Innenraum mit dem Bose-High-End-Soundsystem zum Konzertsaal wird, imponiert der Astra äußerlich mit dem High Gloss Black Pack samt hochglanzschwarzer Zierleisten.

Die Opel-Ingenieure haben das Fahrzeug außerdem mit einer neuen optionalen Hightech-Frontkamera sowie einer Rückfahrkamera ausgerüstet. Die neue Frontkamera ist kleiner und in Zusammenarbeit mit einem schnelleren Prozessor deutlich leistungsfähiger als bisher. So erkennt sie nun nicht mehr nur Fahrzeuge, sondern auch Fußgänger. Des Weiteren kann der Verkehrsschild-Assistent dank der hochauflösenden Kamera jetzt noch mehr Verkehrszeichen verarbeiten und als Symbol im Display anzeigen. Die in Verbindung mit dem neuen Infotainment-System Multimedia Navi Pro erhältliche digitale Rückfahrkamera ist ebenfalls leistungsstärker. Die Ansicht auf dem Monitor vom Verkehrsgeschehen hinter dem Fahrzeug erscheint entzerrt und schärfer; die Kontraste sind bei Dunkelheit besser sichtbar.

Opel Astra (2019)

Bestens vernetzt sind Astra-Kunden mit den Apple CarPlay und Android Auto kompatiblen Systemen Multimedia Radio, Multimedia Navi und Multimedia Navi Pro. Das Top-of-the-Line-Gerät Multimedia Navi Pro verfügt wie im Insignia über einen acht Zoll großen Farb-Touchscreen und lässt sich wahlweise auch per Sprachsteuerung bedienen. Die Navigationsansicht selbst erscheint mit neu gestalteten Symbolen in einem frischeren, moderneren Look. Gleiches gilt für die Instrumentenanzeige: Fahrer blicken im neuen Opel Astra erstmals auf einen digitalen Tacho.

Kompatible Smartphones lassen sich künftig auch im Kompaktklasse-Modell induktiv per Wireless Charging laden. Dazu muss das eigene Smartphone nur in die dafür vorgesehene Öffnung in der Mittelkonsole gesteckt werden.

Last, but not least hält im neuen Astra eine beheizbare Windschutzscheibe Einzug. Feine, so gut wie unsichtbare Lamellen durchziehen die Frontscheibe und sorgen dafür, dass Astra-Fahrer an frostigen Tagen schnell den vollen Durchblick haben und die Scheibe nicht mehr beschlägt, so Opel.

Bildergalerie: Opel Astra (2019)