Gemeinsame Zellfertigung in Salzgitter ab 2023

Kürzlich gab es Meldungen, dass VW-Tochter Audi nicht so viele Exemplare vom e-tron produzieren kann wie gewollt, weil LG Chem nicht genug Akkus zum gewünschten Preis liefern konnte oder wollte. Nun investiert der Mutterkonzern VW in den schwedischen Batteriehersteller Northvolt, mit dem die Wolfsburger schon seit Mai eine Zellfertigung in Salzgitter planen. Das melden nun FAZ.net und Handelsblatt.com.

Der größte Autohersteller der Welt setzt voll auf Elektroautos. Dabei spielen Akkus die Hauptrolle. Genauer gesagt: nicht Akkus, sondern Batteriezellen. Akkus fertigen auch Daimler und BMW, aber dabei verwenden sie Zellen, die aus Asien kommen, von LG Chem, Samsung, SK Innovation, CATL oder Panasonic zum Beispiel.

Die Zellen machen mit etwa 40 Prozent einen großen Teil der Wertschöpfung aus, wenn es um Elektroautos geht. Aber auch die Macht wird sich künftig wohl von den Automarken weg hin zu den Akkuherstellern verschieben: Wer gute Batteriezellen in großen Mengen produzieren kann, diktiert in Zukunft auch deren Preis und bestimmt so mit, wer die besten Elektroautos baut. Denn Reichweite und Preis gelten als die entscheidenden Punkte beim Antrieb der Zukunft.

Bereits Mitte Mai 2019 hatte VW beschlossen, in Salzgitter eine eigene Batteriezell-Fertigung zu errichten, wie FAZ.net damals berichtete. Salzgitter liegt etwa 50 Kilometer südwestlich von Wolfsburg. Die Zellfertigung solle "mit einem Partner" entstehen, hieß es damals. Nun ist klar, wer dieser Partner ist: Northvolt. Zunächst soll es in Salzgitter nur eine kleine Pilotproduktion mit 700 Mitarbeitern geben, die später ausgebaut wird. Das Werk soll schon ab 2020 entstehen, die Zellfertigung würde aber erst Ende 2023 oder Anfang 2024 starten.

VW übernimmt jetzt rund 20 Prozent an dem schwedischen Unternehmen. Ein Teil der Summe geht in ein Joint Venture, ein anderer Teil direkt an Northvolt. Da die Zellfertigung in Deutschland wegen der hohen Stromkosten als unwirtschaftlich gilt, will das Land Niedersachsen dafür sorgen, dass die Produktion von der Umlage nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) befreit wird.

Das Werk in Salzgitter soll jährlich Akkus mit einer Kapazität von 16 Gigawattstunden produzieren. Das wird den Akku-Bedarf des VW-Konzerns allerdings nicht decken können. Allein für die Europa braucht VW etwa 150 Gigawattstunden, also fast das Zehnfache. Für China wird etwa dieselbe Kapazität benötigt, so das Handelsblatt. Daher wird VW auch in Zukunft von den asiatischen Akku-Lieferanten abhängig bleiben.

Quellen: FAZ.net, Handelsblatt.de