Könnten eigentlich auch gleich neue PSA-Motoren Einzug halten?

Im Oktober letzten Jahres zeigten wir Ihnen die ersten Erlkönigbilder des Opel Insignia Sports Tourer Facelifts. Damals waren wir doch ein wenig überrascht, dass die Marke mit dem Blitz ihr Flaggschiff nicht einmal eineinhalb Jahre nach Marktstart bereits zur Modellpflege schickt. Heute können wir Ihnen nun erstmals Bilder der Insignia Limousine (Grand Sport) vorführen, die auf eine Überarbeitung hindeuten. Unsere Verblüffung hat sich allerdings noch nicht wirklich gelegt.

Die Einführung des neuen Insignia ist jetzt fast auf den Tag genau zwei Jahre her. Es wirkt also immer noch reichlich früh für ein Facelift. Vor allem für eines, dass optisch ein wenig größer ausfallen dürfte. Das zumindest suggeriert ein Blick auf diesen Prototypen, der gerade an der Front relativ viel Tarnfolie trägt.

Der Grund ist jedoch relativ simpel: Mit der Studie GT X Experimental hat Opel eine komplett neue Designlinie festgelegt, die nun über die nächsten Jahre konsequent ausgerollt wird. Beim kommenden Corsa und Mokka X dürfte man das neue Markengesicht, den sogenannten "Opel-Kompass" (zwei Achsen, die sich im Markenemblem kreuzen), schon ganz gut erkennen können. Und der Insignia? Tja, der wird jetzt quasi auf Linie getrimmt.

Wir erwarten eine neue Frontansicht mit schmaleren Scheinwerfern, einem schlankeren Grill und geändertem Stoßfänger. Hinten dürften die Änderungen dezenter ausfallen. Die Rückleuchten sind nur zum Teil abgedeckt, womöglich erhalten sie eine etwas andere Grafik.

Interessanter ist aber die Diskussion über alles, was unter dem Blech passiert. Nach der Opel-Übernahme durch PSA wird spekuliert, ob der Insignia nach dem Facelift auf die Motoren und Getriebe des französischen Mutterkonzerns umsteigt. Das Lineup des aktuellen Peugeot 508 zum Beispiel (HDi-Diesel mit 130 bis 177 PS, 1,6-Liter-Benziner mit 180 und 225 PS) würde dem großen Opel sicher gut zu Gesicht stehen, gerade wenn man bedenkt, dass die Antriebe grundsätzlich nicht unbedingt die Highlights eines jeden Opel-Fahrzeugs sind.

Trotzdem ist eine Adaption der PSA-Motoren im Prinzip ausgeschlossen, da der Insignia noch auf der alten GM-Plattform basiert und man nicht vorhat, GM- und PSA-Technik zu mixen. Opel hat bereits verkündet, den kompletten Umstieg auf PSA-Plattformen bis 2024 zu vollziehen. Der Insignia dürfte damit das letzte Modell sein, das "französisch" wird. Zu besagtem Termin wäre er sieben Jahre auf dem Markt, ein durchaus üblicher Modellzyklus. 

Das impliziert auch, dass das Facelift des großen Rüsselsheimers nicht vor Mitte 2020 auf uns zukommt. Dann wäre er dreieinhalb Jahre auf dem Markt und eine Überarbeitung erschiene sinnvoll. Bei den Motoren dürfte sich nicht viel ändern, außer vielleicht, dass einer der weniger gefragten Benziner gestrichen wird. Der 260-PS-Ottomotor aus dem Insignia GSi wurde nie Euro 6d-Temp-fertig gemacht und entfiel bereits ein paar Monate nach Einführung (aktuell gibt es den GSi nur als 210-PS-Diesel). Vielleicht tut sich hier ja auch noch etwas.

Das Infotainment des Insignia wurde erst kürzlich auf den neuesten Stand gebracht. Der Concierge-Dienst OnStar entfällt künftig. Bis Ende 2020 ist bei Opel komplett Schluss damit. Ob man fürs Facelift nochmal Hand ans Infotainment legt, bleibt abzuwarten. 

Fotos: CarPix